Masterarbeit, 2012
107 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Methodisches Vorgehen
1.3 Forschungsbericht
2 Definitionen und Historisches
2.1 Begriffserklärung: Dialekt – Umgangssprache – Standardsprache
2.2 Hochsprache und Dialekt – Ein historischer Überblick
2.2.1 Deutschland
2.2.2 Bayern
2.3 Verbreitungsgebiet
2.4 Der Dialekt in der Europäischen Ethnologie – Kulturraumforschung
2.4.1 Sprachatlasforschung
2.4.2 Sprachinselforschung
3 Heimat und Identität
3.1 Heimat – was ist das?
3.2 Heimat und Identität – Regionale Verwurzelung in Zeiten der Globalisierung
3.3 Die Sprache der Heimat – Identitätserzeugung und Ausgrenzung durch Dialekt
3.4 Zwischenfazit
4 Dialekt im Fokus der Bildung
4.1 „nachlässige, träge und denkfaule Leute“ – Pro und Contra bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts
4.2 Von der Defizit-Hypothese Bernsteins zur Sprachbarrierendiskussion
4.3 Gegenwärtiger Umgang mit Dialekt im Unterricht
4.4 Zwischenfazit
4.5 Eine aktuelle Debatte – „Hallo“ und „Tschüss“ in Niederbayern
5 Bairisch in den Medien
5.1 TV und Kino
5.2 Rundfunk
5.3 Werbung
5.4 Zeitung, Bücher und Facebook – geschriebenes Bairisch
5.5 Zwischenfazit
6 „Host mi?“ – Zur Wirkung des Dialekts
6.1 Exkurs Stereotype
6.2 Der typische Bayer – oder „Was vermittelt die Sprache?“
6.2.1 „In Bayern daheim…“
6.2.2 „… In der Welt zu Hause.“
6.3 Zwischenfazit
7 Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die kulturelle Relevanz des bairischen Dialekts innerhalb der Gesellschaft, wobei der Fokus auf dessen Rolle für Identität, Heimatgefühl und soziale In- oder Exklusion liegt. Dabei wird analysiert, wie der Dialekt im Bildungsbereich sowie in verschiedenen Medien wahrgenommen, bewertet und instrumentalisiert wird.
6.2.1 „In Bayern daheim…“
Zunächst steht der Bayer seinem Dialekt sehr positiv gegenüber, über 80% der Befragten gefällt die Mundart ihrer Region gut, 70% davon sogar sehr gut.
Passend dazu assoziieren die Altbayern überwiegend positive Attribute mit ihrem Dialekt, wobei die „Gemütlichkeit“ besonders oft genannt wird. Weitere häufige Nennungen sind „Offenheit“, „Geselligkeit“ und „Humor“. Als negative Eigenschaften werden im Freitext vor allem „stur“, „grantig“ und „eigen“ angegeben, wobei diese aber deutlich in der Minderheit sind. An ihrem Dialekt selbst schätzen die Bayern eine gewisse Direktheit und Herzlichkeit: Wenn ich mit jemandem rede, der Dialekt spricht (vor allem wenn es außerhalb der Heimat ist), fühle ich mich demjenigen gleich viel näher als jemandem, der nicht bairisch spricht.
Wenn man in Bayern wohnt und hier lebt ist Dialekt für mich Pflicht. Es erleichtet einen auf andere Menschen die hier leben zuzugehen. ich sehe oft das Leute die hochdeutsch sprechen nicht so herzlich empfangen werden die Dialektsprechende.
Im Dialekt kann ich Dinge oft klarer ausdrücken, zum Punkt kommen...so isses und ned anders!
1 Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die kulturelle Relevanz des bairischen Dialekts und beschreibt das methodische Vorgehen mittels Online-Fragebögen und Diskursanalyse.
2 Definitionen und Historisches: Dieses Kapitel erläutert sprachwissenschaftliche Fachbegriffe, gibt einen historischen Abriss über das Verhältnis von Dialekt und Standardsprache und definiert den Untersuchungsraum.
3 Heimat und Identität: Hier wird die emotionale und soziale Verbindung zwischen dem Heimatbegriff, der eigenen Identität und dem Dialekt als identitätsstiftendem Merkmal untersucht.
4 Dialekt im Fokus der Bildung: Das Kapitel beleuchtet den historischen und gegenwärtigen Umgang mit dem Dialekt im Schulunterricht sowie die Debatte um Dialekt als vermeintliche Sprachbarriere.
5 Bairisch in den Medien: Es wird analysiert, wie der Dialekt in TV, Film, Rundfunk, Werbung und digitalen Medien eingesetzt wird, um Authentizität zu vermitteln oder emotionale Nähe zu erzeugen.
6 „Host mi?“ – Zur Wirkung des Dialekts: Dieses Kapitel untersucht die Außenwirkung des Bairischen und die damit verbundenen Stereotype sowie die Selbstwahrnehmung der Dialektsprecher.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Diese abschließende Sektion fasst die Erkenntnisse über die enge Bindung der Dialektsprecher an das Bairische zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung im Spannungsfeld von Tradition und Globalisierung.
Bairisch, Dialekt, Heimat, Identität, Sprachsoziologie, Kulturraumforschung, Sprachbarriere, Bildungsdebatte, Medienanalyse, Stereotypen, Regionalstolz, Sprachwandel, Mundart, Diglossie, Soziolinguistik
Die Arbeit untersucht die kulturelle Bedeutung des bairischen Dialekts in der heutigen Gesellschaft und wie er als Medium für Identitätsstiftung und Heimatbezug fungiert.
Zentrale Felder sind die historische Entwicklung des Dialekts, seine Rolle im Bildungssystem, die Darstellung in den modernen Medien und die psychologische Wirkung durch Stereotypenbildung.
Das Ziel ist ein umfassendes Bild über die aktuelle Nutzung, Bewertung und Bedeutung des bairischen Dialekts innerhalb und außerhalb Bayerns zu zeichnen.
Neben einer Analyse wissenschaftlicher Lektüre und des öffentlichen Diskurses wurde eine eigene Online-Umfrage mit zwei Fragebogen-Versionen (intern für Altbayern, extern für alle anderen) durchgeführt.
Der Hauptteil analysiert den Dialekt in seiner historischen Einordnung, seine Bewertung im schulischen Kontext, seine Funktion in den Medien und seine Wirkung im Hinblick auf Stereotype.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Bairisch, Identität, Heimat, Sprachsoziologie, Bildungsdebatte und Stereotypen.
Dies dient meist der besseren überregionalen Verständlichkeit und dazu, bestimmte Produktionen einer breiteren Masse zugänglich zu machen, ohne dass Zuschauer durch zu starken Dialekt exkludiert werden.
Dialekt schafft ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und dient als "Eintrittskarte" in eine soziale Gruppe, kann aber bei Nichteinhaltung durch Fremde auch zu einer indirekten, segregierenden Exklusion führen.
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