Bachelorarbeit, 2016
48 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
2. Der aktuelle Forschungsstand
3. Das Chronicon des Thietmar von Merseburg
3.1 Der Chronist
3.2 Die Chronik
4. Die Beziehung der Slawen zu den Ottonen
4.1 Thietmars Beziehung zu den Slawen
4.1.1. Thietmar als Adliger Sachsens
4.1.2. Thietmar als Reichsbischof Merseburgs
4.2 Thietmar im Vergleich mit Widukind
5. Schluss und Fazit
8. Anhang
8.1. Karte I
Die vorliegende Arbeit untersucht das Geschichtswerk des Bischofs Thietmar von Merseburg, um zu klären, ob seine Sicht auf die slawischen Nachbarn im Frühmittelalter von einer grundlegend positiven oder negativen Haltung geprägt ist.
Thietmar als Adliger Sachsens
Thietmars Chronik beginnt mit der Übernahme des ostfränkischen Königtums durch Heinrich I. im Jahr 919 n. Chr. Nach dem Bericht über dessen Aufstieg zur Macht folgen umgehend die militärischen Feldzüge desselbigen gegen die slawischen Nachbarn. Doch diese stellten nicht die erste militärische Begegnung mit den Slawen dar. Bereits zur Regierungszeit Karls des Großen 789 n. Chr. wurden einige direkte, slawische Nachbarn des Frankenreiches tributpflichtig. Zum Schutz des fränkischen Sachsens gründete Karl die Sorbische Mark und schuf so das Vorbild für spätere Markenbildungen im Osten.
Für die Slawen waren die Ungarn natürliche Verbündete gegen das ottonische Reich. Dies zeigte sich daran, dass die Ungarn von den Slawen gegen Heinrich I. zu Hilfe gerufen wurden und auf ihren Beutezügen unbeschadet durch slawisches Gebiet ziehen durften. Diese anti-fränkische Haltung der Slawen wird nicht zum Wohlwollen Thietmars ihnen gegenüber beigetragen haben. Denn die wiederkehrenden Einfälle der Ungarn und die damit verbundene Verwüstung des Reichsgebietes bedrohten aus seiner Sicht den Machtanspruch des sächsischen Herrscherhauses. Dies muss ihn persönlich tangiert haben, da er ein adliges Gemeinschaftsempfinden aufwies, welches sich unter anderem dadurch auszeichnete, dass er den Schaden, welcher dem ottonischen Reich zugefügt wurde, als Schaden an seiner eigenen Person ansah.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Beziehung zwischen Ottonen und Slawen sowie Darlegung der Forschungsfragen und methodischen Vorgehensweise.
2. Der aktuelle Forschungsstand: Überblick über die bisherige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Thietmars Chronicon und die Bedeutung des Werkes für die Mediävistik.
3. Das Chronicon des Thietmar von Merseburg: Porträt des Chronisten als Person und Analyse der Entstehungsgeschichte sowie der inhaltlichen Struktur seines Geschichtswerkes.
4. Die Beziehung der Slawen zu den Ottonen: Zentrale Untersuchung von Thietmars Sicht auf die Slawen, differenziert nach seiner Rolle als Adliger und Bischof, ergänzt durch einen Vergleich mit der Darstellung des Widukind von Corvey.
5. Schluss und Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die Thietmars Sichtweise als einseitig negativ und parteiisch einstuft.
8. Anhang: Bereitstellung ergänzenden Kartenmaterials zur geografischen Einordnung der Konfliktregionen.
Thietmar von Merseburg, Chronicon, Ottonen, Slawen, Frühmittelalter, Sachsen, Reichsbischof, Widukind von Corvey, Westslawen, Boleslaw Chrobry, Missionsgeschichte, politische Historiografie, Markenpolitik, Identität, Christentum.
Die Arbeit analysiert die Einstellung des Bischofs Thietmar von Merseburg gegenüber den slawischen Nachbarn des ottonischen Reiches, wie sie in seiner Chronik zum Ausdruck kommt.
Thematisiert werden das Verhältnis von ottonischer Herrschaft und Slawen, die Bedeutung der adligen Herkunft Thietmars sowie der Einfluss seines Amtes als Reichsbischof auf sein Geschichtsbild.
Ziel ist es, herauszufinden, ob Thietmars Sicht auf die Slawen eher positiv oder negativ geprägt ist und welche Faktoren – wie etwa seine christliche Erziehung oder sein sächsisches Adelsverständnis – diese Sicht beeinflussten.
Es erfolgt eine kritische Quellenanalyse von Thietmars "Chronicon" im Vergleich mit anderen zeitgenössischen Texten wie der "Sachsengeschichte" des Widukind von Corvey.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Thietmars Selbstverständnis als Adliger und Kleriker sowie in einen Vergleich seiner Darstellung mit der Sichtweise seines Vorgängers Widukind auf die Auseinandersetzungen mit den Slawen.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Thietmar von Merseburg, Ottonen, Slawen, Frühmittelalter, Markenpolitik und Historiografie.
Als Abkömmling des sächsischen Adels betrachtete Thietmar das ottonische Reich als seine "Eigen-Gruppe" und sah Slawen primär als Untertanen oder äußere Feinde, die eine Gefahr für die sächsische Machtstellung darstellten.
Er interpretiert diese Aufstände als Rebellion gegen die gottgegebene Ordnung, nutzt aber gleichzeitig eine rationale adlige Argumentation, um die Konflikte im Kontext der ottonischen Machtpolitik zu erklären.
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