Bachelorarbeit, 2016
37 Seiten, Note: 1,0
Philosophie - Theoretische (Erkenntnis, Wissenschaft, Logik, Sprache)
Einleitung
1. Metamathematik
1.1 Unableitbarkeit
1.2 Die Mengenlehre
1.3 Konstruktive Mathematik
2. Stochastik
2.1 Zufallsgeneratoren
2.2 Zufallsaggregate
2.3 Zeit und Raum
3. Der objektive Wahrscheinlichkeitsbegriff
3.1 Thermodynamik und Quantenmechanik
3.2 Poppers Propensitätsinterpretation
4. Der subjektive Wahrscheinlichkeitsbegriff
4.1 Entscheidungen bei Risiko
4.2 Bayesregel
4.3 Bernoulliprinzip
4.4 Entscheidungen bei Ungewissheit
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Ansatz von Paul Lorenzen, die Wahrscheinlichkeitstheorie durch ein konstruktives Verfahren herzuleiten, um den dualistischen Konflikt zwischen objektiven und subjektiven Wahrscheinlichkeitsbegriffen aufzulösen.
2.1 Zufallsgeneratoren
Ein Zufallsgenerator ist ein Gerät, das laut Lorenzen die folgenden Bedingungen erfüllt:
1. Eindeutigkeit: jeder Gebrauch des Gerätes liefert als Resultat, dass genau eine von endlich vielen Aussageformen wahr wird.
2. Symmetrie: kein Wissen liefert eine Unterscheidung zwischen den Resultaten vor dem Gebrauch des Gerätes.
3. Wiederholbarkeit: nach jedem Gebrauch ist das Gerät wieder im selben Zustand wie vor dem Gebrauch.
Diese Bedingungen sind so formuliert, dass sie sich an die Hersteller von Würfeln und Ähnlichem richten. Sie sind kein Teil der Wissenschaft und daher wäre es sinnlos sie formalisieren zu wollen. Es geht hierbei lediglich um die technische Praxis.
Erst durch das weitere Reflektieren dieser Bedingungen entsteht die Stochastik und es tritt die Frage auf: Wie gelangt man dahin, den Resultaten eine Zahl zuzuordnen? Aus der Symmetrieforderung lässt sich lediglich ableiten, dass den Ereignissen, wenn überhaupt, dann gleiche Zahlen zugeordnet werden sollten (vgl. Lorenzen 1978b: 258-259).
Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, wie Paul Lorenzen die Wahrscheinlichkeitstheorie konstruktiv begründet, sowie Einordnung in seine Wissenschaftsphilosophie.
1. Metamathematik: Diskussion der mengentheoretischen Probleme und Lorenzens Vorschlag einer konstruktiven Mathematik zur Umgehung dieser Schwierigkeiten.
2. Stochastik: Begründung des Stochastik-Fundaments durch die technische Praxis von Zufallsgeneratoren und Abgrenzung zu anderen Idealwissenschaften.
3. Der objektive Wahrscheinlichkeitsbegriff: Analyse der objektivistischen Sichtweise in Physik und Thermodynamik sowie kritische Betrachtung von Poppers Propensitätsinterpretation.
4. Der subjektive Wahrscheinlichkeitsbegriff: Untersuchung von Entscheidungstheorien bei Risiko und Ungewissheit und deren Abhängigkeit von der Annahme rationaler Subjekte.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der konstruktiven Herangehensweise als überzeugende Alternative zur axiomatischen Grundlegung.
Paul Lorenzen, Konstruktive Mathematik, Stochastik, Wahrscheinlichkeitstheorie, Zufallsgenerator, Zufallsaggregate, Metamathematik, Protophysik, Objektive Wahrscheinlichkeit, Subjektive Wahrscheinlichkeit, Idealwissenschaft, Bernoulliprinzip, Entscheidungstheorie, Mengenlehre, Propensität.
Die Arbeit untersucht Paul Lorenzens konstruktiven Ansatz zur Herleitung der Wahrscheinlichkeitstheorie, um eine wissenschaftstheoretische Alternative zur klassischen axiomatischen Begründung aufzuzeigen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Metamathematik, der Begründung der Stochastik durch Zufallsgeneratoren sowie der kritischen Analyse des Dualismus zwischen objektiver und subjektiver Wahrscheinlichkeit.
Ziel ist es zu klären, wie Lorenzen die Wahrscheinlichkeitstheorie durch ein konstruktives Verfahren herleiten will und ob dies den theoretischen Dualismus zwischen objektiven und subjektiven Wahrscheinlichkeitsbegriffen erfolgreich auflöst.
Es wird eine wissenschaftstheoretische Analyse durchgeführt, die Lorenzens Argumentationslinie in den Kontext seiner allgemeinen Wissenschaftsphilosophie und alternativer Erklärungsversuche setzt.
Der Hauptteil gliedert sich in die methodischen Grundlagen der konstruktiven Mathematik, die Definition der Stochastik über Zufallsgeneratoren sowie die Diskussion der Wahrscheinlichkeitsbegriffe in der Physik und Entscheidungstheorie.
Die zentralen Begriffe sind Konstruktivismus, Zufallsgeneratoren, Idealwissenschaften, Stochastik und der probabilistische Dualismus.
Ein Zufallsgenerator ist ein technisches Gerät, das durch die Bedingungen Eindeutigkeit, Symmetrie und Wiederholbarkeit definiert ist und dessen Einsatz die Basis für eine stochastische Praxis bildet.
Lorenzen vertritt die Auffassung, dass es sich um Anwendungen desselben Begriffs handelt, die durch die technische Realisierung idealer Zufallsgeneratoren intersubjektiv nachvollziehbar werden, womit die klassische Trennung an Relevanz verliert.
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