Bachelorarbeit, 2015
47 Seiten, Note: 1,3
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Einleitung
1. Der philosophiehistorische Hintergrund
1.1 Die psychologistische Logik Benno Erdmanns
1.2 Der Logizismus Freges
1.3 Russell über Wahrheit und die Kritik an Frege
2. Philosophie der Logik, Sprache und Psychologie im Tractatus
2.1 Logik
2.2 Philosophie und Sprache
2.3 Psychologie
3. Die spätere Kritik am Tractatus
3.1 ,,Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache"
3.2 Kriterien des Regelfolgens
3.3 Wahrheit
4. Die Philosophie der Psychologie im Spätwerk – Wittgenstein über die sinnvolle Rede der eigenen mentalen Zustände
4.1 Solipsismus und Privatsprache
4.2 Das Problem des Käfers in der Schachtel – Die Kritik am privilegierten Zugang
4.3 Die Grammatik des Schmerzes
5. Die Philosophie der Psychologie im Spätwerk – Die Beziehung zwischen Innerem und Äußerem
5.1 Intentionalität
5.2 Seele
5.3 Fremdpsychisches
Schluss
Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern Wittgensteins Philosophie der Psychologie ein sinnvolles Sprechen über mentale Zustände – sowohl eigene als auch fremde – ermöglicht. Ziel ist es, Wittgensteins Beitrag zu den notwendigen Bedingungen für ein solches Sprechen herauszuarbeiten, indem sowohl das Frühwerk (Tractatus) als auch die Kritik im Spätwerk (Philosophische Untersuchungen) analysiert werden.
Die Grammatik des Schmerzes
Wie können wir nun auf sinnvolle Weise von inneren mentalen Zuständen sprechen? Wie kommt es, dass wir mit dem Ausdruck ,,Schmerzen" etwas anfangen können. Oder präziser: Wie ist das Verhältnis von Bedeutung als Gebrauch und der Selbstkonstitution der Regeln für die Anwendung von Ausdrücken und der Benennung eines inneren mentalen Zustands wie Schmerzen zu bestimmen, d .h. wie lernen wir den Ausdruck Schmerzen sinnvoll zu verwenden?
In Paragraph 244 der Philosophischen Untersuchungen fragt Wittgenstein:
,,244. Wie beziehen sich Wörter auf Empfindungen? [...] [W]ie wird die Verbindung des Namens mit dem Benannten hergestellt? [...] [W]ie lernt ein Mensch die Bedeutung der Namen von Empfindungen? Z. B. des Wortes ,Schmerz'. Dies ist eine Möglichkeit: Es werden Worte mit dem ursprünglichen, natürlichen, Ausdruck der Empfindung verbunden und an dessen Stelle gesetzt. Ein Kind hat sich verletzt, es schreit; und nun sprechen ihm die Erwachsenen zu und bringen ihm Ausrufe und später Sätze bei. Sie lehren das Kind ein neues Schmerzbenehmen.
,So sagst du also, daß das Wort ,Schmerz' eigentlich das Schreien bedeute?' - Im Gegenteil; der Wortausdruck des Schmerzes ersetzt das Schreien und beschreibt es nicht."
1. Der philosophiehistorische Hintergrund: Einführung in die Psychologismus-Logizismus-Debatte zwischen Erdmann, Frege und Russell zur Einordnung des Tractatus.
2. Philosophie der Logik, Sprache und Psychologie im Tractatus: Analyse der strengen Logikkonzeption Wittgensteins und seiner Sicht auf die Sprachkritik im Frühwerk.
3. Die spätere Kritik am Tractatus: Untersuchung der Wende Wittgensteins hin zu einer Gebrauchstheorie der Bedeutung und der Problematik des Regelfolgens.
4. Die Philosophie der Psychologie im Spätwerk – Wittgenstein über die sinnvolle Rede der eigenen mentalen Zustände: Beleuchtung der Kritik am Solipsismus, der Privatsprache und dem privilegierten Zugang zum eigenen Mentalen.
5. Die Philosophie der Psychologie im Spätwerk – Die Beziehung zwischen Innerem und Äußerem: Untersuchung der Intentionalität, des Begriffs der Seele und der Bedingungen für das Verständnis des Fremdpsychischen.
Wittgenstein, Sprachphilosophie, Philosophie der Psychologie, Tractatus, Philosophische Untersuchungen, Logik, Psychologismus, Bedeutung, Gebrauchstheorie, Regelfolgen, Solipsismus, Privatsprache, Intentionalität, Fremdpsychisches, Mentale Zustände
Die Arbeit analysiert Wittgensteins Ansatz, die Bedingungen für ein sinnvolles Sprechen über mentale Zustände innerhalb seiner Sprachphilosophie zu klären.
Die Arbeit umfasst die Entwicklung von der Logik-Konzeption des Tractatus bis hin zur späten Sprachkritik sowie die Analyse von Begriffen wie Seele, Schmerz und Intentionalität.
Ziel ist es, Wittgensteins Beitrag zur Frage zu evaluieren, ob und wie wir sinnvoll über eigene und fremde mentale Zustände sprechen können.
Es handelt sich um eine interpretative Ausarbeitung und Rekonstruktion auf Basis der Primärtexte von Wittgenstein und zentraler Sekundärliteratur zur Wittgensteinforschung.
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Einordnung, die Kritik am Tractatus-Frühwerk und die tiefgehende Analyse der späten Philosophie der Psychologie, insbesondere hinsichtlich des Regelfolgens und des Fremdpsychischen.
Die Arbeit dreht sich primär um die Begriffe Sprachspiel, Bedeutung als Gebrauch, Regelfolgen, Privatsprache und die Grammatik psychologischer Ausdrücke.
Der Solipsismus dient Wittgenstein als Ausgangspunkt oder versuchsweise eingenommene Position, um aufzuzeigen, dass eine rein private Sprache logisch unmöglich ist.
Wittgenstein verdeutlicht damit, dass der Begriff „Schmerz“ nicht durch eine innere Beobachtung, sondern durch soziale Interaktion und erlernte Ausdrucksweisen Bedeutung in unserem Sprachspiel erhält.
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