Magisterarbeit, 2002
106 Seiten, Note: gut (2,5)
Vorwort
I. Einleitung
II. Zur Geschichte des Reisens und der Stadt Venedig
1. Die Geschichte des Reisens
1.1 Einführung
1.2 Reiseliteratur als literarische Gattung
1.3 Die Italienreise
2. Venedigs literarische Entwicklung
2.1 Venedigbilder im Spiegel der Geschichte
2.2 Die versunkene Stadt im Zeitalter der Romantik
III. Venedig im Spiegel der Literatur
1. Vor dem Zerfall der Republik
1.1 Charles de BROSSES
1.1.1 Einleitung
1.1.2 Zur Biographie
1.1.3 Publikationsgeschichte
1.1.4 "Des Präsidenten DE BROSSES vertrauliche Briefe aus Italien an seine Freunde in Dijon 1739-1740"
1.2 Johann Caspar GOETHE
1.2.1 Einleitung
1.2.2 "Reise durch Italien im Jahre 1740"
1.3 Johann Wolfgang GOETHE
1.3.1 Einleitung
1.3.2 Anlaß und Zweck der Reise
1.3.3 Publikationsgeschichte
1.3.4 "Italienische Reise"
2. Nach dem Zerfall der Republik
2.1 Madame de STAËL
2.1.1 Einleitung
2.1.2 Zur Biographie
2.1.3 "Corinna oder Italien"
2.2 Lord BYRON
2.2.1 Einleitung
2.2.2 Zur Person
2.2.3 "Childe Harolds Pilgerfahrt"
IV. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Venedigdarstellung in der europäischen Reiseliteratur zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus darauf, ob der historische Zerfall der Republik im Jahr 1797 zu einer signifikanten Veränderung der Wahrnehmung und literarischen Verarbeitung der Stadt geführt hat.
Die versunkene Stadt im Zeitalter der Romantik
Mit dem Einzug der Truppen NAPOLEONS am 12. Mai 1797 nimmt die tausendjährige Geschichte der freien und mächtigen Seerepublik ihr Ende. Für die Venedigliteratur beginnt eine neue Ära. "Neben das malerische Venedig tritt dann auch das Venedig der Stille, der Vergangenheit, der Abgestorbenheit und des Todes." Venedig wird zur romantischen Ruine, zur toten Stadt, zerfällt in Dekadenz und wird, neben Städten wie Brügge, Toledo oder Perle, ein Paradigma der Fin-de-siècle-Literatur.
Der Mythos der versunkenen Stadt wird geboren. Venedig wird zur Kulisse. Die Stadt bleibt in ihrem äußeren Erscheinungsbild zwar weitgehend erhalten, der Glanz geht ihr aber verloren. Die einst prachtvollen und repräsentativen Paläste der nobili sind jetzt nur noch leere Bauten, ohne Bedeutung. Venedig gerät in eine Identitätskrise. "Aus dem Bewußtsein eines Mangels entwickelt sich eine Poetik der Reflexion auf das Verlorene; das Fehlende wird nun zum Anstoß und Anreiz der Phantasie."
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert das Ziel der Arbeit, den Wandel des Venedigbildes vor und nach 1797 zu analysieren.
II. Zur Geschichte des Reisens und der Stadt Venedig: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Reisetraditionen von der Antike bis zur Kavalierstour und die politische Entwicklung Venedigs.
III. Venedig im Spiegel der Literatur: Dieser Hauptteil analysiert Werke ausgewählter Autoren wie Brosses, Goethe, Madame de Staël und Lord Byron hinsichtlich ihrer spezifischen Venedigdarstellung.
IV. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, die den direkten Zusammenhang zwischen dem politischen Niedergang der Stadt und dem Wandel in ihrer literarischen Rezeption aufzeigt.
Venedig, Reiseliteratur, 1797, Republik Venedig, Italienreise, Romantik, Mythos, Gondelmotiv, Volksgesang, Grand Tour, Charles de Brosses, Johann Wolfgang Goethe, Madame de Staël, Lord Byron, Literaturwissenschaft
Die Arbeit analysiert den Wandel der literarischen Darstellung Venedigs in europäischen Reiseberichten zwischen dem 18. und 19. Jahrhundert.
Im Mittelpunkt stehen die Gattungsgeschichte der Reiseliteratur, der Einfluss des politischen Untergangs der Republik 1797 und die Entwicklung des Venedig-Mythos.
Ziel ist es zu belegen, inwiefern der historische Einschnitt von 1797 das Venedigbild von einer lebendigen Handelsmacht hin zu einer melancholischen, romantischen "toten Stadt" transformierte.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die historisches Kontextwissen mit der textnahen Interpretation primärer Reiseberichte kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in Werke aus der Zeit vor 1797 (Brosses, Goethe) und nach 1797 (Madame de Staël, Byron), wobei deren individuelle Wahrnehmung der Stadt detailliert beleuchtet wird.
Wichtige Begriffe sind Venedig, Reiseliteratur, 1797, Romantik, Gondelmotiv und Volksgesang.
Während die Gondel bei Brosses als Ort der Lebensfreude und Liebeshändel dient, wird sie bei späteren Autoren wie Byron zunehmend mit Tod, Trauer und Abschied assoziiert.
Dieses Jahr markiert den Verlust der Unabhängigkeit Venedigs; für die literarische Darstellung wird dies zur Zäsur, die den Übergang von aufklärerischer Beobachtung zu romantischer Melancholie einleitet.
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