Examensarbeit, 2005
74 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretische Einordnung
2.1 Besonderheiten der Aufmerksamkeitsstörungen
2.1.1 Mögliche externe und interne Konflikte der ADS-Kinder
2.2 Entdeckung der eigenen Selbstwirksamkeit
2.3 Nosologie des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms
2.3.1 DSM-IV und ICD-10 im Vergleich
2.4 Ein Spezialfall
2.5 Möglicher Verlauf des ADS
2.5.1 Das Säuglingsalter
2.5.2 Das Vorschulalter
2.5.3 Die Schulzeit
2.5.3.1 Rechnen
2.5.3.2 Rechtschreibung
2.5.3.3 Lesen
2.5.4 Das Jugendalter
3 Ursachen
4 Interventionsmöglichkeiten
4.1 Medikamentöse Interventionsmöglichkeiten
4.2 Wirkungsweisen der Stimulanzien
4.3 Effizienz von Psychopharmaka
4.4 Praktische Umsetzungen in der außerschulischen Förderung
4.4.1 Das Arbeiten mit Verstärkerplänen
4.5 Hilfe zur Selbsthilfe
4.6 Komplikationen
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht Möglichkeiten zur Förderung von hypoaktiven Kindern in der Grundschule durch eine engmaschige Zusammenarbeit zwischen schulischer und außerschulischer Betreuung. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie durch gezielte, individualisierte Förderansätze ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess trotz bestehender Aufmerksamkeitsdefizite initiiert und stabilisiert werden kann.
2.1.1 Mögliche externe und interne Konflikte der ADS-Kinder
Gerade während konzentrierter Arbeitsphasen in der Schule oder zu Hause scheinen hypoaktive Kinder in einen Teufelskreis zu geraten, in dem sie durch eigene Aufmerksamkeitsmängel und der daraus resultierenden Kritik von extern unter Druck geraten. Rosemarie Farnkopf beschreibt dieses Phänomen als „Widerspruch zwischen Erwartung und Wirklichkeit“ (vgl. Farnkopf 2002, S. 48). Anstrengungen und Bemühungen des betroffenen Kindes reichen nicht aus, um die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. ADS-Kindern, die eher perfektionistisch und anspruchsvoll agieren, gelingt es nicht sich über einen längeren Zeitraum ihrer Arbeit zu widmen (ebd.). Born und Oehler differenzieren den sich aufbauenden Teufelskreis in drei weitere Subklassen, die vom sozialen Umfeld des hypoaktiven Kindes in seinem Alltag abhängig sind (vgl. Born und Oehler 2003, S. 45 ff.).
Dabei zielt der „soziale Teufelskreis“ primär auf die soziale Umwelt der Kinder sowie auf die Interaktion mit den Eltern und Lehrern. Born und Oehler weisen in diesem Zusammenhang auf den Erwartungsdruck hin, mit dem ein Kind im Schulalltag konfrontiert wird. Erfüllt es die Erwartungen nicht, so können Reaktionen der Eltern das Kind weiter beeinflussen. Kritik und Enttäuschungen seitens der Eltern und Lehrer können destruktiv auf das Kompensationsverhalten des Kindes wirken. Dabei wird von den Autoren das Beispiel eines hyperaktiven Jungen und eines hypoaktiven Mädchens angeführt (ebd.). Misserfolg und Unzufriedenheit kompensieren beide Kinder sehr differenziert. Aggressives und oppositionelles Verhalten seitens des ADS mit Hyperaktivität stehen im Kontrast zu innerer Verzweiflung und Depression des ADS ohne Hyperaktivität.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der hypoaktiven Kinder und Darstellung der Zielsetzung der Arbeit, die außerschulische Förderung zu beleuchten.
2 Theoretische Einordnung: Analyse der Symptomatik, der diagnostischen Kriterien (DSM-IV, ICD-10) und der psychologischen Teufelskreismodelle hypoaktiver Kinder.
3 Ursachen: Darstellung der neurologischen, genetischen und psychosozialen Faktoren, die zur Entstehung von ADS beitragen.
4 Interventionsmöglichkeiten: Evaluierung verschiedener Ansätze, von medikamentöser Behandlung bis hin zu pädagogischen Strategien wie Verstärkerplänen und Selbstinstruktion.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Resümee über die Notwendigkeit ganzheitlicher, multiprofessioneller Förderansätze und Ausblick auf die Bedeutung frühzeitiger Intervention.
ADS, Hypoaktivität, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, außerschulische Förderung, Lernschwierigkeiten, Konzentrationsschwäche, Optimind-Konzept, Selbstwirksamkeit, Verstärkerpläne, multimodale Therapie, Schulerfolg, soziale Integration, Psychopharmaka, Selbstregulation, Teufelskreismodell.
Die Arbeit behandelt die gezielte Unterstützung und Förderung von hypoaktiven Kindern im Grundschulalter, die aufgrund ihrer meist unauffälligen Art oft zu spät oder unzureichend unterstützt werden.
Zentral sind die Analyse der Symptome von ADS ohne Hyperaktivität, die Kooperation zwischen Schule, Elternhaus und außerschulischen Institutionen sowie die Identifikation geeigneter pädagogischer Lernhilfen.
Das Hauptziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie durch eine kontinuierliche, vernetzte Zusammenarbeit die Lern- und Lebensqualität hypoaktiver Kinder verbessert und deren Selbstwirksamkeit gestärkt werden kann.
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur, ergänzt durch Fallbeispiele und persönliche Praxiserfahrungen aus einem Nachhilfeinstitut.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Ursachenforschung, verschiedene Interventionsmöglichkeiten (Medikamente und Verhaltenspädagogik) sowie deren praktische Umsetzung im Alltag.
Die wichtigsten Begriffe sind Hypoaktivität, ADS, schulische Leistungsdefizite, Selbststeuerung und multimodale Therapieansätze.
Im Gegensatz zu hyperaktiven Kindern wirken hypoaktive Kinder ruhig, angepasst und unauffällig, weshalb ihre Konzentrationsprobleme oft als mangelnde Intelligenz oder Desinteresse fehlinterpretiert werden.
Verstärkerpläne (Tokensysteme) dienen dazu, das Kind zu motivieren, da sie auch kleinste Fortschritte sichtbar machen, die Eigenverantwortung fördern und helfen, negative Erfahrungsmuster zu durchbrechen.
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