Magisterarbeit, 2004
110 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1. Hinführung zum Thema
1.2. Begriffsbestimmung
1.3. Vorgehensweise und Forschungsstand
2. Biographie und Werk
2.1. Biographie
2.2. Das Werk
2.2.1. Der Kontrabaß
2.2.2. Das Parfum
2.2.3. Die Taube
2.2.4. Die Geschichte von Herrn Sommer
2.2.5. Drei Geschichten und eine Betrachtung
2.2.6. Drehbücher
3. Das Parfum im Kontext der Postmoderne
3.1. Was ist Postmoderne?
3.2. Charakteristika postmoderner Literatur
3.2.1. Vielfachkodierung
3.2.2. Pluralismus
3.2.3. Gattungsmetamorphose und Intertextuallität
3.2.4. Das Geschichtsverständnis der Postmoderne
3.2.5. Anachronistische Zeitstruktur
3.2.6. Die Wirklichkeit als Fiktion
3.2.7. Der Tod des Subjekts
3.2.8. Die Gesellschaftskritik der Postmoderne
4. Formale Interpretation von Das Parfum
4.1. Aufbau und Kompositionsstruktur
4.1.1. Gliederung des Romans
4.1.2. Das Erzähltempo
4.1.3. Die Erzählperspektive
5. Der Hauptcharakter
5.1. Jean-Baptiste Grenouille
5.1.1. Entwicklung der zentralen Gestalt
5.1.2. Die Kindheit
5.1.3. Die Lehrzeit
5.1.4. Die Wander- und Selbstfindungsjahre
5.1.5. Meisterjahre und Reifezeit
5.1.6. Zeit der Selbsterkenntnis und der Selbstzerstörung
5.2. Grenouille – Der Zeck
5.3. Grenouille - Der Teufel
5.4. Grenouille - Das Genie
6. Die Nebencharaktere
6.1. Grenouilles Mutter
6.2. Die Amme Jeanne Bussie
6.3. Der Pater Terrier
6.4. Madame Galliard
6.5. Grimal
6.6. Baldini
6.7. Der Marquis de la Taillade-Espinasse
6.8. Die Witwe Arnulfi und der Geselle Druot
6.9. Antoine Richis
6.10. Personengruppierungen
6.11. Das anonyme Ende der Nebenfiguren
7. Resümee
Die vorliegende Arbeit analysiert das zentrale Motiv der Anonymität im Roman "Das Parfum" von Patrick Süskind und setzt dieses in einen Zusammenhang mit der postmodernen Literatur, der Gesellschaftskritik und dem Leben des Autors selbst.
3.2.1. Vielfachkodierung
Der Terminus der Doppelkodierung ist der postmodernen Architektur-Debatte entnommen und bezeichnet nach Charles Jencks eine Architektur, die sowohl auf eine kulturelle Elite als auch auf den Normalbürger zugeschnitten scheint. Es handelt sich dabei jedoch, wie Welsch betont, „um eine vielfache Kodierung, die, auf mehreren Ebenen vor sich gehend, sehr unterschiedliche Segmente des Publikums erreichen will.“ Es reicht nicht aus, allein die zweigeteilte Ausrichtung auf Elite und Masse zu benennen, um die verschiedenen Kodierungen eines Textes zu klassifizieren. Zudem meint Vielfachkodierung nicht allein, dass der postmoderne Text – wie alle literarischen Texte – mehrere Lesarten ermöglicht, sondern dass der Autor prinzipiell mehrere, ganz unterschiedliche Erwartungshaltungen der Literatur gegenüber berücksichtigt. Gleichzeitig bietet die postmoderne Literatur ein und demselben Leser die Möglichkeit einer Lektüre auf mehreren Deutungsebenen. In enger Verknüpfung zum Postulat der Pluralität zeigt sich hier ein weiteres Indiz für die Abkehr von einheitlichen Deutungsmustern, die für die Postmoderne programmatisch ist. Nicht das Interpretationsergebnis ist demnach wichtig, sondern der Prozess der Interpretation steht im Vordergrund. „Der Freiheit des Autors bei der Aneignung der literarischen Tradition entspricht die Freiheit des Lesers bei der Aneignung des einzelnen Literarischen Werkes.“
Judith Ryan beschreibt das Problem der Doppel- und Vielfachkodierung des Romans Das Parfum, der in ihren Augen nicht nur ein Beispiel für postmoderne Literatur, sondern gleichzeitig einen Diskussionsbeitrag zur Postmoderne darstellt. Der Roman hat durch seine verschiedenen Lesarten gleichzeitig eine literarisch vorgebildete Leserschaft und ein Massenpublikum angesprochen und konnte so zum Bestseller werden.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Anonymität in Patrick Süskinds "Das Parfum" und die methodische Vorgehensweise der Analyse.
2. Biographie und Werk: Untersuchung der Lebensgeschichte Patrick Süskinds und seiner literarischen Arbeiten im Hinblick auf wiederkehrende Motive der Isolation und Anonymität.
3. Das Parfum im Kontext der Postmoderne: Theoretische Einordnung des Romans in die postmoderne Literatur, insbesondere durch Merkmale wie Vielfachkodierung, Pluralismus und Intertextualität.
4. Formale Interpretation von Das Parfum: Analyse der narrativen Struktur, des Erzähltempos und der Erzählperspektive des Romans.
5. Der Hauptcharakter: Detaillierte Untersuchung von Jean-Baptiste Grenouille in Bezug auf seine Entwicklung, die Motive des Zecks, des Teufels und des Genies.
6. Die Nebencharaktere: Analyse der Funktion und Bedeutung der verschiedenen Nebenfiguren sowie deren anonymes Ende im Roman.
7. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Bestätigung des Romans als postmoderner Text, der die Identitätslosigkeit des Individuums thematisiert.
Anonymität, Das Parfum, Patrick Süskind, Postmoderne, Identitätslosigkeit, Grenouille, Intertextualität, Pastiche, Gesellschaftskritik, Misanthropie, Einzelgängertum, Erzählstruktur, Subjektivitätsverlust, Genietheorie.
Die Arbeit analysiert das zentrale Motiv der Anonymität in Patrick Süskinds Roman "Das Parfum" und beleuchtet, wie dieses Motiv mit postmodernen Erzählweisen und gesellschaftskritischen Aspekten verknüpft ist.
Neben der Anonymität und Identitätslosigkeit des Protagonisten werden der postmoderne Kontext der Literatur, die Funktion der Nebenfiguren sowie die Auseinandersetzung mit der Tradition des Bildungsromans thematisiert.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Anonymität nicht nur ein isoliertes Thema des Romans ist, sondern als ein postmodernes Leitmotiv dient, das die Leere und Oberflächlichkeit der modernen Gesellschaft kritisch spiegelt.
Es erfolgt eine werkimmanente Analyse des Romans, ergänzt durch einen Vergleich mit dem Leben und Werk des Autors sowie durch die theoretische Einbettung in poststrukturalistische und postmoderne Literaturdiskurse.
Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Interpretation des Romans, eine psychologische und motivische Analyse des Hauptcharakters Grenouille und eine Untersuchung der Nebencharaktere als Typen ohne individuelle Identität.
Wichtige Begriffe sind Anonymität, Postmoderne, Identitätsverlust, Intertextualität, Gesellschaftskritik und die Figur des Grenouille als anti-soziales Genie.
Die Nebenfiguren werden nicht als Individuen, sondern als Schablonen oder soziale Typen gesehen, deren instrumentelle Nutzung durch Grenouille die beziehungslose, anonyme Welt des Romans verdeutlicht.
Das Ende, die kannibalische Zerstückelung Grenouilles, wird als konsequenter Abschluss des zirkulären Lebenslaufs eines substanzlosen Ichs und als parodistische Pointe der postmodernen Subjektauflösung gewertet.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

