Diplomarbeit, 2004
95 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Reformen in Deutschland und ihr Einfluss auf die Bildung
2.1 Bildungsreform und Änderung der Förderbedingungen
2.1.1 Definition und Bedeutung von Weiterbildung
2.1.2 Bildungsreform
2.1.3 Förderbedingungen der Bundesagentur für Arbeit
2.2 Arbeitsmarktreform II
2.2.1 Hartz III – Umstrukturierung des Arbeitsamtes
2.2.2 Hartz IV – Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe
2.3 Bedeutung dieser Entscheidungen für die Weiterbildungsbranche
3 Grundlagen für die Preisermittlung
3.1 Aufgaben der Kostenrechnung
3.2 Kostenrechnungssysteme
3.3 Teilbereiche der Kostenrechnung
4 Vorstellung verschiedener Verfahren zur Preisermittlung
4.1 Preisermittlung unter Anwendung der Kalkulation
4.1.1 Aufgaben der Kalkulation
4.1.2 Arten der Kalkulation
4.1.3 Kalkulationsverfahren
4.1.3.1 Divisionskalkulation
4.1.3.2 Äquivalenzziffernkalkulation
4.1.3.3 Zuschlagskalkulation
4.1.3.4 Kuppelkalkulation
4.2 Preisermittlung über die kalkulatorische Erfolgsrechnung
4.2.1 Grundlagen der Erfolgsrechnung
4.2.2 Gesamtkostenverfahren
4.2.3 Umsatzkostenverfahren
4.2.4 Deckungsbeitragsrechnung
4.2.4.1 Einstufige Deckungsbeitragsrechnung
4.2.4.2 Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung
5 Abstimmung der Preisermittlungsverfahren
5.1 Auswahl eines Verfahrens
5.2 Modifizierung
6 Ausblick
Die Arbeit verfolgt das Ziel, für Weiterbildungsunternehmen, die infolge der Arbeitsmarkt- und Bildungsreformen (insbesondere der "Agenda 2010") mit einem Rückgang staatlicher Förderung konfrontiert sind, ein geeignetes Verfahren zur Preisermittlung für eine neue Kundengruppe zu entwickeln, die ihre Weiterbildung weitgehend selbst finanziert.
4.1.3.1 Divisionskalkulation
Die Divisionskalkulation ist in Unternehmen mit einem sehr homogenen Produktionsprogramm leicht durchführbar. Das Grundprinzip der Divisionskalkulation beruht auf der Division der Gesamtkosten durch die erstellten Leistungen. Es werden die Herstell- und die Selbstkosten je Stück berechnet. Die Kosten und die produzierte Menge beziehen sich auf die gleiche Periode.
Divisionskalkulation existieren drei Formen: die ein-, zwei- und mehrstufige Divisionskalkulation.
Die einstufige Divisionskalkulation ist die einfachste Form der Kalkulation. Die gesamten Kosten einer Periode werden durch die erstellte Produktionsmenge dividiert.
ks = K / xp
Es erfolgt keine Differenzierung in Einzel- und Gemeinkosten. Die folgenden Bedingungen sollten erfüllt werden, um die einstufige Divisionskalkulation einzusetzen. Das ganze Unternehmen bildet eine Leistungsstelle und eine Abrechnungseinheit. Es wird nur ein Produkt produziert oder nur eine Dienstleistung angeboten. Die Herstellung des Absatzproduktes erfolgt in einer Fertigungsstufe. Demnach dürfen keine Zwischenlager von unfertigen Erzeugnissen entstehen oder die Lagerbestände dürfen sich, wenn ein mehrstufiger Produktionsprozess vorliegt, in den Zwischenlagern nicht veränderen. Das Unternehmen sollte gleichmäßig ausgelastet sein. Der Lagerbestand sollte sich nicht verändern. Wenn dies doch der Fall ist, berücksichtigt die Verteilung der Gesamtkosten nur die Endprodukte und nicht die tatsächliche Kostenverursachung. Die Produkte, die in das Lager gehen, verursachen keine Vertriebskosten. Dadurch werden bei Lagerbestandsmehrungen den Endprodukten mehr Kosten zugerechnet als sie wirklich verursacht haben. Die Kosten je Stück liegen dann höher. Bei Lagerbestandsminderung verhält es sich genau anders herum.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft und die Notwendigkeit von Weiterbildung, skizziert die Auswirkungen der "Agenda 2010" auf die Finanzierung von Weiterbildungseinrichtungen und begründet die Suche nach neuen Preisermittlungsverfahren.
2 Reformen in Deutschland und ihr Einfluss auf die Bildung: Dieses Kapitel analysiert die gesetzlichen Änderungen durch die Hartz-Gesetze (Hartz I-IV) und deren negativen Einfluss auf die staatlich geförderte Weiterbildung, was zu einer Marktkrise bei vielen Bildungsträgern führt.
3 Grundlagen für die Preisermittlung: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Kostenrechnung, ihre Aufgaben, Systeme (Voll- vs. Teilkostenrechnung) und Teilbereiche (Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung) als notwendiges Rüstzeug für die Preisbildung erläutert.
4 Vorstellung verschiedener Verfahren zur Preisermittlung: Dieses Hauptkapitel bietet eine detaillierte Übersicht und kritische Analyse verschiedener Kalkulationsmethoden sowie Verfahren der kalkulatorischen Erfolgsrechnung, um die Eignung für Weiterbildungsangebote zu bewerten.
5 Abstimmung der Preisermittlungsverfahren: Die Autorin wählt die Fixkostendeckungsrechnung als optimales Verfahren aus und wendet es praxisnah auf die Kalkulation eines modularen Weiterbildungskurses inklusive Break-Even-Analyse an.
6 Ausblick: Der Ausblick betont die Notwendigkeit, das gewählte Verfahren flexibel an unterschiedliche Kursdauern anzupassen und die Kostenrechnung tiefergehend auf Kostenträgerebene auszubauen, um den betrieblichen Erfolg künftig präziser zu steuern.
Weiterbildung, Arbeitsmarktreform, Agenda 2010, Preisermittlung, Kostenrechnung, Kalkulationsverfahren, Fixkostendeckungsrechnung, Deckungsbeitrag, Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, Kostenträgerrechnung, Weiterbildungsbranche, Preisuntergrenze, Break-Even-Analyse.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der betriebswirtschaftlichen Herausforderung von Weiterbildungsunternehmen, infolge sinkender staatlicher Fördergelder durch die "Agenda 2010" neue, tragfähige Preisstrategien für selbstzahlende Kunden zu finden.
Zentral sind die Auswirkungen der Arbeitsmarktreformen auf die Weiterbildungslandschaft, die Grundlagen der internen Kostenrechnung sowie der methodische Vergleich verschiedener Preiskalkulationsmodelle.
Ziel ist es, ein auf die Bedürfnisse von Weiterbildungsanbietern zugeschnittenes Verfahren zur Preisermittlung zu identifizieren und dessen praktische Umsetzung anhand eines konkreten Kursbeispiels darzustellen.
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse betriebswirtschaftlicher Kalkulationsmethoden (wie Zuschlags- und Divisionskalkulation) sowie eine anschließende anwendungsorientierte Modellrechnung auf Basis der Fixkostendeckungsrechnung.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Kostenrechnungssysteme und eine detaillierte Vorstellung diverser Kalkulations- und Erfolgsrechnungsverfahren, die nach ihrer Eignung für den Weiterbildungssektor bewertet werden.
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Weiterbildung, Arbeitsmarktreform, Preisermittlung, Fixkostendeckungsrechnung und Kostenrechnung charakterisiert.
Die Autorin argumentiert, dass dieses Verfahren den hohen Gemeinkostenanteil in der Branche verursachungsgerecht berücksichtigt, anstatt wie andere Verfahren nur pauschale Zuschläge auf Einzelkosten zu erheben.
Zur Absicherung gegen das Risiko nicht geplanter Teilnehmerzahlen integriert die Autorin einen expliziten Risikoaufschlag in die Preiskalkulation, der Spielraum für die Durchführung des Kurses selbst bei Unterauslastung schafft.
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