Magisterarbeit, 1999
83 Seiten, Note: Gut
Diese Arbeit untersucht die frühneuzeitlichen Übersetzungen des Geschichtswerks Herodots mit einem besonderen Fokus auf die Darstellung der Perser und Türken. Das Ziel ist es, die Parallelen zwischen den Perserbildern Herodots und dem Türkenbild der Frühen Neuzeit herauszuarbeiten und die Bedeutung dieser Übersetzungen für das Verständnis des damaligen Weltbildes und der europäischen Wahrnehmung des Orients zu beleuchten.
Die Einleitung stellt den Ausgangspunkt der Arbeit dar, indem sie die These Ernst Kornemanns zum Ringen zwischen griechisch-römischer Kultur und dem Iraniertum diskutiert und Parallelen zwischen den antiken Persern und den Türken der Frühen Neuzeit aufzeigt. Der Hauptteil beleuchtet die geschichtlichen Hintergründe der Übersetzungen und untersucht das Geschichtswerk Herodots, insbesondere sein Perserbild. Anschließend wird die Arbeit auf die frühneuzeitlichen Übersetzungen von Hieronymus Boner und Schwartzkopff eingehen, ihre Biographien beleuchten und die Widmungsvorreden analysieren. Des Weiteren werden die Übersetzungsstrategien und die Darstellung von Persern und Griechen in den Übersetzungen detailliert betrachtet.
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind Herodot, Perser, Türken, Frühneuzeit, Übersetzungen, antitürkische Propaganda, Orient, Europa, Geschichte, Kultur, Weltbild, Rezeption, Geschichtsbild.
Die Arbeit untersucht, wie das Perserbild in den Herodot-Übersetzungen des 16. Jahrhunderts genutzt wurde, um Parallelen zur damaligen „Türkengefahr“ und zur antitürkischen Propaganda zu ziehen.
Sie dienten nicht nur der Wissensvermittlung, sondern oft auch als Instrumente zur Formung eines europäischen Selbstverständnisses gegenüber dem Orient.
Die Arbeit analysiert insbesondere die Übersetzungen von Hieronymus Boner und Schwartzkopff.
Ziel war es, die Reichsbevölkerung gegen die türkischen Kriegszüge zu mobilisieren, wobei oft religiöse und kulturelle Feindbilder genutzt wurden.
Übersetzer wie Boner komprimierten den Text oder übernahmen frühneuzeitliche Denkstrukturen, um die antiken Inhalte für die zeitgenössischen Leser relevanter zu machen.
Kornemann behauptete, die Geschichte des Altertums sei primär eine Auseinandersetzung zwischen griechisch-römischer Kultur und dem Iraniertum, eine Sichtweise, die in der Arbeit kritisch hinterfragt wird.
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