Bachelorarbeit, 2015
78 Seiten, Note: 2,2
1 EINLEITUNG
2 BEGRIFFLICHKEITEN
2.1 Gender, Geschlecht, Stereotypen – Im Urwald der Begriffe
2.2 Bildungsprozesse
3 BIOLOGISCHE, PSYCHOLOGISCHE UND SOZIOLOGISCHE GRUNDLAGEN, VORAUSSETZUNGEN UND UNTERSCHIEDE BEI MÄDCHEN UND JUNGEN
3.1 Die Gehirnentwicklung von Mädchen und Jungen
3.1.1 Das Gehirn
3.1.2 Gehirnbedingte Fähigkeiten
3.1.3 Gehirnbedingtes Sozialverhalten
3.1.4 Hormonelle Beeinflussung des Gehirns
3.1.5 Erfahrungsbedingte und genetische Beeinflussung des Gehirns
3.2 Evolutionstheoretische Erklärungsansätze für geschlechtertypisches Verhalten
3.2.1 Geschlechtertypische anlagebedingte Disposition
3.3 Entwicklungspsychologische Perspektive auf geschlechterunterschiedliches Verhalten – Pränatale Phase und frühe Kindheit
3.3.1 Psychologische Theorien der Entwicklung zum Mädchen und Jungen
4 PERFORMATIVITÄT
4.1 Grundlagen der performativen Sprechakttheorie
4.2 Performativität und performative Sprechakte und ihr Einfluss auf die Geschlechteridentität
4.3 Performativität in Kindertageseinrichtungen
5 BILDUNGSBEREICHE IM KONTEXT DER FRÜHPÄDAGOGISCHEN UND GESCHLECHTERBEWUSSTEN ARBEIT
5.1 Bewegung
5.2 Körper, Gesundheit und Ernährung
5.3 Sprache und Kommunikation
5.4 Soziale, kulturelle und interkulturelle Bildung
5.5 Musisch-ästhetische Bildung
5.6 Religion und Ethik
5.7 Mathematische Bildung
5.8 Naturwissenschaftlich-technische Bildung
5.9 Ökologische Bildung
5.10 Medien
6 DIE FACHKRÄFTE
6.1 Frauen in Kindertageseinrichtungen
6.2 Männer in Kindertageseinrichtungen
6.3 Die Bedeutung des Geschlechts der pädagogischen Fachkräfte für die Entwicklung der Kinder und die Arbeit in Kindertageseinrichtungen
7 RESÜMEE
7.1 Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht, ob und inwiefern das Geschlecht sowie geschlechtersensible Rahmenbedingungen die kindlichen Bildungsprozesse, Fähigkeiten und Kompetenzen in Kindertageseinrichtungen beeinflussen. Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte eine geschlechterbewusste Praxis etablieren können, um die individuelle Entwicklung aller Kinder zu fördern.
3.1.2 Gehirnbedingte Fähigkeiten
Im Durchschnitt haben Frauen bessere sprachliche Fähigkeiten, die sich zum Beispiel in einem größeren Wortschatz und einer höheren Wortflüssigkeit wiederfinden lassen. Tatsächlich konnte bei post-mortem-Untersuchungen festgestellt werden, dass weibliche Gehirne eine Größenzunahme des Broca-Areals (Stirnlappen) und des Wernicke-Areals (Schläfenlappen) und eine um elf Prozent höhere neuronale Dichte als bei Männern aufweisen. In diesen beiden Gehirnbereichen liegen die wichtigsten Zentren für die Sprachverarbeitung.
Auch bei Untersuchungen mithilfe des MRTs konnte bei lebenden Frauen ein höherer Anteil von grauer Substanz in den beiden sprachrelevanten Gehirnbereichen ermittelt werden.
Viel interessanter ist aber, dass bei Untersuchungen von Kindern und Jugendlichen ein umgekehrtes Verhältnis gefunden wurde. Hier zeigen Jungen zwischen sechs und 15 Jahren eine höhere Dichte an grauer Substanz im Broca-Areal auf als gleichaltrige Mädchen. Außerdem zeigte sich, dass bei Jungen über die Altersgruppe hinweg die weiße Substanz linear zunimmt, während er bei den Mädchen gleich bleibt.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der geschlechtsspezifischen Unterschiede und die Relevanz einer geschlechtersensiblen Pädagogik.
2 BEGRIFFLICHKEITEN: Definition zentraler Begriffe wie Gender, Geschlecht, Identität und Bildungsprozesse im frühpädagogischen Kontext.
3 BIOLOGISCHE, PSYCHOLOGISCHE UND SOZIOLOGISCHE GRUNDLAGEN, VORAUSSETZUNGEN UND UNTERSCHIEDE BEI MÄDCHEN UND JUNGEN: Analyse der hirnbiologischen, evolutionstheoretischen und entwicklungspsychologischen Faktoren, die zur geschlechtsspezifischen Differenzierung beitragen.
4 PERFORMATIVITÄT: Untersuchung der Butler’schen Theorie der Performativität und deren Einfluss auf die Konstitution von Geschlechtsidentitäten durch sprachliche Akte.
5 BILDUNGSBEREICHE IM KONTEXT DER FRÜHPÄDAGOGISCHEN UND GESCHLECHTERBEWUSSTEN ARBEIT: Detaillierte Betrachtung verschiedener Bildungsbereiche (Bewegung, Sprache, MINT etc.) und ihrer geschlechtsspezifischen Ausgestaltung im Kita-Alltag.
6 DIE FACHKRÄFTE: Reflexion über die Rolle des Geschlechts der pädagogischen Fachkräfte und deren Einfluss auf die kindliche Entwicklung sowie die Notwendigkeit von Diversität im Team.
7 RESÜMEE: Zusammenfassende Darstellung der Erkenntnisse und Schlussfolgerungen für eine zukunftsgerichtete geschlechtergerechte Kindheit.
Frühpädagogik, Geschlechtersensibilität, Gender Mainstreaming, Performativität, Geschlechterrollen, Bildungsprozesse, Gehirnentwicklung, Sozialisation, Identitätsbildung, Kita-Alltag, Geschlechterklischees, MINT-Förderung, Frühkindliche Bildung, Pädagogische Fachkräfte, Differenzsensibilität.
Die Arbeit analysiert, inwieweit Geschlecht und geschlechtersensible Rahmenbedingungen die Bildungsprozesse von Mädchen und Jungen in Kindertageseinrichtungen beeinflussen.
Die Schwerpunkte liegen auf den biologischen und psychologischen Grundlagen von Geschlechterunterschieden, der Rolle von Sprache und Performativität sowie der praktischen Anwendung geschlechterbewusster Pädagogik in verschiedenen Bildungsbereichen.
Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob Geschlecht einen Einfluss auf kindliche Bildungschancen hat und wie Fachkräfte durch geschlechterbewusste Konzepte zu mehr Bildungsgerechtigkeit beitragen können.
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die aktuelle Studien aus den Bereichen Hirnforschung, Entwicklungspsychologie und Frühpädagogik zusammenführt und kritisch analysiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Biologie/Psychologie), eine philosophische Analyse der Geschlechterrollenbildung (Performativität) und die Untersuchung konkreter Bildungsbereiche in Kitas.
Wichtige Begriffe sind Gender Mainstreaming, Geschlechtsidentität, Performativität, soziale Konstruktion von Geschlecht und Frühpädagogik.
Diese Studien belegen, dass Erwachsene Kindern bereits basierend auf Geschlechtszuschreibungen (z.B. Kleidung) unterschiedliche Eigenschaften und Fähigkeiten zuschreiben, was die soziale Konstruktion von Geschlecht verdeutlicht.
Da pädagogische Fachkräfte als Vorbilder agieren und täglich durch performative Akte soziale Wirklichkeit mitgestalten, ist ihre Reflexion der eigenen Geschlechterrolle entscheidend für die Chancengleichheit der Kinder.
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