Bachelorarbeit, 2013
34 Seiten, Note: 1.7
1 Einleitung
2 Organisationale Pfadabhängigkeit
2.1 Stand der Forschung zur Pfadabhängigkeit
2.2 Positive Rückkopplungen als Ursache für Pfadabhängigkeit bei Institutionen
2.2.1 Koordinationseffekte.
2.2.2 Komplementäreffekte.
2.2.3 Investitionseffekte.
2.2.4 Machteffekte.
2.2.5 Lerneffekte.
3 Organisationale Lerntheorie
3.1 Individuelles Lernen
3.1.1 Konstruktivistische Lerntheorie.
3.1.2 Kognitivistische Lerntheorie.
3.1.3 Behavioristische Lerntheorie.
3.1.4 Theorie des sozialen Lernens.
3.2 Organisationales Lernen
3.2.1 Implizites und explizites Wissen.
3.2.2 Lerntypen.
4 Die Gefahr pfadabhängiger Prozesse im organisationalen Lernprozess
4.1 Das 4I-Rahmenmodell
4.1.1 Intuition.
4.1.2 Interpretation.
4.1.3 Integration.
4.1.4 Institutionalisierung.
4.1.5 Bewertung des 4I-Rahmenmodells.
4.2 Lernbarrieren und dessen Einfluss auf die Entstehung pfadabhängiger Lernprozesse
4.2.1 Persönliche Barrieren.
4.2.2 Organisationsstrukturelle Barrieren.
4.2.3 Barrieren der gesellschaftlichen Umwelt.
5 Fazit
Ziel der Arbeit ist die Analyse des organisationalen Lernprozesses, um die Ursachen für die Entstehung von Lerneffekten zu verstehen, die als Veränderungsresistenzen wirken und zu Pfadabhängigkeiten führen können. Dabei wird untersucht, wie mentale Modelle auf individueller Ebene entstehen und wie diese in einem organisationalen Kontext zu kollektiven Modellen transformiert werden.
2.2.5 Lerneffekte.
Nachdem wir uns nun mit vier der erwähnten fünf positiven Rückkopplungen auseinander gesetzt haben, kommen wir jetzt zu dem relevantesten Aspekt unter diesen fünf Mechanismen: den Lerneffekten. Die Lerneffekte werden ab diesem Teil der Arbeit spezieller, detaillierter und in stringenter Weise analysiert. In abstrahierter Art und Weise spricht man, in Anlehnung an die Pfadabhängigkeit, von Lerneffekten, wenn sich auf Basis kognitiver Prozesse Handlungsregeln entwickeln, die in bestimmten Situationen und Zusammenhängen stark präferiert werden. Diese Handlungsregeln basieren auf dem Gebrauch von mentalen Modellen (Ackermann, 2001, S.137). Senge (1996, S.213ff) beschreibt das Konzept der mentalen Modelle als eine in uns tiefsitzende Vorstellung darüber, wie die Welt funktioniert, was wiederum unser Tun und unsere Wahrnehmung stark beeinflusst. Dies unterstützt Kim in seiner Aussage „the concept of mental models differs from the traditional notion of memory as static storage because mental models play an active role in what an individual sees and does” (Kim, 1993, S. 39). Abstrahiert betrachtet, stellen mentale Modelle Regelwerke oder Routinen dar, um Lösungen bestimmten Problemen zuzuordnen (Holland et al, 1986, S.12).Diese Modelle entstammen selbstverständlich nicht aus dem Nichts, sondern sind das Ergebnis von Lernprozessen, die sich in der Vergangenheit abgespielt haben. Das „Lernen [erfolgt] also immer auf der Grundlage des bereits Gelernten“(Ackermann, 2001, S.146). Im Laufe unserer kognitiven Entwicklung entwickeln sich mentale Modelle, um unsere Wahrnehmung zu ordnen und die Erinnerung verfügbar zu machen. Mentale Modelle drücken sich im Wesentlichen als Erwartungen bezüglich der Umwelt aus (Mantzavinos et al, 2004, S.76). Die Umwelt wird konkludent, wodurch Menschen eine Sicherheit dieser gegenüber verspüren.
1 Einleitung: Die Arbeit befasst sich mit den negativen Folgen von Lernversagen in Organisationen und dem Austauschprozess zwischen Individuum und Organisation im Hinblick auf Veränderungsresistenzen.
2 Organisationale Pfadabhängigkeit: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Pfadabhängigkeit, deren Eigenschaften sowie die selbstverstärkenden Mechanismen, die zu einem ineffizienten Lock-In führen können, erläutert.
3 Organisationale Lerntheorie: Dieses Kapitel behandelt die verschiedenen Strömungen der individuellen Lerntheorien und leitet zum Verständnis über, wie individuelles Wissen in Organisationen transformiert wird.
4 Die Gefahr pfadabhängiger Prozesse im organisationalen Lernprozess: Aufbauend auf dem 4I-Rahmenmodell werden die Wissensübertragungsprozesse und die Rolle von Lernbarrieren bei der Entstehung pfadabhängiger Strukturen analysiert.
5 Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse über die Ursachen von Lerneffekten und die Rolle mentaler Modelle im organisationalen Kontext zusammen.
Organisationale Pfadabhängigkeit, organisationales Lernen, Lerneffekte, mentale Modelle, 4I-Rahmenmodell, Veränderungsresistenz, positive Rückkopplung, Wissenstransfer, Lernbarrieren, kognitive Strukturen, Lock-In, Prozesslernen, Anpassungslernen, Veränderungslernen, Sozialkonstruktivismus.
Die Arbeit analysiert die Entstehung von Veränderungsresistenzen in Organisationen durch die Brille der organisationalen Pfadabhängigkeit und des organisationalen Lernens.
Zentrale Themenfelder sind die Mechanismen der Pfadabhängigkeit, kognitive mentale Modelle von Individuen sowie der Prozess des Wissenstransfers innerhalb einer Organisation.
Das Ziel ist es, den organisationalen Lernprozess zu analysieren, um zu verstehen, wie pfadabhängige mentale Modelle in einem Kollektiv entstehen und warum Lernbarrieren die Inflexibilität fördern.
Es handelt sich um eine theoretisch-konzeptionelle Arbeit, die existierende Theorien, insbesondere zum organisationalen Lernen und zur Pfadabhängigkeit, zusammenführt und analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Pfadabhängigkeit, die Darstellung individueller und organisationaler Lerntheorien sowie die Anwendung des 4I-Rahmenmodells zur Identifikation von Lernbarrieren.
Die zentralen Schlagworte sind Organisationale Pfadabhängigkeit, Lerneffekte, Mentale Modelle, 4I-Rahmenmodell und Lernbarrieren.
Lerneffekte fungieren als selbstverstärkende Mechanismen, die dazu führen, dass Individuen auf Basis vergangener Erfahrungen starre mentale Modelle entwickeln, welche die Anpassungsfähigkeit der Organisation einschränken.
Das Modell beschreibt in den vier Phasen Intuition, Interpretation, Integration und Institutionalisierung, wie Wissen vom Individuum über die Gruppenebene in die Organisation übertragen und dort verankert wird.
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