Bachelorarbeit, 2016
86 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
2 Armutsbegriffe
2.1 Armut in Deutschland
2.2 Armutsrisiko
2.3 Relative Armut
2.4 Absolute Armut
2.5 Der Lebenslagenansatz
2.6 Armutsmessung
3 Die Lebensphase späte Kindheit
3.1 Grundbedürfnisse von Kindern
3.2 Das Entwicklungsstadium der Grundschulkinder
4 Die Kinderarmut
4.1 Welche Ursachen kann Armut haben?
4.2 Auswirkungen für die Kinder und die Bedeutung für den Entwicklungsprozess
5 Wege aus der Kinderarmut
5.1 Mögliche Ressourcen der Kinder
5.2 Welche Möglichkeiten ergeben sich durch das Umfeld und die Politik?
5.3 Bedeutung der Sozialen Arbeit
6 Fazit
7 Anhang
7.1 Gesprächsleitfaden
7.2 Gesprächsprotokoll I
7.3 Gesprächsprotokoll II
8 Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von Kinderarmut auf die Freizeitgestaltung und die gesellschaftliche Teilhabe von Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen finanzieller Armut, mangelnden Möglichkeiten zur sinnvollen Freizeitgestaltung und der daraus resultierenden Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu analysieren.
4.2.1 Wie nehmen Kinder Armut wahr?
„,Dass alle genug zu essen haben, alle in Freiheit leben, alle in die Schule gehen können, keine Armut herrscht, dass es nicht so viele Reiche gibt, die nichts abgeben.‘ Junge, 11 Jahre“ (Zit. in Andresen, Schneekloth 2013, S. 78).
Kinder in der späten Kindheit haben vielleicht noch ein anderes Verständnis, als Jugendliche und Erwachsene. Das bedeutet aber nicht, dass sie Armut in ihrer oder bei anderen Familien nicht wahrnehmen. Sie tragen das Risiko und müssen ebenfalls täglich mit wenigen Ressourcen auskommen. Im Gegensatz dazu begegnen viele täglich Kindern in der Schule oder dem Hort, denen es finanziell besser geht. Durch den Vergleich ihrer materiellen Güter und Freizeitbeschäftigungen mit denen der wohlhabenderen, können betroffene Kinder Benachteiligung empfinden.
Gerade der Wunsch nach Konsumgütern ist bei Kindern ab dem Grundschulalter sehr ausgeprägt, da über den Besitz ein bestimmter Status demonstriert wird und Teilhabe gelingen kann. Kinder versuchen damit ihre Armut zu verdecken, Beachtung zu erlangen und Stigmatisierung zu verhindern. Gelingt ihnen das nicht und leiden sie unter eingeschränkter sozialer Integration in verschiedensten Netzwerken, kann sich kein optimales Selbstbewusstsein herausbilden (vgl. Laubstein, Holz, Seddig 2016, S. 48ff.) und die Teilhabechancen bleiben gering.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Kinderarmut in Deutschland ein, benennt die Relevanz des Themas für die kindliche Entwicklung und formuliert die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich der Auswirkungen auf die Freizeitgestaltung.
2 Armutsbegriffe: Dieses Kapitel definiert zentrale Armutsbegriffe wie relative und absolute Armut, erläutert das Konzept des Armutsrisikos sowie den Lebenslagenansatz und stellt Methoden der Armutsmessung vor.
3 Die Lebensphase späte Kindheit: Das Kapitel beleuchtet die Grundbedürfnisse von Kindern zwischen sechs und elf Jahren und beschreibt das Entwicklungsstadium der Grundschulkinder als entscheidende Phase für die Identitätsbildung und soziale Integration.
4 Die Kinderarmut: Hier werden Ursachen von Kinderarmut (z.B. soziale Status der Eltern) analysiert und deren tiefgreifende Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung, das psychische Wohlbefinden und die Teilhabechancen dargelegt.
5 Wege aus der Kinderarmut: Das Kapitel erörtert Schutzfaktoren und Bewältigungsstrategien von Kindern sowie politische und gesellschaftliche Interventionsmöglichkeiten, wobei die zentrale Bedeutung der Sozialen Arbeit hervorgehoben wird.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die eingangs gestellte Forschungsfrage und leitet Handlungsempfehlungen für Politik und Soziale Arbeit ab.
7 Anhang: Der Anhang enthält den Gesprächsleitfaden sowie die transkribierten Protokolle der durchgeführten Experteninterviews in Chemnitzer Horteinrichtungen.
8 Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten Quellen und Studien.
Kinderarmut, Freizeitgestaltung, späte Kindheit, soziale Teilhabe, Lebenslagenansatz, relative Armut, Armutsrisiko, Soziale Arbeit, Bildungsbenachteiligung, soziale Integration, World Vision Kinderstudie, materielle Deprivation, Entwicklungsaufgaben, Kindheit, Armutsprävention
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Kindern, die von Armut betroffen oder bedroht sind, und untersucht, wie sich diese Lebenslage auf ihre Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und ihre gesellschaftliche Teilhabe auswirkt.
Die Schwerpunkte liegen auf den verschiedenen Armutsdefinitionen, der kindlichen Entwicklung in der späten Kindheit, der Identifikation von Armutsfolgen und der Rolle von Bildungsangeboten sowie der Sozialen Arbeit bei der Armutsbekämpfung.
Die zentrale Forschungsfrage lautet: Bringt finanzielle Armut eine mangelnde sinnvolle Freizeitgestaltung und Teilhabe an der Gesellschaft bei Kindern im Alter von sechs bis elf Jahren mit sich?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer qualitativen Erhebung, die zwei geführte Gespräche in Horteinrichtungen in Chemnitz beinhaltet, um theoretische Erkenntnisse mit der Praxis abzugleichen.
Der Hauptteil analysiert die Ursachen von Kinderarmut, die Wahrnehmung der Armut durch Kinder selbst sowie die Auswirkungen auf den sozialen Alltag, die Teilhabe an Vereinen und die Nutzung elektronischer Medien.
Zentrale Begriffe sind Kinderarmut, Freizeitgestaltung, Lebenslagenansatz, Teilhabe, soziale Herkunft, Bildungsnähe und Soziale Arbeit.
Die Studie zeigt, dass das elterliche Interesse oft einen stärkeren Einfluss auf die Freizeitgestaltung hat als rein finanzielle Ressourcen; Eltern, die sich wenig mit ihren Kindern beschäftigen, neigen dazu, den Medienkonsum der Kinder als Entlastung zu fördern.
Da mit dem Grundschuleintritt ein großer Entwicklungsschritt erfolgt, in dem Kinder eigenständiger werden und stärker an gesellschaftlichen Strukturen teilnehmen, prägen Armutserfahrungen in diesem Zeitraum die zukünftigen Bildungschancen und die Persönlichkeitsentwicklung massiv.
Überraschenderweise verfügen auch viele Kinder aus ärmeren Familien über Smartphones oder Tablets, da diese für die Eltern zur „Ruhigstellung“ und Entlastung dienen, anstatt dass gezielte Bildungsangebote oder soziale Aktivitäten gefördert werden.
Der Hort fungiert als wichtige Kompensationsinstanz, die durch niederschwellige Angebote, Ausflüge und eine strukturierte Tagesgestaltung kindgerechte Freiräume schafft, die benachteiligten Kindern zu Hause oftmals verwehrt bleiben.
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