Examensarbeit, 2005
104 Seiten, Note: 2
Einleitung
I. Die Gründungsphase der Weimarer Republik 1918-1923
I.1 Die Ereignisse bis zum Ende des Ersten Weltkriegs im Überblick
I.2 Die Revolution 1918/19
I.2.1 Die Weimarer Verfassung
I.3 Der Versailler Vertrag
I.3.1 Die Vertragsbedingungen
I.3.2 Wertung des Vertrags
I.3.2.1 Der Kriegschuldartikel und die Dolchstoßlegende
I.3.2.2 Kritische deutsche Stimmen zum Vertrag
I.4 Kampf um die Republik 1919 bis 1923
I.4.1 Putschversuche und Angriffe von Links und Rechts
I.4.2 Inflation und Ruhrkampf
II. Die Karikatur
II.1 Etymologie der Karikatur
II.2 Wesensbestimmung der Karikatur
II.2.1 Merkmale der Karikatur
II.2.2 Typen der Karikatur
II.3 Die Geschichte der Karikatur
II.4 Die Karikatur in der Weimarer Republik
II.4.1 Herausragende Karikaturisten
II.4.2 Ziele des Spotts und ausgewählte Karikaturen
II.4.3 Die politische Orientierung der satirischen Zeitschriften
III. Die Karikatur im Unterricht
III.3 Warum Karikaturen im Unterricht einsetzen?
III.2 Probleme bei der Interpretation von Karikaturen
III.3 Voraussetzungen für den Einsatz der Karikatur im Unterricht
III.4 Allgemeines und exemplarisches Vorgehen bei der Analyse einer Karikatur
III.4.1 Allgemeingültiges Vorgehen bei der Analyse einer Karikatur
III.4.2 Exemplarische Analyse einer Karikatur
III.5 Mögliche didaktische Funktionen und Unterrichtsphasen beim Einsatz der Karikatur im Unterricht
III.6 Unterrichtsbeispiele
III.6.1 Unterrichtsbeispiel 1: Die Ruhrbesetzung durch Frankreich 1923
III.6.2 Unterrichtsbeispiel 2: Einführung der Rentenmark
III.6.3 Unterrichtsbeispiel 3: Separationsbestrebungen und Putschversuche
III.6.4 Unterrichtsbeispiel 4: Wiederholung der Friedensverhandlungen des ersten Weltkrieges
III.6.5 Unterrichtsbeispiel 5: Wissensüberprüfung
III.6.6 Unterrichtsbeispiel 6: Karikaturenrallye
IV. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Karikaturen zur Gründungsphase der Weimarer Republik als didaktisches Mittel im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I. Ziel ist es, den Nutzen sowie die methodischen Voraussetzungen für den Einsatz politischer Karikaturen im Unterricht aufzuzeigen, wobei die historische Sachanalyse und die didaktisch-methodische Umsetzung verknüpft werden.
II.2.1 Merkmale der Karikatur
Eine Karikatur ist zunächst eine Zeichnung oder ein Bild und möglicherweise Text, aber niemals Text alleine. Text und Bild stehen in einer Beziehung zueinander und erst durch ihre Verknüpfung ist der Sinn der Karikatur erkennbar. Ein entscheidendes Wesensmerkmal ist Kritik in abstrahierter Form. Die Karikatur kritisiert gesellschaftliche und politische Wirklichkeit und nimmt Stellung zu dem von ihr dargestellten Gegenstand; sie bezieht also klar Position und ist keine objektive, wertungsfreie Darstellung. Ihr liegt eine subjektive Absicht zugrunde, deren Artikulation den Betrachter provozieren soll und seine Meinung in Form von Zustimmung oder Ablehnung einfordert. Zu diesem Zweck arbeitet die Karikatur mit dem Mittel der inhaltlichen Zuspitzung und zeichnerischer Überspitzung und Verdichtung.
Gerade die Verdichtung von bildlichen Mitteln ist eine der Grundvoraussetzungen für das Funktionieren einer Karikatur. Komplexe gesellschaftliche oder politische Zusammenhänge werden so auf eine mit einem Bild zu fassende Aussage reduziert und verdichtet. Individuelle Charakteristika einer Person oder eines Ereignisses werden zeichnerisch übertrieben und hervorgehoben mit dem Ziel der erkennbaren Ähnlichkeit in einer entstellten Wiedergabe. Man vergegenwärtige sich nur analogische Abbildungen wie die bekannte Karikatur, in der König Louis Philippes Kopfform einer Birne gleichgesetzt wird und die Doppeldeutigkeit des Wortes ,,poire" die ironische Spitze in sich birgt. Helmut Kohl erlitt bekanntlich dieselbe Gleichsetzung mit besagter Frucht. Ein anderes, allgemein bekanntes Beispiel der Verfremdung ist die Darstellung Bismarcks als Lotse. Hier wird seine politische Führungsposition als Reichskanzler auf die Welt der Schifffahrt in Form des Lotsen, der das Schiff führt, übertragen.
Für diese Arbeit ist alleine die politische Karikatur relevant, die sich – so sie ohnehin die häufigste in Zeitschriften anzutreffende Art ist – von reinen Spottbildern und humoristischen Graphiken durch ihr Themengebiet abhebt. Die sozialkritische Karikatur kann aber auch als politische Karikatur gesehen werden, da das Anprangern gesellschaftlicher Missstände letztlich ein politisches Motiv ist.
Einleitung: Die Arbeit gliedert sich in eine inhaltliche Sachanalyse, eine Untersuchung des Karikaturbegriffs und einen didaktisch-methodischen Teil zum Einsatz von Karikaturen im Geschichtsunterricht.
I. Die Gründungsphase der Weimarer Republik 1918-1923: Dieses Kapitel liefert den historischen Hintergrund, von der Novemberrevolution bis zur Konsolidierung 1923, mit Fokus auf die Belastungen durch den Versailler Vertrag und den Kampf gegen die junge Demokratie.
II. Die Karikatur: Der theoretische Teil definiert die Karikatur als journalistische Darstellungsform, untersucht ihre Geschichte, ihre Merkmale wie Zuspitzung und Verdichtung sowie die Bedeutung der wichtigsten satirischen Zeitschriften.
III. Die Karikatur im Unterricht: Dieses Kapitel erläutert, warum Karikaturen motivierend wirken können, welche methodischen Hürden existieren und wie eine schrittweise Karikaturenanalyse im Unterricht durchgeführt werden kann.
IV. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Karikaturen ein wertvolles, aber voraussetzungsreiches Mittel des Geschichtsunterrichts sind, dessen Einsatz methodisch gut geplant werden muss.
Weimarer Republik, politische Karikatur, Versailler Vertrag, Geschichtsunterricht, Didaktik der Geschichte, Karikaturenanalyse, Satire, Bildquelle, Bildsatire, Dolchstoßlegende, Inflation, Medienkompetenz, Historisches Lernen.
Die Arbeit untersucht den Einsatz von Karikaturen zur Gründungsphase der Weimarer Republik als didaktisches Mittel, um Schülern historische Zusammenhänge und politische Sachverhalte im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe I zu vermitteln.
Im Zentrum stehen die historische Analyse der frühen Weimarer Republik, die medienwissenschaftliche Definition der politischen Karikatur und die didaktische Einordnung von Karikaturen als historische Quelle im Schulunterricht.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Karikaturen als motivierendes und informatives Werkzeug im Geschichtsunterricht eingesetzt werden können, um bei Schülern die Kompetenz zur Analyse und Interpretation subjektiver Bildquellen zu fördern.
Es handelt sich um eine fachdidaktische Arbeit, die eine historische Sachanalyse der Weimarer Republik mit einer wissenschaftlichen Aufarbeitung des Begriffs „Karikatur“ kombiniert und daraus konkrete methodische Vorgehensweisen für die Unterrichtspraxis ableitet.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Bereiche: die historische Darstellung der Jahre 1918-1923, eine theoretische Abhandlung über das Wesen und die Typologie der Karikatur sowie eine detaillierte didaktische Ausarbeitung für den Unterrichtseinsatz, inklusive praktischer Analysebeispiele.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Weimarer Republik, politische Karikatur, Versailler Vertrag, Didaktik der Geschichte und Karikaturenanalyse charakterisiert.
Die Dolchstoßlegende war zentral für die Agitation gegen die junge Republik; Karikaturen griffen dieses Thema oft auf, um die neue politische Führung als „Handlanger der Siegermächte“ zu diffamieren und von der Verantwortung der alten militärischen Führung abzulenken.
Die Karikaturenrallye ist eine aktivierende Gruppenmethode, bei der Schüler verschiedene Karikaturen zu einem Thema (z.B. Oberschlesien) bearbeiten, um unterschiedliche Perspektiven zu diskutieren und so ein tieferes Verständnis für komplexe historische Konflikte zu entwickeln.
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