Bachelorarbeit, 2017
31 Seiten, Note: 1.0
1 Einleitung
2 Theoretischer Rahmen
2.1 Sapir Whorf: Sprache – Denken – Wirklichkeit
2.2 Humboldt: Das Entstehen der grammatischen Formen und ihr Einfluss auf die Ideenentwicklung
2.3 Martínez – Hypothese
3 Kommunikative Hypothese
3.1 Rioplatense
3.2 Guaraní-Spanisch
3.3 Anden-Spanisch
4 Anwendung auf das kastilische Spanisch
5 Evaluation
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Kultur auf das grammatikalische System der Klitika im südamerikanischen Spanisch, wobei insbesondere die Rolle von Semantik und Pragmatik bei der Formung der Syntax im Zentrum steht.
El Pombero
La gente del campo cuenta cosas muy distintas del Pombero. Los grandes y los niños conocen casos del Pombero. No terminan de contar lo que han oído y muy pocos dicen que le han visto. Todos le tienen mucho miedo. El Pombero es misterioso y malo, Siempre anda siguiendo a la gente, en el campo, y ve lo que hace. Por eso se llama Pombero, porque espía siempre. Ataca a los que andan solos y no tienen defensa, hombres, mujeres y niños.[…] En el verano sale a la siesta, en los días de más calor, y persigue a los muchachos cabezudos que andan matando pájaros en el monte. A esos los castiga de más y los corre, y a veces también los lleva. (Martínez 2014:193)
(12) Otras veces solamente le hace daño a su víctima. (Martínez 2015:193).
Durch das le in Beispiel (12) bekräftigt die mystische und bösartige Figur (El Pombero), in welchem Ausmaß er seinen Opfern Schäden zugefügt hat. Hierbei zeigt das le seine starke Aktivität gegenüber den Opfern. Demgegenüber ist die Aktivität des Klitikons los in (11) deutlich geringer, weil die Figur seine Opfer „nur“ gefangen hält (los castiga) oder verschleppt (los lleva).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob kulturelle Faktoren einen Einfluss auf das Klitika-System des südamerikanischen Spanisch ausüben.
2 Theoretischer Rahmen: Es werden die Sprachtheorien von Sapir-Whorf und Humboldt dargelegt, um das Fundament für den Zusammenhang zwischen Sprache, Denken und Kultur zu bilden.
3 Kommunikative Hypothese: Dieses Kapitel erläutert die kommunikative Hypothese und analysiert deren Anwendung auf die Dialekte Rioplatense, Guaraní-Spanisch und Anden-Spanisch.
4 Anwendung auf das kastilische Spanisch: Der Fokus liegt hier auf dem sogenannten Leísmo im kastilischen Spanisch und dessen Abgrenzung zu den südamerikanischen Varietäten.
5 Evaluation: Hier werden die Ergebnisse der Analyse zusammengeführt und die kulturelle Bedingtheit des Sprachgebrauchs gegenüber der formalen normativen Grammatik evaluiert.
6 Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit einer Rekapitulation der Ergebnisse und dem Hinweis auf das Potenzial weiterführender sprachwissenschaftlicher Untersuchungen zu diesem Phänomen.
Klitika, Südamerikanisches Spanisch, Kultur, Grammatik, Linguistische Relativität, Leísmo, Rioplatense, Guaraní, Anden-Spanisch, Pragmatik, Semantik, Ethnopragmatik, Sprachkontakt, Syntax, Sprachwissenschaft
Die Arbeit untersucht, inwieweit kulturelle Faktoren die grammatikalische Struktur, speziell das Klitika-System (le vs. lo/la), in verschiedenen südamerikanischen Varietäten des Spanischen beeinflussen.
Zentrale Themen sind die linguistische Relativität, die kommunikative Hypothese nach Martínez, der Sprachkontakt zwischen dem Spanischen und indigenen Sprachen sowie die semantische und pragmatische Motivation von Syntax.
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Sprecher durch ihre kulturelle Umwelt und persönliche Bedürfnisse aktiv steuern, welche grammatikalischen Formen (Klitika) sie für bestimmte Kontexte wählen.
Die Arbeit stützt sich auf die theoretischen Ansätze von Sapir-Whorf und Humboldt sowie die spezifische Methodik von Angelita Martínez (2015), die quantitative Analysen von Sprachdaten (Zeitungen, Legenden) verwendet.
Der Hauptteil analysiert die Verwendung von Klitika im Rioplatense, Guaraní-Spanisch und Anden-Spanisch und vergleicht diese Ergebnisse mit der normativen Grammatik des kastilischen Spanisch.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Klitika, Kultur, Ethnopragmatik, Leísmo, Sprachkontakt und die spezifischen Regionalvarietäten gekennzeichnet.
Die Wahl zwischen den Klitika spiegelt laut der untersuchten Hypothese den Grad der Aktivität des Subjekts in einer Handlung wider, der stark von kulturellen Konnotationen (z. B. Respekt, Furcht vor mystischen Wesen) abhängt.
Der Vergleich belegt, dass selbst innerhalb Argentiniens unterschiedliche kulturelle Hintergründe (z. B. bolivianische Migranten vs. lokale argentinische Sprecher) zu signifikant anderen grammatikalischen Verwendungsmustern bei denselben Verben führen.
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