Bachelorarbeit, 2015
42 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
1.1. Motivation und Hintergründe
1.2. Forschungsfrage und Zielsetzung
1.3 Methodologie
1.4 Aufbau der Arbeit
2. Begriffsbestimmungen
2.1. Delinquenz/ Jugenddelinquenz
2.2. Delinquenz in Abgrenzung zu Kriminalität
3. Erklärungsansätze für Delinquenz im Jugendalter
3.1. Familie als Sozialisationsinstanz
3.1.1. Sozialisation
3.1.2. Die soziale Kontrolle in der Familie
3.2. Elterliche Einstellungen und Erziehungshaltungen
3.3. Soziogenese und Biologische Prädispositionen
3.4. Gewaltausübung aus Sicht der Hirnforschung und der Neuropsychologie
4. Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse
5. Literaturreview
5.1. Vorgehensweise der Literaturrecherche
5.2 Beschreibung der Studien
5.3 Interpretation der Studien Gemeinsamkeiten der Studien und die Verbindung zur Theorie
6. Schlussfolgerung
Diese Bachelorarbeit untersucht die zentrale Fragestellung, welche Einflüsse die Familie auf die Entstehung von delinquentem Verhalten bei Jugendlichen hat. Dabei wird analysiert, wie familiäre Sozialisationsprozesse, elterliche Erziehungshaltungen und sozio-ökonomische Rahmenbedingungen das Risiko für dissoziales Verhalten prägen.
1.1. Motivation und Hintergründe
„Jedes Kind beginnt sein Leben als ein asoziales Wesen, in dem es darauf besteht, dass seine Wünsche erfüllt werden, ohne die Wünsche und Forderungen seiner Mitmenschen zu berücksichtigen. Dieses Verhalten wird für das junge Kind als normal angesehen, jedoch als asozial oder dissozial, wenn das Kind älter wird. Das Kind muss zu einem Zustand der prosozialen Anpassung erzogen werden; diese Aufgabe kann nur erfüllt werden, wenn die emotionale Entwicklung des Kindes normal verläuft.“ (Aichhorn 1930, zitiert nach Steinhausen; Bessler 2008, S. 13).
Dieses Zitat verdeutlicht, dass die gesellschaftliche Teilhabe, welche soziales Verhalten voraussetzt, durch den ‘normalen‘‚ Verlauf der sozial-emotionalen Entwicklung im Kindesalter gesichert werden kann. Bei der zwischenmenschlichen Interaktion tragen bestimmte Verhaltensmuster dazu bei, den Richtungsverlauf einer Verständigung zu bestimmen. Sprache allein reicht hierfür nicht aus. Hierbei ist der Erwerb sozialer Kompetenzen in der frühkindlichen Entwicklung ein wichtiger Teilprozess, wodurch die positive gesellschaftliche Teilhabe gesichert werden kann. Der Erwerb der emotionellen Regulationsfähigkeit sowie der Erwerb von prosozialen Verhaltens und der Fähigkeit zur Hemmung aggressiver Impulse sind unter anderem weitere wichtige Kompetenzen (vgl. Steinhausen, Bessler 2008, S.41), welche zwischenmenschliche Beziehungen in positivem Sinne aufrechterhalten.
Bei Menschen, die dissoziale Verhaltensweisen an den Tag legen, ist es wichtig, zu hinterfragen, welche zusammenwirkenden Faktoren zum Scheitern des sozialen Verhaltens führen. Verhaltensweisen, die von der Norm abweichen, können abhängig vom Schweregrad zu Straftaten führen, wenn sie einem Menschen oder einer bestimmten Gruppe von Menschen Schaden zufügen.
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Themenwahl und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Bedeutung der Familie für die Jugenddelinquenz.
2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel liefert eine fachwissenschaftliche Klärung der Begriffe Delinquenz und Jugenddelinquenz sowie deren Abgrenzung zur allgemeinen Kriminalität.
3. Erklärungsansätze für Delinquenz im Jugendalter: Es werden soziologische, psychologische und neuropsychologische Theorien untersucht, um die familiären und biologischen Ursachen delinquenten Verhaltens darzulegen.
4. Zusammenfassung der bisherigen Ergebnisse: Die theoretischen Erkenntnisse werden gebündelt und bilden die Basis für die anschließende empirische Untersuchung.
5. Literaturreview: Hier werden fünf internationale Studien qualitativ analysiert, um die theoretischen Hypothesen anhand praktischer Befunde zu prüfen.
6. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bestätigt den maßgeblichen Einfluss der familiären Sozialisation auf die Entwicklung von Jugenddelinquenz.
Jugenddelinquenz, Sozialisation, Familie, soziale Kontrolle, Erziehungshaltung, Dissoziales Verhalten, Delinquenz, Aggression, Jugendkriminalität, Prävention, Neuropsychologie, Soziogenese, Deprivation, Risikofaktoren, Eltern-Kind-Interaktion
Die Arbeit untersucht die Ursachen von delinquentem Verhalten bei Jugendlichen, wobei der Fokus gezielt auf dem Einflussfaktor Familie und deren Rolle bei der Entstehung von dissozialem Verhalten liegt.
Die Arbeit verbindet soziologische Sozialisationstheorien mit aktuellen psychologischen und neuropsychologischen Erkenntnissen über Gewalt und abweichendes Verhalten.
Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, welche spezifischen Einflüsse die Familie auf die Entstehung von delinquentem Verhalten bei Jugendlichen ausübt.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung in Verbindung mit einem Literaturreview, bei dem fünf internationale Studien qualitativ ausgewertet und interpretiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse der Sozialisationsinstanz Familie sowie einen empirischen Teil, in dem reale Befunde aus internationalen Studien verglichen werden.
Zentrale Begriffe sind Jugenddelinquenz, soziale Kontrolle, Erziehungshaltungen sowie biologische Prädispositionen in Verbindung mit dem familiären Umfeld.
Die Autorin stellt dar, dass elterliche Kontrolle eine zweischneidige Rolle einnimmt: Einerseits ist sie für die Normvermittlung notwendig, andererseits kann zu viel Kontrolle die Autonomie hemmen und als Stressfaktor wirken.
Die Arbeit beleuchtet, wie hirnphysiologische Defizite und genetische Veranlagungen das Handeln beeinflussen und inwiefern diese Faktoren die rechtliche Schuldfähigkeit bei Gewalttaten in Frage stellen.
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