Examensarbeit, 2007
118 Seiten, Note: 15,00
Einleitung
1. Konzepte und Intentionen der Analytischen Literaturwissenschaft
2. Überlegungen zum Status von Textinterpretationen:
3. Evaluationskriterien der Textinterpretation
3.1 Die literaturwissenschaftliche Beschreibung
3.2 Die Auslegung
3.3 Die Deutung
3.4 Die literaturwissenschaftliche Argumentation
3.5 Zusammenfassung
4. Die Evaluationskriterien in der Praxis
4.1 Vorüberlegungen
4.2 Modifikationen
4.3 Anwendung
4.3.1 Michael Müller: Ein Hungerkünstler
4.3.2 R. W. Stallmann: A Hunger-Artist
5. Evaluationstheoretische Konsequenzen
5.1 Differenziertheit der Begründung
5.2 Differenziertheit der Beschreibung
5.3 Differenziertheit der Auslegung
5.4 Spezifität der Auslegung
5.5 Plausibilität der Deutung
Schlussbemerkung
Literatur
Ziel der Arbeit ist es, die in der Analytischen Literaturwissenschaft entwickelten Evaluationskriterien für Textinterpretationen auf ihre Praxistauglichkeit zu überprüfen und um notwendige Bedingungen zu ergänzen, um eine wissenschaftlich fundierte Beurteilung von Interpretationen zu ermöglichen.
3. Evaluationskriterien der Textinterpretation
Werner Strube beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren mit sprachanalytischen Untersuchungen der Wertäußerungen von Literaturwissenschaftlern. Dazu gehören nicht nur ästhetische Wertäußerungen, sondern auch Werturteile über literaturwissenschaftliche Textinterpretationen. Auf die schwierige Frage, was bei einer Interpretation eigentlich zu bewerten sei, bietet sein sprechakttheoretisches Rahmenmodell eine interessante und bislang einzigartig differenzierte Antwort.
Sprachpragmatisch vorgehend, zerlegt Strube zunächst die Tätigkeit des interpretierenden Literaturwissenschaftlers in die einzelnen Sprechakte des »fachsprachlichen Beschreibens«, des »Auslegens«, des »Deutens« und des »Argumentierens«. Sie bilden die faktischen Bezugsgrößen bei seiner Suche nach Bewertungskriterien. Strube geht dabei Austins »Weg über die Unglücksfälle«, d.h. er versucht die Fehler bzw. »Regelverstöße« zu rekonstruieren, die beim Realisieren der einzelnen Sprechakte gemacht werden können. Anhand dieser Verstöße, bei welchen es sich um »klare« und »unzweideutige« Fälle handelt, werden besagte Kriterien ex negativo ermittelt. Viele der Kriterien, auf die sich Strubes Überlegungen beziehen, wurden bereits von anderen Theoretikern der Literaturwissenschaft genannt. Sein Ziel ist es »die betreffenden Begriffe zu sammeln, zu klären und in eine systematische Ordnung zu bringen.«
Einleitung: Einführung in das Projekt der Analytischen Literaturwissenschaft als Antwort auf die Grundlagenkrise und Skizzierung der Zielsetzung zur Evaluation von Interpretationspraxen.
1. Konzepte und Intentionen der Analytischen Literaturwissenschaft: Darstellung der theoretischen Positionen und der Abgrenzung zur hermeneutischen Tradition durch wissenschaftstheoretische Anforderungen wie terminologische Klarheit und Nachprüfbarkeit.
2. Überlegungen zum Status von Textinterpretationen:: Untersuchung der Frage nach Objektivität und Methodik in Interpretationen sowie Diskussion der Schwierigkeit, einheitliche methodische Arbeitsschritte in der Literaturwissenschaft zu definieren.
3. Evaluationskriterien der Textinterpretation: Einführung des sprechakttheoretischen Modells zur Bewertung von Beschreibungen, Auslegungen, Deutungen und Argumentationen mittels Glückensbedingungen.
4. Die Evaluationskriterien in der Praxis: Kritische Anwendung der zuvor entwickelten Kriterien auf Interpretationen von Michael Müller und R. W. Stallmann zu Kafkas "Hungerkünstler" unter Berücksichtigung notwendiger Modifikationen.
5. Evaluationstheoretische Konsequenzen: Zusammenfassende Auswertung der Analyseergebnisse und Formulierung weiterführender Kriterien wie der Differenziertheit der Begründung und Auslegung.
Analytische Literaturwissenschaft, Textinterpretation, Interpretationskritik, Sprechakttheorie, Evaluationskriterien, Fachsprachliche Beschreibung, Auslegung, Deutung, Argumentation, Plausibilität, Kafka, Hungerkünstler, Wissenschaftstheorie, Methodik, Sprachanalyse.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Evaluation von literaturwissenschaftlichen Textinterpretationen auf der Grundlage sprachanalytischer Methoden und sprechakttheoretischer Modelle.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Analytischen Literaturwissenschaft, die kritische Überprüfung von Evaluationskriterien für literarische Interpretationen und deren praktische Anwendung.
Ziel ist es, die Praxistauglichkeit bestehender Kriterien (wie empirische Richtigkeit, Relevanz, Zweckmäßigkeit) zu testen und durch neue, modifizierte Anforderungen wie "Differenziertheit" zu ergänzen, um eine wissenschaftlich präzisere Bewertung zu ermöglichen.
Die Arbeit stützt sich auf die sprachanalytische Philosophie, insbesondere auf das sprechakttheoretische Modell von Werner Strube, sowie auf Ansätze der Ordinary Language Philosophy.
Der Hauptteil evaluiert Interpretationen von Kafkas "Hungerkünstler" durch Michael Müller und R. W. Stallmann, um die Gültigkeit der theoretischen Kriterien in der praktischen Anwendung zu prüfen.
Zu den zentralen Begriffen zählen Textinterpretation, Sprechakttheorie, Evaluationskriterien, Plausibilität, Analytische Literaturwissenschaft und Wissenschaftstheorie.
Die Arbeit von Müller wird als substanzlos und methodisch chaotisch kritisiert, da sie wesentliche Textmerkmale ignoriert oder überinterpretiert und ihre Hypothesen unzureichend begründet.
Obwohl Stallmann systematischer vorgeht, weist seine Arbeit logische Widersprüche und eine unklare Verwendung von Begriffen (z.B. "allegorisch") auf, die dazu führen, dass viele seiner Deutungen als implausibel eingestuft werden.
Franz Kafkas Erzählung "Ein Hungerkünstler" dient als zentrales Fallbeispiel, anhand dessen verschiedene Interpretationsansätze und deren jeweilige Stärken und Schwächen systematisch evaluiert werden.
Differenziertheit ist ein von der Autorin eingeführtes Kriterium, das fordert, dass Interpretationen auch solche Aspekte berücksichtigen müssen, die eigene Hypothesen relativieren oder in Frage stellen könnten, um nicht undifferenziert zu verfahren.
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