Diplomarbeit, 2000
91 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Begriffsklärung: Was ist Globalisierung?
3. Internationalisierung des Warenhandels
3.1 Historische Erfahrungen
3.1.1 Adam Smith und David Ricardo
3.1.2 Weltwirtschaftskrise 1929
3.2 Liberalisierung nach 1945
3.2.1 Die Entstehung der Welthandelsorganisation
3.2.2 Die WTO-Konferenz von Seattle
3.3 Aktuelle Zahlen des Welthandels
3.4 Strukturwandel des Welthandel
3.5 Standortdebatte am Beispiel Deutschland
3.5.1 Löhne
3.5.2 Sozialstaat
3.5.3 Direktinvestitionen
3.5.4 Standortnationalismus
3.5.5 Alternativen zur Standortdebatte: Altvaters Konzept
3.6 Transnationale Konzerne
3.6.1 Neue Unternehmensstrategien
3.6.2 Neue Managementmethoden
3.7 Shareholder-value
4. Internationalisierung des Finanzhandels
4.1 Flexible Wechselkurse, Währungsspekulationen und die Folgen
4.1.1 Südostasienkrise 1997
4.2 Finanzwelt im Wandel: Derivate und Hedge-Fonds
4.2.1 Verspekuliert: Barings Bank und LTCM
4.3 Die neuen Akteure im internationalen Finanzhandel
4.4 Lösung: Tobin-Steuer
4.5 Kapitalkontrollen
4.6 IWF als „lender of last resort“?
5. Global Governance
5.1 Globale Zivilgesellschaft
5.2 Zur Entstehung und Definition des Begriffes „Global Governance“
5.3 Vernetzung der Akteure
5.4 Ausblick
6. Fazit
Diese wissenschaftliche Arbeit analysiert die beiden großen Themenkomplexe der Globalisierung: die Internationalisierung des Waren- und des Finanzhandels. Ziel ist es, diese Prozesse darzustellen, kritisch zu bewerten und in das Konzept „Global Governance“ einzuordnen, um Möglichkeiten politischer Gestaltung in einer vernetzten Welt aufzuzeigen.
3.1.1 Adam Smith und David Ricardo
Ausgangspunkt war die von den britischen Nationalökonomen Adam Smith (1723-1790) und David Ricardo (1772-1823) systematisch entwickelte Theorie des Wirtschaftsliberalismus, der Arbeitsteilung und des Freihandels. Die im englischen Sprachgebrauch als „political economy“ bezeichnete Nationalökonomie entstand in deutlicher Abgrenzung gegenüber dem Merkantilismus, also der wirtschaftspolitischen Lenkungsmaßnahmen der Staaten des 16. bis 18. Jahrhunderts zur Steigerung der nationalen Wirtschafts- und Handelskraft. Vor allem England, Frankreich, Preußen und Spanien setzten alles daran, Gold und Geld im Lande zu vermehren, indem sie möglichst viel selbst herstellten und exportierten, aber möglichst wenig importierten. Doch das Defizit an volkswirtschaftlichem Kreislaufdenken hinderte die meisten anderen Länder daran, ihrerseits zu exportieren, Fremdwährung zu verdienen und sie in Importe umzusetzen. Der Handel konnte sich nicht entfalten und Geld und Gold flossen nicht in dem Maße, als sich dass die Merkantilisten gedacht hatten. Die staatsinterventionistische Wirtschaftsauffassung der Merkantilisten prangerte Smith in seinem Hauptwerk An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations (1776, Der Wohlstand der Nationen. Eine Untersuchung seiner Natur und seine Ursachen) an. Smith untersuchte die Organisationsformen einer freien Konkurrenzgesellschaft egoistischer Wirtschaftssubjekte. Der Produktionsfaktor Arbeit erhielt neben den Produktionsfaktoren Waren und Kapital einen immer größeren Stellenwert. Der Reichtum der Nationen entstand demnach durch produktive Arbeit, wobei die Arbeitsverträge durch die Arbeitsteilung erheblich gesteigert wurden. Smith bestimmte den Wert der produzierten Waren nicht über ihren Gebrauchswert (den Nutzen des Gebrauchs) sondern über ihren Tauschwert, der sich als Marktpreis aus Angebot und Nachfrage bildete.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Globalisierung ein, beleuchtet deren Ambivalenz zwischen Chance und Angst und stellt den Fokus der Arbeit auf die Internationalisierung des Waren- und Finanzhandels sowie das Konzept „Global Governance“ dar.
2. Begriffsklärung: Was ist Globalisierung?: Das Kapitel erörtert die unterschiedlichen Lesearten und Definitionen von Globalisierung sowie die damit verbundenen politischen und ökonomischen Interessen und Ideologien.
3. Internationalisierung des Warenhandels: Hier werden die historischen Ursprünge des Freihandels, der Strukturwandel des Welthandels sowie spezifische Debatten um den Standort Deutschland, transnationale Konzerne und Shareholder-Value detailliert analysiert.
4. Internationalisierung des Finanzhandels: Dieser Teil beleuchtet die Eigendynamik der Finanzmärkte, die Rolle von Derivaten und Hedge-Fonds bei Finanzkrisen sowie mögliche Lösungsansätze wie die Tobin-Steuer und Kapitalkontrollen.
5. Global Governance: Das Kapitel führt in das Konzept der Global Governance ein, welches als politischer Rahmen zur Steuerung globaler Probleme durch vernetzte Akteure (inklusive Zivilgesellschaft) diskutiert wird.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Möglichkeiten einer politischen Steuerung angesichts eines entfesselten globalen Kapitalverkehrs.
Globalisierung, Welthandel, Finanzmärkte, Global Governance, Standort Deutschland, Transnationale Konzerne, Shareholder-Value, Tobin-Steuer, Derivate, Finanzkrisen, Arbeitsteilung, Zivilgesellschaft, Kapitalverkehr, Wettbewerbsfähigkeit, Liberalisierung.
Die Arbeit analysiert die Prozesse und Auswirkungen der Globalisierung mit einem speziellen Fokus auf die zunehmende Internationalisierung des Waren- und Finanzhandels sowie die damit einhergehenden Herausforderungen für die Politik.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte des Welthandels, die Rolle von transnationalen Konzernen, die Standortdebatte um Deutschland, die Dynamik der internationalen Finanzmärkte und das Konzept der Global Governance.
Das Ziel ist es, die ökonomischen und politischen Aspekte der Globalisierung kritisch zu durchleuchten und zu bewerten, um darzulegen, wie Politik auf globaler Ebene organisiert und auf lokaler Ebene umgesetzt werden kann.
Der Autor führt eine tiefgehende Literatur- und Diskursanalyse durch, ergänzt durch die Auswertung statistischer Daten des Welthandels und der Finanzmärkte, um die theoretischen Argumente mit der empirischen Realität abzugleichen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Internationalisierung des Warenhandels (einschließlich historischer Wurzeln und Standortdebatten) und eine Untersuchung des internationalen Finanzhandels (Krisen, Derivate, Regulierungsversuche) sowie eine Einordnung in das Modell der Global Governance.
Wichtige Begriffe sind Globalisierung, Standort Deutschland, Shareholder-Value, Tobin-Steuer, Finanzmärkte, Global Governance und die Entkopplung der Finanzwelt von der Realwirtschaft.
Der Autor argumentiert, dass der Sozialstaat entgegen neoliberaler Kritiken kein Standortnachteil ist, sondern vielmehr durch die Sicherung des sozialen Friedens zur Attraktivität eines Standorts beiträgt.
Die Tobin-Steuer wird als marktförmiges Instrument zur Verteuerung kurzfristiger, spekulativer Kapitaltransaktionen diskutiert, um die Volatilität der Finanzmärkte zu reduzieren und den spekulativen Druck auf nationale Volkswirtschaften abzumildern.
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