Diplomarbeit, 2004
114 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Das Altern der Gesellschaft in Deutschland
2.1. Ursachen der demographischen Entwicklung
2.1.1. Die Entwicklung der Fertilität
2.1.2. Die Entwicklung der Mortalität
2.1.3. Die Entwicklung der Migration
2.2. Folgen des demographischen Wandels
3. Das Altern von Menschen mit geistiger Behinderung
3.1. Behinderung, Geistige Behinderung und Menschenbild
3.1.1. Behinderung
3.1.2. Geistige Behinderung - eine Frage des Menschenbildes
3.2. Definition des „alten“ Menschen mit geistiger Behinderung
3.3. Das Dritte Reich, die Euthanasie und die Auswirkungen
3.4. Zusammenfassung
4. Die Erfassung der Altersstruktur
4.1. Problemlage und Projekt
4.2. Handlungskonzept
4.3. Die Methodenauswahl
4.3.1. Die Methodenauswahl der Einrichtungsbefragung
4.3.1.1. Fragenevaluation der Einrichtungsbefragung
4.3.1.2. Der Fragebogen für die Leistungsanbieter
4.3.2. Die Methodenauswahl der Bewohnerbefragung
4.3.2.1. Fragesituation der Bewohnerbefragung
4.3.2.2. Fragenevaluation der Bewohnerbefragung
4.3.2.3. Der Fragebogen für die Bewohnerbefragung
4.4. Die Durchführung der Datensammlungen
4.4.1. Die Durchführung der Einrichtungsbefragung
4.4.1.1. Kontaktherstellung mit anderen Einrichtungen
4.4.1.2. Die Befragung zur Altersstruktur
4.4.2. Die Durchführung der Bewohnerbefragung
4.5. Die Auswertung der empirischen Erhebungen
4.5.1. Auswertung zur Altersstruktur in den befragten Einrichtungen
4.5.2. Auswertung zur internen Tagesstruktur in den befragten Einrichtungen
4.5.2.1. Auswertung der inhaltlichen Gestaltung der internen Tagesstruktur
4.5.2.2. Auswertung der Bewohnerbefragung in der internen Tagesstruktur
4.6. Zusammenfassung
5. Ruhestand im Behindertenheim
5.1. Aus dem Arbeitsleben ins Pflegeheim?
5.2. Wohnen für Menschen mit geistiger Behinderung
5.2.1. Theoretisch-psychologische Aspekte
5.2.2. Der Zusammenhang zwischen dem Erleben von Heimat und dem Verhalten
5.2.3. Sicherheit und der Verlust der vertrauten Umgebung
5.3. Grundbedürfnisse von alten Menschen mit geistiger Behinderung
5.4. Versorgungsstrukturelle Überlegungen
Exkurs: Das Normalisierungsprinzip und Empowerment in der Behindertenhilfe
E.1. Das Normalisierungsprinzip in Deutschland
E.2. Empowerment, Independent Living, Self-Advocacy
5.5. Die rechtlichen Grundlagen für einen Ruhestand im Wohnheim
6. Die Anforderungen an das normale Altern
6.1. Die Anforderungen an die Wohneinrichtungsträger
6.1.1. Bauliche Voraussetzungen
6.1.2. Personelle Ressourcen
6.1.3. Angebotsstruktur
6.2. Anforderungen an Mitarbeiter, Teams und Betreuungsinhalte
6.2.1. Die Anforderungen an die Mitarbeiter und Teams
6.2.2. Die Anforderungen an die Betreuungsinhalte
- Biographische Arbeit und soziale Kontakte
- Gedächtnistraining, Bildungsangebote
- Gesundheit und Altern
- Sterben, Trauern und Religion
6.3. Die Anforderungen an Kostenträger und Politik
7. Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Alterungsprozess von Menschen mit geistiger Behinderung im Kontext stationärer Wohneinrichtungen in Berlin. Das zentrale Ziel ist es, auf Basis einer empirischen Altersstrukturanalyse in Berliner Einrichtungen, konzeptionelle Ansätze für einen altersgerechten Ruhestand innerhalb stationärer Wohnstrukturen zu entwickeln, die den veränderten Bedarf an Betreuung und Teilhabe im Alter adressieren.
Die Erfassung der Altersstruktur
Die Grundidee meiner vorliegenden Arbeit ist es, eine konzeptionelle Variante zu entwickeln, die in der Umsetzung einen sinnvollen altersgerechten Ruhestand und seine Begleitung bzw. Assistenz bei alten Menschen mit geistiger Behinderung ermöglicht. Hierzu ist es notwendig, einen Überblick über das Ausmaß des Alterungsprozesses in den Berliner Einrichtungen der stationären Behindertenhilfe zu erhalten. Nur diese Kenntnis ermöglicht es, entsprechende Vorstellungen zu entwickeln, wie in den Einrichtungen auf den möglichen Bedarf an altersgerechter Tagesstrukturierung reagiert werden muss. Vor dem Hintergrund der oben genannten Ursachen für den zu erwartenden Anstieg der Lebenserwartung von Menschen mit geistiger Behinderung müssen daher Datensammlungen verwendet und ausgewertet werden.
Hier bieten sich offensichtlich statistische Erhebungen an, die das Land Berlin vorhält. Leider ist festzustellen, dass es keine konkreten Angaben zur Altersstruktur gibt. Der Berliner Behindertenbericht (vgl. SENAT VON BERLIN 2001) gibt Auskunft über Gleichstellung, berufliche Rehabilitation, Mobilitätsprojekte usw.. Welche Entwicklung das Altern als eine natürliche Gegebenheit nimmt und welche Perspektiven sich daraus ergeben, läßt sich nicht ableiten.
Es ist also notwendig, die Altersstruktur in den stationären Einrichtungen zu ermitteln, um daraus bedarfsorientierte Lösungen zu entwickeln.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz des Alterns von Menschen mit geistiger Behinderung ein und begründet die Notwendigkeit der empirischen Erfassung zur Gestaltung eines altersgerechten Ruhestands.
2. Das Altern der Gesellschaft in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die demographischen Ursachen wie Fertilität, Mortalität und Migration und beschreibt deren gesamtgesellschaftliche Folgen.
3. Das Altern von Menschen mit geistiger Behinderung: Es erfolgt eine Definition von Behinderung und geistiger Behinderung sowie die kritische Auseinandersetzung mit der Definition des "Alters" bei dieser Personengruppe unter Einbezug historischer Traumata.
4. Die Erfassung der Altersstruktur: Der methodische Teil beschreibt die Problemlage, das Handlungskonzept sowie die Durchführung der empirischen Einrichtungs- und Bewohnerbefragungen in Berlin.
5. Ruhestand im Behindertenheim: Dieses Kapitel diskutiert die Wohnsituation, Grundbedürfnisse und versorgungsstrukturelle Überlegungen sowie das Normalisierungsprinzip und Empowerment in der Behindertenhilfe.
6. Die Anforderungen an das normale Altern: Es werden konkrete Anforderungen an Träger, Mitarbeiter, Teams und Kostenträger formuliert, um eine würdevolle Lebensgestaltung im Alter zu ermöglichen.
7. Fazit und Ausblick: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Dringlichkeit, auf die zunehmende Anzahl alter Menschen mit geistiger Behinderung mit bedarfsorientierten Konzepten zu reagieren.
Geistige Behinderung, Altern, stationäre Behindertenhilfe, Berlin, Altersstruktur, Tagesstruktur, Ruhestand, Empowerment, Normalisierungsprinzip, Teilhabe, Pflegebedarf, Eingliederungshilfe, Lebensqualität, empirische Erhebung, Bewohnerbefragung.
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Menschen mit geistiger Behinderung, die das Rentenalter erreichen und in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe in Berlin leben.
Die zentralen Themen umfassen demographische Veränderungen, die Definition von Altern bei Menschen mit geistiger Behinderung, die institutionelle Alltagsgestaltung und die Anforderungen an eine zukunftsorientierte Betreuung.
Ziel ist es zu ermitteln, wie sich die Altersstruktur in stationären Berliner Einrichtungen darstellt und welche konzeptionellen Lösungen für einen altersgerechten Ruhestand notwendig sind.
Der Autor führt eine empirische Datenerhebung durch, bestehend aus einer Befragung von Einrichtungsleitungen zur Altersstruktur und kurzen Interviews mit Bewohnern zur Tagesgestaltung.
Der Hauptteil analysiert die aktuelle Altersstruktur in Berliner Wohneinrichtungen, diskutiert theoretisch-psychologische Aspekte des Wohnens im Alter sowie rechtliche und strukturelle Voraussetzungen der Betreuung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem "Geistige Behinderung", "Altern", "stationäre Behindertenhilfe", "Tagesstruktur", "Empowerment" und "Normalisierungsprinzip".
Die Einrichtungen bieten tagesstrukturierende Maßnahmen an, stoßen dabei jedoch oft an bauliche, personelle und konzeptionelle Grenzen, da das Bedürfnis nach Ruhe und Individualität im Alter oft zu kurz kommt.
Ein Umzug kann den Verlust der vertrauten Umgebung, von sozialen Kontakten und der gewohnten Struktur bedeuten, was für Menschen mit geistiger Behinderung, die oft lebenslange Heimerfahrungen haben, eine massive Belastung darstellt.
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