Bachelorarbeit, 2013
48 Seiten, Note: 1,9
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau und Struktur
2 Medizintourismus als ein stark wachsender Markt
2.1 Ursachen für den Medizintourismus in Deutschland
2.2 Ausländische Patienten als lukratives Geschäft
2.2.1 Ökonomische und medizinische Vorteile für Krankenhäuser
2.2.2 Vorteile für touristische Leistungsträger
3 Russland als Quellmarkt
3.1 Zustand des Gesundheitssystems in Russland
3.2 Besonderheiten von russischen Patienten
4 Kommunikationswege zur Vermarktung der Gesundheitsregion Bodensee in Russland
4.1 Internet
4.2 Patientenvermittler
4.3 Netzwerke zur Vermarktung
4.4 Teilnahme an Messen
5 Touristisches Potenzial am Bodensee
5.1 Medizintouristisches Potenzial am Bodensee
5.2 Touristische Leistungsträger als Kooperationspartner bei der Vermarktung
5.2.1 Synergieeffekte für die touristischen Leistungsträger
6 Entwicklung einer zielgruppenspezifischen Strategie zur Einwerbung von Medizintouristen aus Russland am Bodensee
6.1 Einzelschritte zur Erarbeitung einer Strategie zur Einwerbung von Medizintouristen
6.1.1 Unternehmenssituation
6.1.2 Unternehmensziele
6.1.3 SWOT-Analyse
6.1.4 Zielgruppenauswahl
6.1.5 Marktsituationsanalyse
6.1.6 Gruppenspezifische Servicekette
6.1.7 Patientenakquisition
6.1.8 Erfolgskontrolle
6.2 Ausblick
6.3 Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht das Potenzial für den Medizintourismus in der Bodenseeregion mit einem spezifischen Fokus auf Patienten aus Russland. Das Hauptziel ist die Erarbeitung einer strategischen Einwerbungsstrategie, um die medizinischen Einrichtungen der Region besser international zu positionieren und die bisher fehlende Vernetzung zwischen Gesundheits- und Tourismussektor zu überbrücken.
3.2 Besonderheiten von russischen Patienten
Zurzeit ist Russland einer der attraktivsten Quellmärkte für deutsche Kliniken. Der Wohlstand steigt jedes Jahr weiter, wodurch eine Bevölkerungsgruppe zwecks Behandlung ins Ausland gehen kann. Für Russen ist Deutschland ein Land mit hoher Lebensqualität und hohen medizinischen Standards. Besonders nachgefragt werden medizinische Leistungen aus den Bereichen Orthopädie, Wirbelsäulenchirurgie, Neurologie, Onkologie sowie Herzchirurgie. „Verstärkt nachgefragt werden auch plastisch-chirurgische und zahnmedizinische Leistungen oder Rehabilitation nach medizinische Eingriffen“ (Juszczak; Nörthen, 2006, S. 1358). Gemäß der Stimme Russlands (vgl. Ustjushanin, http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/4003214/94161581.html, Stand 5.01.2013) kommen noch Gynäkologie und Geburtshilfe hinzu.
Entsprechend der Angaben der Expertin Nadezhda Manshina betrug der Zahl von Medizin- und Gesundheitstouristen aus Russland im Jahr 2010 ungefähr 28.500 (vgl. Manshina, http://www.slideshare.net/NadezhdaManshina, Stand 27.12.2012). Die meistbesuchten Länder sind Deutschland, Tschechien, Frankreich, Spanien, Ungarn, Israel, die Schweiz, die USA und in den letzten Jahren auch China. Israel und Deutschland werden als beliebteste Destinationen genannt, mit einem Anteil von 45% bzw. 20%. Die Patienten meinen, dass in diesen Ländern ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis herrscht. Außerdem sollte man die Tatsache berücksichtigen, dass dort „zahlreiche russischsprachige Fachleute“ leben (vgl. Ustjushanin, http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/4003214/94161581.html, Stand 05.01.2013).
Um die Patienten der aus Russische Föderation noch mehr anzulocken, sollten die Kliniken die interkulturellen und religiösen Unterschiede berücksichtigen und vor allem die Sprachbarrieren bewältigen. Braun und Heuser (2004, in Braun, 2004, S. 13) akzentuieren, dass der wesentliche Wettbewerbsfaktor auf dem internationalen Gesundheitsmarkt „die explizite Orientierung an den Bedürfnissen ausländischer Patienten“ ist.
Aksamitowski (2009, in Juszczak, Ebel, 2009, S. 60) behauptet, dass die Patienten aus den GUS-Ländern den Deutsche „mentalitätsmäßig deutlich näher [sind] als z.B. Patienten aus den arabischen Ländern“. Er meint auch, dass viele Patienten wollen, dass Behandlung und Organisation von „in Deutschland lebenden Landsleuten übernommen werden“, weil diese die Mentalität der Patienten besser verstehen.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Medizintourismus ein, definiert zentrale Begriffe und erläutert die Problemstellung sowie die Forschungsfragen der Arbeit.
2 Medizintourismus als ein stark wachsender Markt: Hier werden die Ursachen für Medizintourismus beleuchtet und die ökonomischen sowie medizinischen Vorteile für Kliniken und touristische Partner dargelegt.
3 Russland als Quellmarkt: Dieses Kapitel analysiert das Gesundheitssystem und die spezifischen kulturellen sowie demografischen Besonderheiten russischer Patienten als Zielgruppe.
4 Kommunikationswege zur Vermarktung der Gesundheitsregion Bodensee in Russland: Der Abschnitt bewertet verschiedene Marketinginstrumente wie Internet, Vermittler und Messen zur Ansprache ausländischer Patienten.
5 Touristisches Potenzial am Bodensee: Das Kapitel beschreibt das touristische Angebot der Region und untersucht Möglichkeiten zur Kooperation zwischen Gesundheits- und Tourismusakteuren.
6 Entwicklung einer zielgruppenspezifischen Strategie zur Einwerbung von Medizintouristen aus Russland am Bodensee: Das Kernstück der Arbeit erläutert in Einzelschritten – von der Unternehmensanalyse bis zur Erfolgskontrolle – die praktische Strategieentwicklung für Kliniken.
Medizintourismus, Bodenseeregion, Russland, Patientenakquisition, Gesundheitswirtschaft, Tourismusmarketing, Strategieentwicklung, Servicekette, Krankenhausmanagement, Auslandspatienten, Kooperationskultur, Patientenvermittler, Standortmarketing, SWOT-Analyse, Versorgungsqualität.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung einer strategischen Grundlage für Kliniken in der Bodenseeregion, um ausländische Patienten, speziell aus Russland, für medizinische Behandlungen zu gewinnen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse des Medizintourismus, der Vermarktung medizinischer Dienstleistungen, der interkulturellen Kommunikation und dem Aufbau regionaler Kooperationsnetzwerke zwischen Tourismus und Gesundheitswirtschaft.
Das Ziel ist es, eine Strategie zur Einwerbung von Medizintouristen aus Russland zu entwickeln, um das Potenzial der Bodenseeregion besser zu nutzen und die Kommunikation zwischen den Sektoren zu professionalisieren.
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Inhaltsanalyse von Sekundärliteratur, statistischen Daten und einer Auswertung von Internetquellen, da eine direkte Primärforschung durch mangelnde Beteiligung der Kliniken nicht realisierbar war.
Der Hauptteil gliedert sich in die Marktanalyse, die Identifikation von Zielgruppen, die Bewertung von Kommunikationswegen sowie die konkrete Ausarbeitung einer gruppenspezifischen Servicekette.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Medizintourismus, Bodenseeregion, Patientenakquisition, Russland als Quellmarkt und Strategieentwicklung.
Die Arbeit hebt die hohe Bedeutung von Vertrauen, die Notwendigkeit von russischsprachigem Personal, die Rolle der Religion und die Wahrnehmung deutscher Medizin als Statussymbol hervor.
Das Internet ist für die direkte Ansprache zahlungskräftiger russischer Patienten essenziell, doch viele Kliniken scheitern derzeit an fehlenden fremdsprachigen Webauftritten oder einer mangelhaften Suchmaschinenoptimierung.
Sie sind wichtige Kooperationspartner, da sie infrastrukturelle Dienstleistungen (Unterkunft, Betreuung, Freizeit) anbieten, welche über die reine medizinische Behandlung hinausgehen und somit das Gesamtangebot für internationale Patienten abrunden.
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