Bachelorarbeit, 2014
64 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Das Weltall - Ein Ort von Fantasie und Wissenschaft
2.1 Der Beginn einer Faszination
2.2 Das Fernrohr als vermittelndes Element
2.3 Zur Entstehung der Fiktion im Weltall
2.4 Abenteuer Weltall - Von der Literatur zum Film
3 Visualisierung der Faszination und Attraktion
3.1 Cinema of Attractions
3.2 Das Fernsehen - Zum Ereignischarakter eines Mediums
4 Die Inszenierung der Mondlandung
4.1 Das Raumfahrtduell
4.2 Die Live-Übertragung der Mondlandung im Fernsehen
4.3 Das medien-technische Wunderwerk der Live-Übertragung
4.4 Das Medienereignis und seine Auswirkung
4.5 Gestaltung und Darstellung der Apollo-Sendung
5 Faszination und Attraktion der Space Night
5.1 Die Sendezeit der Space Night
5.2 Die Geschichte der Space Night
5.3 Sendungsformate
5.4 Gestaltung und Darstellung der Space Night
5.5 Zur Typisierung der Musik in der Space Night
5.6 Earth Views - Zwischen Traum und Wirklichkeit
6 Fazit
7 Ausblick
Die vorliegende Arbeit analysiert das Format Space Night des Bayerischen Rundfunks als Gesamtwerk und untersucht die Faktoren, die seine mediale Konstruktion ausmachen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Sendung durch eine spezifische visuelle und akustische Gestaltung eine neue Dimension der ästhetischen Wahrnehmung eröffnet und als „Erlösung vom Fernsehen“ fungieren kann.
Die Inszenierung der Mondlandung
Die Inszenierung der Mondlandung, das zeigen diese Sätze, ist in einem ungefilterten Datenstrom zum Zuschauer gelangt. Das war nicht beabsichtigt, konnte aber aufgrund der Live-Übertragung auch nicht verhindert werden. Der Funkverkehr zwischen Houston und Eagle wurde Teil der medialen Inszenierung.
„Die Fernsehübertragung des Funkverkehrs zwischen Houston und Apollo-11 leitet Botschaften [...] an ein Fernsehpublikum weiter, das gerade an Botschaften interessiert und keineswegs auf Diskretion eingestellt war.“ Die Konfusion bestand nicht nur im Ausspruch, sondern auch in den Bildern. Die Bilder von der Fahrt zum Mond hatten nämlich keine große Anziehungskraft und Qualität. Das große Erlebnis des „Live-Dabeiseins“ hatte schnell an Wirkungskraft verloren. Die aufgebaute Sensation einer derart spektakulär gestalteten Mission hatte an ihrem Höhepunkt keine Wirkung mehr, weil die Menschen dem Fernsehbild nicht glauben konnten. Die Mondlandung war „eine Art Thriller oder eine Science-Fiction-Geschichte mit besonders lebensnah geschildeter Technik.“ Schlussendlich war das wirkliche Bild zu weit weg von der bereits existierenden Illusion und Imagination vom Mond.
Der Spiegel-Redakteur Hermann Schreiber beschrieb die Szenen 1969: „Und verglichen mit den simulierten Szenen wirkte das echte Mondbild geisterhaft, fast abstrakt. Es war der Gipfelpunkt der Spannung und eine Antiklimax zugleich.“ Wochenlang wurde bereits im Vorfeld von dem Abenteuer berichtet und den Menschen wurden Interviews, Dokumentationen, Expertenrunden und riesige Studiodekorationen über die Mission gezeigt. Mit Trickzeichnungen wurde die komplette Reise vor ihrem tatsächlichen Beginn medial in Szene gesetzt. Es war keine unbekannte Dimension, die der Fernsehzuschauer zu Hause zu sehen bekam. Doch das Spektakel hatte bereits an Gewicht verloren. Auch im deutschen Fernsehen wurde es eine große Inszenierung. So liefen allein in der ARD 19 Stunden und im ZDF 21 Stunden Weltraumprogramm, wovon rund zwei Stunden Live-Aufnahmen der Mondlandung beinhalteten. Insgesamt 130 Minuten war das Videomaterial lang, welches die NASA der ARD und dem ZDF zur Verfügung stellte. Es bestand aus 90 Minuten Farb- und 40 Minuten Schwarz-Weiß-Film.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Format Space Night ein und umreißt die Forschungsfrage nach der medialen Form und ästhetischen Wirkung der Sendereihe.
2 Das Weltall - Ein Ort von Fantasie und Wissenschaft: Dieses Kapitel behandelt die historische und kulturelle Vorgeschichte der menschlichen Faszination für das Weltall und deren mediale Vermittlung durch Fernrohr und Film.
3 Visualisierung der Faszination und Attraktion: Hier werden theoretische Ansätze wie das Cinema of Attractions und der Ereignischarakter des Fernsehens erarbeitet, um sie später auf die Space Night anzuwenden.
4 Die Inszenierung der Mondlandung: Das Kapitel analysiert die bemannte Mondlandung als mediales Großereignis und untersucht die filmische Gestaltung der Sondersendereihe Space Cowboys.
5 Faszination und Attraktion der Space Night: Dieser Hauptteil analysiert die Entstehung, Formate, Gestaltung und musikalische Typisierung der Space Night unter besonderer Berücksichtigung der Reihe Earth Views.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Space Night durch die ästhetische Inszenierung von Bild und Musik eine passive, aber sinnliche Wahrnehmungsreise ermöglicht.
7 Ausblick: Der Ausblick diskutiert die zukünftige Rolle digitaler Visual Effects und die Wirkungsgrenze zwischen Realem und Digitalem für das Format Space Night.
Space Night, Weltraum, Mondlandung, Fernsehen, Medienereignis, Cinema of Attractions, Earth Views, Space Cowboys, Ästhetik, Musik, Chill-Out, Ambient Musik, mediale Konstruktion, Wahrnehmung, Raumfahrt.
Die Arbeit untersucht das Nachtprogramm Space Night des Bayerischen Rundfunks, das für seine unkommentierten, mit Musik unterlegten Weltraumaufnahmen bekannt ist, und analysiert dessen mediale Wirkung.
Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der Weltraumrezeption, die Theorie des frühen Kinos (Cinema of Attractions), die mediale Inszenierung von historischen Ereignissen wie der Mondlandung und die ästhetische Gestaltung des Fernsehens.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie die Space Night durch die Kombination von Bild und Musik eine neue, über das klassische Fernsehen hinausgehende, ästhetische Wahrnehmungsform und „Erlösung vom Fernsehen“ ermöglicht.
Die Arbeit verwendet eine medienwissenschaftliche und medienkulturelle Analyse, indem sie theoretische Konzepte (wie das Cinema of Attractions) auf das Fernsehformat anwendet und einzelne Sondersendungen der Space Night qualitativ untersucht.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Formate, die historische Bedeutung der Mondlandungsinszenierung, die Rolle der Musik als ästhetisches Gestaltungsmittel sowie die spezifische Wirkung der Reihe Earth Views auf den Rezipienten.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Space Night, mediale Inszenierung, Cinema of Attractions, Ästhetik, Wahrnehmung, Earth Views und Raumfahrt geprägt.
Während Earth Views auf einer konzeptionellen Ebene aus verschiedenen Urtypen wie dem „Faszinationstyp Weltall“ und musikalischer Begleitung basiert, versteht sich Space Cowboys als eine Art Hommage an die Apollo-Missionen mit einem stärkeren Bezug zu historischem Material.
Die Musik fungiert als zentrales ästhetisches Element, das die lautlosen Weltraumaufnahmen „polarisierend“ oder „phrasierend“ begleitet, den Zuschauer in einen tranceartigen, meditativen Zustand versetzt und das visuelle Gesamtwerk erst vervollständigt.
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