Diplomarbeit, 1996
111 Seiten, Note: Sehr gut
1 EINLEITUNG
1.1 TERMINOLOGIE ZUM BEGRIFF „POPULARMUSIK“
2 ALLGEMEINE GRUNDLAGEN DER MUSIKREZEPTION
2.1 BIOLOGISCH-PHYSIOLOGISCHE GRUNDLAGEN DER MUSIKREZEPTION
2.2 LERNPSYCHOLOGISCHE GRUNDLAGEN DER MUSIKREZEPTION
2.3 SOZIOLOGISCHE GRUNDLAGEN DER POPMUSIKREZEPTION
2.3.1 Der Forschungsstand
2.3.2 Popmusik und Jugend
2.3.3 Hörertypologie nach KNEIF
3 BETRACHTUNG RELEVANTER ASPEKTE AUS DER GESCHICHTE DER POPULÄREN MUSIK
3.1 DIE BEDINGUNGEN ZUR ENTWICKLUNG DER POPULÄREN MUSIK IM EUROPA DES 18. UND 19.JAHRHUNDERTS
3.1.1 Gesellschaftliche Umwälzungen und ihre Folgen für das Musikleben
3.1.2 Zur Entstehung des Verlags- und Konzertwesens
3.1.3 Aus „Volksmusik“ wird „Unterhaltungsmusik“
3.2 MUSIKALISCHE ENTWICKLUNGEN IN AMERIKA VOR 1900
3.3 ZUR ENTWICKLUNG DER POPULÄREN MUSIK VON 1900 BIS 1950
3.3.1 Die Entwicklung der Schallplattenindustrie
3.3.2 Der Einfluß der Musikindustrie auf die Entwicklung musikalischer Stile
3.3.3 Der Einfluß elektroakustischer Medien auf die Entwicklung der populären Musik
3.4 ENTWICKLUNG DER POPULÄREN MUSIK NACH 1950
4 EINFÜHRUNG IN DAS FORSCHUNGSFELD „AUSTROPOP“
4.1 DIE UNMITTELBAREN HISTORISCHEN GRUNDLAGEN FÜR DIE ENTSTEHUNG DES AUSTROPOP
4.1.1 Entstehung und Entwicklung des Wienerliedes
4.1.2 Der Jazz in Europa und seine Folgen
4.1.3 Zur Entstehung und Entwicklung des sogenannten Austropop
4.2 DIE BEDEUTUNG DER LIED-TEXTE FÜR DEN AUSTROPOP
4.3 ÜBERLEGUNGEN ZUM BEGRIFF „AUSTROPOP“
4.4 DIE BEDEUTUNG DES AUSTROPOP FÜR EINE NATIONALE IDENTITÄT
5 RAHMENBEDINGUNGEN DES AUSTROPOP
5.1 DAS PUBLIKUM
5.1.1 Der Beliebtheitsgrad von Musik
5.1.2 Zugeschriebene Funktionsmuster von Musik
5.1.3 Hörgewohnheiten
5.1.4 Stilrichtungspräferenzen
5.2 HEIMISCHE POPULARMUSIK IM „POPSENDER“ Ö3
5.2.1 Kriterien der Musikauswahl bei Ö3
5.2.2 Der Anteil heimischer Kompositionen am Musikprogramm von Ö3
5.3 DIE BEDEUTUNG DES AUSTROPOP FÜR DIE ÖSTERREICHISCHE TONTRÄGERINDUSTRIE
5.4 SKIZZE DES FORSCHUNGSFELDES „MUSIKZEITSCHRIFTEN IN ÖSTERREICH“
6 DIE KOMMUNIKATIONSWISSENSCHAFTLICHE RELEVANZ EINER NATIONALEN POPULÄREN MUSIKKULTUR
6.1 POPULARMUSIK ALS PHÄNOMEN DER INDIVIDUALKOMMUNIKATION
6.2 POPULARMUSIK ALS PHÄNOMEN DER MASSENKOMMUNIKATION
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, eine wissenschaftliche Grundlage für die interdisziplinäre Erforschung der österreichischen Popularmusik, speziell des sogenannten Austropop, zu schaffen. Dabei wird untersucht, inwiefern der Austropop eine eigenständige nationale Musikkultur darstellt, welche historischen, wirtschaftlichen und soziologischen Rahmenbedingungen seine Entwicklung prägten und welche kommunikationswissenschaftliche Relevanz ihm im Kontext einer nationalen Identitätsfindung zukommt.
Die Bedeutung der Lied-Texte für den Austropop
Liedtexte gehören prinzipiell der Kategorie Gebrauchsdichtung an. Sie bilden eine Art Interessen-Lyrik, indem sie kollektive Wünsche und Bedürfnisse ausdrücken, Ratschläge erteilen und Alltagsgeschichten erzählen. Selbst wenn in den Texten Ich-bezogene Ausführungen enthalten sind, so stellen sie trotzdem die Stimme der Gemeinschaft dar. Diese Stimme stammt bei Pop-Texten aus dem Kollektiv der Jugendlichen und wendet sich an sie. Eine inhaltliche Analyse dieser Texte bringt zumeist folgendes Ergebnis:
„Ihre Durchsicht beschert einem nur bescheidene Erlebnisse literarischer Art. Um so aufschlußreicher dürften sie für Soziologen und Erzieher sein. Durch ihre Funktion, vertont und gesungen zu werden, geraten die meisten Songtexte nämlich wie automatisch auf ein mittleres Qualitätsniveau.“
Die Musikwissenschaft ist sich einig, daß auch die meisten Kantaten von Bach, die Oratorien von Haydn und die Lieder von Mozart oder Schubert über nur mittelmäßige Dichtungen verfügen. Auch bei den meisten Popkünstlern stand und steht die Musik im Vordergrund und so dient die Poesie alleine dazu, die bereits fertige Komposition mit einer Reihe von Silben zu ergänzen. Während sich die Qualität der Lyrik in der Popmusik auf einem gleichbleibend niedrigen Niveau gehalten hat, haben sich die Inhalte der Texte im Laufe der Zeit gewandelt.
1 EINLEITUNG: Definiert den Gegenstand der Untersuchung und erläutert die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der populären Musikkultur in Österreich.
2 ALLGEMEINE GRUNDLAGEN DER MUSIKREZEPTION: Analysiert biologische, psychologische und soziologische Faktoren, die das Musikhören und die Wirkung von Musik auf den Menschen beeinflussen.
3 BETRACHTUNG RELEVANTER ASPEKTE AUS DER GESCHICHTE DER POPULÄREN MUSIK: Zeichnet die historische Entwicklung der populären Musik von der Industrialisierung über die Entstehung der Musikindustrie bis hin zu den medialen Einflüssen nach.
4 EINFÜHRUNG IN DAS FORSCHUNGSFELD „AUSTROPOP“: Untersucht die historischen Wurzeln, die Entwicklung und die Bedeutung des Austropop für die nationale Identität sowie die Rolle der Liedtexte.
5 RAHMENBEDINGUNGEN DES AUSTROPOP: Beleuchtet das Publikum, die Bedeutung des Radiosenders Ö3 und die Rolle der Tonträgerindustrie für die Etablierung des Austropop.
6 DIE KOMMUNIKATIONSWISSENSCHAFTLICHE RELEVANZ EINER NATIONALEN POPULÄREN MUSIKKULTUR: Erörtert die Musik als Phänomen der Individual- und Massenkommunikation und deren Rolle für die gesellschaftliche Kommunikation.
Austropop, Popularmusik, Musikrezeption, Musikindustrie, Radio, Ö3, Identität, Soziologie, Jugendkultur, Musikgeschichte, Kommunikationswissenschaft, Liedtext, Dialekt, Tonträgermarkt, Kulturpolitik.
Die Arbeit untersucht die populäre Musik in Österreich, insbesondere den Austropop, unter kommunikationswissenschaftlichen, historischen und soziologischen Gesichtspunkten.
Zentrale Themen sind die historische Genese der populären Musik, die Rolle der Medien und der Tonträgerindustrie, die soziologische Bedeutung der Musikrezeption sowie der Einfluss der Musik auf die nationale Identität.
Das primäre Ziel ist es, eine wissenschaftliche Grundlage für eine weiterführende, interdisziplinäre Beschäftigung mit der heimischen Popularmusik zu schaffen.
Die Arbeit basiert primär auf einer systematischen Literaturanalyse und einer historischen Aufarbeitung des Forschungsfeldes, ergänzt durch die Auswertung empirischer Daten zur Musikrezeption und zum Tonträgermarkt.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen Musikrezeption, die historische Entwicklung der populären Musik, die spezifische Einführung in das Feld Austropop und die Analyse der Rahmenbedingungen wie Publikum und Mediennutzung.
Wichtige Schlagworte sind Austropop, Popularmusik, Medienrezeption, Musikindustrie, Identitätsstiftung und kommunikationswissenschaftliche Forschung.
Die Arbeit argumentiert, dass die Verwendung der Wiener Mundart maßgeblich dazu beigetragen hat, den Austropop als authentische und identitätsstiftende nationale Ausdrucksform gegenüber globalen angloamerikanischen Trends abzugrenzen.
Die Arbeit sieht in Ö3 ein zentrales Medium für die Verbreitung der Musik, kritisiert jedoch die kommerziellen Zwänge und die teils ambivalente Haltung des Senders gegenüber heimischen Produktionen, die oft als "Ghettoisierung" wahrgenommen wurde.
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