Diplomarbeit, 2000
82 Seiten, Note: 2,3
Überblick über Konzept und Ergebnisse der Arbeit
1. Problemstellung
2. Einstieg in das Internet
2.1. Entwicklung des Internet
2.2. Zugang zum Internet
2.3. Ziel des Steuerberaters im Internet
2.3.1. Werbung durch Internetpräsens
2.3.2. Steuerberatung über das Internet
3. Voraussetzungen für das Einrichten der virtuellen Kanzlei
3.1. Berufsrechtliche Zulässigkeit einer virtuellen Kanzlei
3.1.1. Werberecht oder Werbeverbot
3.1.2. Relevanz der Berufsordnung
3.1.3. Homepage ist erlaubte Darstellung
3.1.4. Virtuelle Kanzlei und berufliche Niederlassung
3.2. Lösung der Datensicherheitsproblematik
3.2.1. Berufspflicht der Verschwiegenheit
3.2.2. Organisatorische Maßnahmen in einer realen Kanzlei
3.2.3. Datensicherheit der Kommunikation
3.2.3.1. Rechtliche Konsequenzen
3.2.3.2. Digitale Signatur und Verschlüsselung
3.3. Digitale Signatur ermöglicht elektronische Rechtsgeschäfte
3.3.1. Bedeutung für die virtuelle Kanzlei
3.3.2. Entwicklung auf europäischer Ebene
3.3.3. Entwicklung in Deutschland
4. Steuerberatung über das Internet
4.1. Beispielmandant
4.1.1. Grunddaten des Beispielmandanten
4.1.2. Zusammenarbeit zwischen Steuerberater und Mandant
4.1.3. Zusammenarbeit des Steuerberaters mit Dritten
4.1.4. Zusammenfassende Darstellung
4.2. Zusammenarbeit zwischen Steuerberater und Mandant über das Internet
4.2.1. Einrichten und Ergänzen der Mandantenakte im Internet
4.2.1.1. Möglichkeiten zur Umsetzung in die digitale Form
4.2.1.2. Bringlösung
4.2.1.3. Hollösung
4.2.2. Beratungsgespräch
4.2.2.1. Vorbereitung eines persönlichen Beratungsgesprächs
4.2.2.2. Virtuelles Beratungsgespräch
4.2.2.3. Beratungsprogramme
4.2.3. Finanzbuchhaltung
4.2.3.1. Möglichkeiten zur Umsetzung in die digitale Form
4.2.3.2. Bringlösung
4.2.3.3. Hollösung
4.2.4. Lohnbuchhaltung
4.2.4.1. Möglichkeiten zur Umsetzung in die digitale Form
4.2.4.2. Bringlösung
4.2.4.3. Hollösung
4.2.5. Erstellen von Jahresabschluß und Steuererklärungen
4.2.5.1. Möglichkeiten zur Umsetzung in die digitale Form
4.2.5.2. Bilanzpolitische und -analytische Maßnahmen
4.2.5.3. Bilanz in aller Eile
4.2.6. Infoschreiben
4.2.6.1. Möglichkeiten zur Umsetzung in die digitale Form
4.2.6.2. Bringlösung
4.2.6.3. Hollösung
4.3. Zusammenarbeit des Steuerberaters mit Dritten über das Internet
4.3.1. Zusammenarbeit mit der Finanzverwaltung
4.3.1.1. ELSTER-Verfahren der Finanzverwaltung
4.3.1.2. Erwartungen an das ELSTER-Verfahren
4.3.1.3. Elektronische Belege, insbesondere Lohnsteuerkarte
4.3.1.4. Ausdehnung elektronischer Datenübermittlung auf weitere Bereiche
4.3.2. Datenaustausch mit den Sozialkassen
4.3.3. Elektronischer Klageweg
4.3.3.1. Feldversuch Finanzgericht Hamburg
4.3.3.2. Erwartungen an den Feldversuch
5. Kanzleiorganisation
5.1. Virtuelles Büro durch Telearbeit
5.1.1. Begriffsbestimmungen
5.1.2. Kosten und Nutzen der Telearbeit
5.1.3. Organisationsformen der Telearbeit
5.1.3.1. Teleheimarbeit
5.1.3.2. Alternierende Telearbeit
5.1.3.3. Mobile Telearbeit
5.1.4. Wandel in der Mitarbeiterführung
5.1.5. Aus- und Weiterbildung
5.2. Virtuelle Kanzleikooperation
5.2.1. Begriffsbestimmung
5.2.2. Neue Leistungsqualität
6. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht das Potenzial und die praktische Umsetzbarkeit der "virtuellen Steuerberatungskanzlei" als moderne Serviceform. Dabei werden sowohl die notwendigen technischen Voraussetzungen und rechtlichen Rahmenbedingungen als auch die Auswirkungen auf die Kanzleiorganisation und die Mandantenbetreuung analysiert, um dem Steuerberater eine fundierte Entscheidungshilfe für die Implementierung solcher Angebote zu bieten.
3.2.3.2. Digitale Signatur und Verschlüsselung
Geeignete Mittel zur Gewährleistung der Datensicherheit sind die digitale Signatur und kryptographische Verschlüsselungsverfahren. Während die digitale Signatur der Vermeidung von Manipulationen und Identitätsverfälschungen dient, indem dem Dokumenteninhalt eine individuelle elektronische Unterschrift angefügt wird, verbirgt die kryptographische Verschlüsselung den Dokumenteninhalt und gewährleistet die Vertraulichkeit der Informationsübermittlung.
Das Signaturgesetz hat die Rahmenbedingungen geschaffen, unter denen eine digitale Signatur als sicher gilt und Verfälschungen von signierten Daten zuverlässig festgestellt werden können. Es sieht vor, daß eine Zertifizierungsstelle einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel (asymmetrisches Verfahren) vergibt und über ein Zertifikat eine Verbindung zwischen dem öffentlichen Schlüssel und einer natürlichen Person herstellt. Jeder der beiden zusammengehörenden Schlüssel kann die Verschlüsselung des anderen Schlüssels lösen. Der private Schlüssel ist aber nicht aus dem öffentlichen Schlüssel ableitbar. Das Signaturgesetz trifft nur Aussagen zu technisch-organisatorischen Rahmenbedingungen für digitale Signaturen, so daß bislang mit der digitalen Signatur keine speziellen Rechtsfolgen, insbesondere die Erfüllung der gesetzlichen Schriftform nach § 126 BGB, verbunden sind.
Bei den kryptographischen Verschlüsselungsverfahren ist „Pritty Good Privacy“ (PGP) das bekannteste. Diese über das Internet frei zugängliche Software kann Schlüssel bis zu einer Länge von 4096 Bits verwenden. Eine 1024 Bit Verschlüsselung wird nach heutigem Wissensstand als sicher angesehen. Obwohl in den USA die Verschlüsselung bis Dezember 1999 eingeschränkt war, hat die deutsche Bundesregierung im Juni 1999 beschlossen, die Verschlüsselung in Deutschland nicht einzuschränken.
1. Problemstellung: Einleitung in die Entwicklung des Internets und die wachsende Bedeutung virtueller Servicekonzepte für den Berufsstand der Steuerberater.
2. Einstieg in das Internet: Vermittlung grundlegender technischer Internetbegriffe und Erläuterung der Zielsetzungen eines Internetauftritts für Kanzleien.
3. Voraussetzungen für das Einrichten der virtuellen Kanzlei: Detaillierte Analyse des Berufsrechts, der Datensicherheit sowie der rechtlichen Bedeutung von digitalen Signaturen.
4. Steuerberatung über das Internet: Untersuchung der Zusammenarbeit mit Mandanten und Dritten anhand praktischer Umsetzungsbeispiele und Prozessmodelle.
5. Kanzleiorganisation: Erläuterung von Telearbeitsformen zur Gestaltung eines virtuellen Büros sowie Möglichkeiten virtueller Kooperationen zwischen Kanzleien.
6. Zusammenfassung: Abschließender Überblick über die Chancen, Risiken und künftigen Perspektiven der virtuellen Steuerberatung.
Virtuelle Kanzlei, Steuerberater, Internet, Datensicherheit, Digitale Signatur, Verschlüsselung, Telearbeit, Mandantenbindung, ELSTER-Verfahren, Finanzverwaltung, Rechtsgeschäfte, Online-Beratung, Kanzleiorganisation, Informationswerbung, E-Commerce.
Die Arbeit befasst sich mit der Transformation traditioneller Steuerberatungskanzleien in eine "virtuelle" Umgebung unter Nutzung des Internets als primäres Kommunikations- und Arbeitsinstrument.
Die Untersuchung deckt die Bereiche des Berufsrechts, der technischen Datensicherheit, der digitalen Zusammenarbeit mit Mandanten und Finanzbehörden sowie die Neugestaltung der Kanzleiorganisation mittels Telearbeit ab.
Ziel ist es, Steuerberatern die Möglichkeiten, Chancen und Anforderungen aufzuzeigen, die durch die Realisierung einer virtuellen Kanzlei entstehen, um eine fundierte unternehmerische Entscheidung zu ermöglichen.
Die Arbeit nutzt eine strukturierte deskriptive Analyse sowie Fallbeispiele (z.B. den Beispielmandanten "Holzhammer"), um die theoretischen Überlegungen in die Praxis der Kanzleiabläufe zu übersetzen.
Im Hauptteil werden konkrete Verfahrensweisen wie die "Bring-" und "Hollösung" beim Datenaustausch sowie die Abwicklung von Lohn- und Finanzbuchhaltung und Jahresabschlüssen im digitalen Format analysiert.
Wesentliche Begriffe sind die virtuelle Kanzlei, Datensicherheit, digitale Signatur, Telearbeit, Mandantenbindung und die elektronische Kommunikation mit dem Finanzamt.
Diese Begriffe beschreiben die Richtung des Datenaustauschs: Bei der Bringlösung übermittelt der Mandant die Daten aktiv zum Berater, während der Berater bei der Hollösung die Daten direkt aus den Systemen des Mandanten abruft.
Die digitale Signatur wird als "Meilenstein" betrachtet, da sie die rechtsverbindliche elektronische Unterschrift ermöglicht und somit die Notwendigkeit von Papierbelegen in vielen Prozessen langfristig eliminieren kann.
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