Bachelorarbeit, 2017
58 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Zum Thema
1.2. Motivation
1.3. Wichtigste Quellen
1.4. Aufbau der Arbeit
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Textlinguistik
2.2 Zur Definition von Text
2.3 Zur Definition von Satz
3. Forschungsgeschichte
3.1 Die Prager Schule
3.2 Die Funktionale Satzperspektive
3.3 Zum Thema: Thema – Rhema
3.4 J. FIRBAS – Kommunikative Dynamik
3.5 F. DANEŠ – Drei Ebenen der Syntax
4. Thematische Progressionen nach DANEŠ
4.1 Thema- und Rhema-Definition bei DANEŠ
4.2 Die Ergänzungsfrage
4.3 Arten von Aussagestrukturen
4.4 Fünf Arten der Progression
4.4.1 Die einfache lineare Progression
4.4.2 Die Progression mit durchlaufendem Thema
4.4.3 Die Progression mit abgeleitetem Thema
4.4.4 Die Progression mit gespaltetem Rhema
4.4.5 Die Progression mit einem thematischen Sprung
4.4.6 Problem bei der Identifikation der Progressionsform
4.4.7 Weitere Arten von Progressionen
5. Textanalyse
5.1. Besonderheiten der russischen Sprache
5.2. Fazit aus der Erstellung der Textanalyse
5.3. Vergleich der Progressionsnetze
6. Conclusio
6.1. Ausblick
7. Literaturverzeichnis
7.1. Primärliteratur
7.2. Sekundärliteratur
7.3. Weiterführende Literatur
8. Anhang
8.1. Beschreibung zur Grafischen Darstellung
8.2. Textanalyse der Ungewaschene
8.3. Textanalyse Неумойка
8.4. Der Ungewaschene
8.5. Неумойка
Die vorliegende Arbeit untersucht die praktische Anwendbarkeit des theoretischen Modells der thematischen Progression nach F. DANEŠ, indem sie das russische Volksmärchen Neumojka (der Ungewaschene) in seiner russischen Originalfassung sowie in einer deutschen Übersetzung kontrastiv analysiert und vergleicht.
Die Ergänzungsfrage
DANEŠ schlägt vor, sowohl das Thema als auch das Rhema eines Satzes mit der sogenannten Ergänzungsfrage zu ermitteln. Diese Ergänzungsfragen erachtet er als „objektive Kriterien für das Bestimmen des Themas (und des Rhemas)“ (DANEŠ 1970, 73; 1974, 114f.). Dabei werden sowohl das Thema als auch das Rhema mittels der üblichen „W-Fragen“ eruiert, wodurch alle möglichen Strukturen der Funktionalen Satzperspektive identifiziert werden können.
„Es zeigt sich, dass zu einer jeden Aussage eine Ergänzungsfrage existiert, die (mit ihrem Fragewort) gerade nach dem Rhema der Aussage fragt. Es ist gerade das Rhema, was die “Ergänzung“ der betreffenden Frage bildet“ (DANEŠ 1970, 73). DANEŠ selbst führt dafür ein Beispiel an:
„Er bekam das Buch von einem Kollegen – Von wem bekam er das Buch?: die Ergänzung von einem Kollegen bildet das Rhema, und der Rest der Aussage stellt das Thema dar. Im zweiten Beispiel Er bekam von dem Kollegen ein Buch heisst [sic!] die Frage Was bekam er von dem Kollegen? und als Rhema erweist sich der Ausdruck ein Buch (ebd.).
Daraus ergeben sich für die Anwendung auf die hier gewählten Textbeispiele jedoch einige offene Fragestellungen. Zum einen eröffnet sich anhand des ersten erwähnten Beispiels die Frage, warum primär nach dem Von wem? gefragt wird und nicht danach Was bekam er von seinem Kollegen?, denn in diesem Fall würde das Buch zur Ergänzung werden. Zum anderen behauptet DANEŠ, dass wenn von einem Kollegen die Ergänzung darstellt, der gesamte Rest der Aussage das Thema darstelle. Damit wäre also Er bekam das Buch das Thema des Satzes und die erwähnte Ergänzung von seinem Kollegen das entsprechende Rhema. Es stellt sich allerdings die Frage, ob der Satz im Sinne DANEŠ‘ zwei Rhemata hätte, wenn im darauffolgenden Satz das Buch und im übernächsten der Kollege als Themata aufgegriffen werden würden. Es ist auffällig, dass DANEŠ auch im zweiten angeführten Beispiel mittels der Ergänzungsfrage nach dem letzten Satzglied des Satzes fragt und dieses somit als Rhema definiert.
1. Einleitung: Einführung in das Thema der thematischen Progression, Motivation für die Märchenanalyse und Überblick über die verwendeten Quellen.
2. Begriffsdefinitionen: Klärung der für die Arbeit zentralen Fachbegriffe wie Textlinguistik, Text und Satz innerhalb der Sprachwissenschaft.
3. Forschungsgeschichte: Darstellung der Entwicklung der Funktionalen Satzperspektive, beginnend bei der Prager Schule bis hin zu den Ansätzen von J. FIRBAS und F. DANEŠ.
4. Thematische Progressionen nach DANEŠ: Detaillierte theoretische Erläuterung der fünf Progressionsformen sowie der Definitionen von Thema und Rhema.
5. Textanalyse: Praktische Anwendung der Theorie auf zwei Märchenvarianten, Diskussion methodischer Probleme und Vergleich der resultierenden Progressionsnetze.
6. Conclusio: Zusammenfassende Einschätzung der Anwendbarkeit des Modells und Ausblick auf zukünftige Forschungsfragen zur maschinellen Übersetzung.
Thematische Progression, Funktionale Satzperspektive, F. DANEŠ, Textlinguistik, Prager Schule, Thema, Rhema, Textkohärenz, Ergänzungsfrage, Märchenanalyse, Sprachvergleich, Kommunikative Dynamik, Textstruktur, Russisch, Deutsch
Die Arbeit beschäftigt sich mit der praktischen Anwendung des Modells der thematischen Progression nach F. DANEŠ auf Erzähltexte, konkret am Beispiel zweier Sprachvarianten eines russischen Volksmärchens.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Funktionalen Satzperspektive, die Identifikation von Thema und Rhema in Aussagen sowie die methodische grafische Darstellung dieser Strukturen in Form von Progressionsnetzen.
Das Ziel ist es zu untersuchen, wie sich die theoretischen Konzepte von DANEŠ auf ein Märchen anwenden lassen und ob dabei vergleichbare Progressionsnetze in der russischen Originalfassung und der deutschen Übersetzung entstehen.
Die Arbeit nutzt eine induktive Textanalyse, bei der Aussagen segmentiert und nach dem DANEŠ-Modell (thematische Progression) in Netze übersetzt werden, wobei die Ergänzungsfrage als methodisches Hilfsmittel zur Identifikation dient.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Forschungsgeschichte, eine detaillierte Darstellung der fünf Progressionsformen nach DANEŠ und die eigentliche praktische Textanalyse der Märchenvarianten.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie thematische Progression, Funktionale Satzperspektive, Thema, Rhema und Textlinguistik charakterisieren.
Die Wahl fiel auf Märchen, da diese aufgrund ihrer einfachen Struktur und häufigen Wiederholungen prädestiniert für eine Analyse von Thema-Rhema-Verbindungen erscheinen und sie zudem in verschiedenen Sprachen vorliegen.
Die größten Herausforderungen lagen in der uneindeutigen Segmentierung komplexer Sätze, der Problematik von direkter Rede und Begleitsätzen sowie der subjektiven Note bei der Identifikation von Thema und Rhema.
Es wird festgehalten, dass eine Anwendung des Modells grundsätzlich möglich ist, das Modell jedoch bei komplexen Texten wie Märchen an Grenzen stößt und präzisere Anleitungen zur Segmentierung fehlen.
Der Vergleich zeigt, dass trotz unterschiedlicher Satzstrukturen im Russischen und Deutschen ähnliche semantische „durchlaufende Themen“ identifiziert werden können, die den Kern des Märchens abbilden.
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