Masterarbeit, 2013
80 Seiten, Note: 1,0
1. Flexion vs. Derivation
1.1. Distinktion
1.2. Wort vs. Wortform
1.3. Problemfall Komparativ
2. Prioritäten dieses Aufsatzes
3. Theoretische Grundlage
3.1. Grammatik
3.2. Bildung
3.3. Synthetisch vs. analytisch
3.4. Abgrenzungskriterien
4. Distribution von Morphemen
4.1. Morphemreihenfolge im Russischen
4.2. Morphemreihenfolge typologisch
5. Flexionseigenschaften und Komparativ
6. Verzeichnisse der Morphe
7. Semantik des Komparativs
8. Übliche Abgrenzungskriterien
9. Schlussfolgerung
Die vorliegende Arbeit untersucht das linguistische Dilemma der Einordnung des Komparativs im Russischen und Deutsch zwischen den morphologischen Kategorien Flexion und Derivation. Das zentrale Ziel ist es, unter Einbeziehung bestehender morphologischer Abgrenzungskriterien und kontrastiver Analysen zu klären, ob Komparativformen flexivisch oder derivationell gebildet werden, wobei auch die Rolle der Semantik kritisch hinterfragt wird.
1.1. Distinktion
Flexion vs. Derivation ist eine gut untersuchte sprachwissenschaftliche Unterscheidung. Das Wesentliche dieser Differenzierung ist sicherlich auch denjenigen bekannt, die sich mit Linguistik nicht sehr intensiv beschäftigen – bereits in der Schule müssen sich Kinder einprägen, die Lexik von der Grammatik zu unterscheiden, indem sie Wörter bilden und beugen, zunächst in ihrer Muttersprache, danach auch in einer Fremdsprache; dabei lernen sie einfache (meist lexikalische) bedeutungs- bzw. (meist grammatische) funktionstragende Elemente wie Suffix oder Endung und die grammatischen Kategorien wie Kasus oder Tempus der jeweiligen Sprache.
Flexion und Derivation sind unentbehrliche Bestandteile sprachwissenschaftlicher Erforschung der inneren Struktur von Wörtern. Bei der ersten Begegnung mit morphologischen Grundbegriffen werden Flexion und Derivation von Studenten der Sprachwissenschaft des Öfteren fälschlicherweise als eine Art Dichotomie innerhalb der Morphologie wahrgenommen, als zwei Hauptbereiche der Morphologie (Morphologie = Flexion und Derivation), denn unser Gehirn stellt gerne neben dem lateinischen Begriff Flexion (lat. flectere: beugen, biegen) einen anderen lateinischen Ausdruck Derivation (lat. derivatio: Ableitung). In Wirklichkeit ist die Zweiteilung dieses zunächst scheinbar komplementären Begriffspaares divergent: Der lateinischen Flexion steht nach heutigem Verständnis, vor allem in strukturalistisch geprägten Philologien wie etwa in der Russistik, das deutsche Pendant Wortbildung gegenüber (Morphologie = Flexion und Wortbildung), denn die Derivation stellt neben der Komposition, Konversion, Kurzwortbildung, Reduplikation usw. nur eine von mehreren Arten der Wortbildung dar; ein Verwechslungsanliegen, das die mit der russischen morphologischen Terminologie vertrauten Studenten nicht haben sollten – in der Russistik sowie den Terminologien anderer ostslavischer Sprachen wird die Flexion als Wortformenbildungsprozess meist durch den russischen bzw. slavischen Begriff ‘Wortveränderung‘ repräsentiert (Slovoizmenenie (cловоизменeние [Ru]), Slovozmina (cловозміна [Ua]), Slovaz’mena (cловазьмена [By])).
1. Flexion vs. Derivation: Einführung in die grundlegende Unterscheidung zwischen Flexion und Derivation sowie Erörterung der terminologischen Abgrenzungen in der Linguistik.
2. Prioritäten dieses Aufsatzes: Darstellung der Forschungsfrage und der methodischen Vorgehensweise, ohne den Anspruch, neue Kriterien zu erfinden.
3. Theoretische Grundlage: Erläuterung morphologischer Kernbegriffe, Steigerungsstufen und der formalen Unterschiede zwischen synthetischen und analytischen Bildungen.
4. Distribution von Morphemen: Untersuchung der Reihenfolge von Morphemen und deren Relevanz für die Einordnung als Flexion oder Derivation.
5. Flexionseigenschaften und Komparativ: Analyse von Flexionseigenschaften im Vergleich zu derivationellen Merkmalen anhand von Beispielen der russischen Sprache.
6. Verzeichnisse der Morphe: Diskussion der Morphem-Inventare in der russischen Akademiegrammatik und deren Klassifizierung.
7. Semantik des Komparativs: Untersuchung der semantischen Kriterien und der Frage, ob der Komparativ die Bedeutung seiner Grundform verändert.
8. Übliche Abgrenzungskriterien: Kritische Evaluierung weiterer linguistischer Abgrenzungskriterien, wie Syntax und Wortartwechsel.
9. Schlussfolgerung: Zusammenfassung der Ergebnisse und Vorschlag zur Einführung des Begriffs der semantischen Defektivität.
Flexion, Derivation, Morphologie, Komparativ, Russisch, Deutsch, Wortbildung, Wortveränderung, Morphem, Steigerung, Semantik, Syntax, Defektivität, Absolutadjektive, Sprachwissenschaft.
Die Arbeit untersucht das morphologische Dilemma der Zuordnung des Komparativs im Russischen und Deutschen zur Flexion oder Derivation.
Die zentralen Themen sind morphologische Theoriebildung, Morphem-Distribution, semantische Kriterien bei der Steigerung und kontrastive Sprachbetrachtung.
Ziel ist es zu klären, ob Komparativformen des Russischen flexivisch oder derivationell gebildet werden, basierend auf vorhandenen linguistischen Abgrenzungskriterien.
Es wird eine kontrastive Analyse angewandt, die auf bestehenden theoretischen Modellen der Morphologie von Linguisten wie Booij, Haspelmath und Wurzel aufbaut.
Der Hauptteil behandelt theoretische Grundlagen, die Verteilung von Morphemen, die Semantik von Komparativen und eine kritische Auseinandersetzung mit syntaktischen Abgrenzungskriterien.
Flexion, Derivation, Morphologie, Komparativ, Wortveränderung und semantische Defektivität.
Der Autor führt diesen Begriff ein, um Fälle zu erklären, in denen bestimmte Wortformen (wie Steigerungsstufen bei Absolutadjektiven) aus semantischen Gründen nicht gebildet werden, obwohl die morphologische Struktur dies zulassen würde.
Der Autor argumentiert, dass Semantik nicht als Hauptargument gegen die Flexivität des Komparativs herangezogen werden sollte, da ein morphologisches Wort seine Flexionseigenschaften nicht durch kontextuelle semantische Nuancen verliert.
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