Essay, 1997
6 Seiten
FLIRT AS FLIRT CAN
EIN ZWISCHENDURCHESSSAY
Wer oder was FLIRT nicht ist & doch sein könnte
Einschub oder paar methodisch wichtige Zwischenbemerkungen
Wie alles anfangen kann oder „A Good Start Is Half the Battle ...“
ABRECHNUNG („Ein filmisches Stück fürs Theater“)
Schlussakkord oder das einzige, was ungeschützt bleibt, sind die Tagträume
Epilog
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Flirts als eine eigenständige, zwischenmenschliche Annäherungsform im Spannungsfeld zwischen Unverbindlichkeit und Bindung. Dabei wird der Flirt als soziale Technik analysiert, die es Individuen ermöglicht, situative emotionale Spannungen produktiv zu bewältigen und als "Möglichkeitsraum" innerhalb einer als "Risikogesellschaft" begriffenen Moderne zu agieren.
Einschub oder paar methodisch wichtige Zwischenbemerkungen
Zunächst freue ich mich immer noch oder schon wieder, wenn ich & zunächst spontan & ohne voyeuristisches Interesse Menschen beim FLIRT beobachte ... und nicht nur "die Nachgeborenen" (Bertolt Brecht) wenn sie sich nachher & später auch zu erfüllter Sexualität kommen sollen. Ich vermute, dies geht nur übern FLIRT. Oder anders: Wenn´s übern FLIRT geht - um so besser.
Sodann kann auch ich als Autor - und dies sollen ja nach einem geflügelten Wort in Deutschland die schlimmsten Toren sein - nicht über meinen, nicht den Schlemihl'schen , Schatten springen & bleib in meiner männlichen Haut: Ich kenne bisher nur den Heteroflirt & schau auch meist bei flirtenden Homo oder Homina weg. Oder anders: Denken Sie sich bitte einmal konsequent den FLIRT zwischen den Geschlechtern weg ... Sind Sie, so gedankenexperimentell angeregt.. sicher, dass der homo europaeicus zu nennende Teil der Humanspecies überleben kann ... wirklich sicher ?
Im Gegensatz zu einem geschätzten deutschen Schriftsteller, der Abenteuer- oder Spannungsromane schreibt und Sexualität fürs letzte Abenteuer in dieser unsrer deutschen Societät hält, erscheint mir der FLIRT als kleines Abenteuer so wenig alltäglich wie spannend. Weil doppelt offen & unersetzlich. Und ein Moment der alltagsweltlichen Verbuntung unsres Lebens. Das eh schon & insbesondere in den harten maskulin bestimmten Wirtschafts-, Erwerbs- und Marktbereichen grau genug ist. Insofern ist FLIRT auch Compensation. Aber nicht nur. Sondern immer auch mehr.
FLIRT AS FLIRT CAN: Einführung in das Thema und Definition des Flirts als Moment der Zufälligkeit und als "Möglichkeitsraum" zwischen Unverbindlichkeit und Bindung.
EIN ZWISCHENDURCHESSSAY: Weiterführende theoretische Einordnung des Flirts als Twilight-Zone der Kommunikation, die jenseits routinierter Begegnungen agiert.
Wer oder was FLIRT nicht ist & doch sein könnte: Abgrenzung des Flirts von reinen One-Night-Stands oder rein genital orientierten Anmachen durch die Betonung der zwischenmenschlichen Annäherung.
Einschub oder paar methodisch wichtige Zwischenbemerkungen: Methodische Selbstreflexion des Autors hinsichtlich der eigenen männlichen Perspektive und der soziopsychologischen Relevanz des Flirts in modernen Gesellschaften.
Wie alles anfangen kann oder „A Good Start Is Half the Battle ...“: Illustrierung flirtiver Interaktionsmuster anhand von konkreten Beispielen aus fiktionalen Texten und Alltagssituationen.
ABRECHNUNG („Ein filmisches Stück fürs Theater“): Analyse einer spezifischen Szene, um das "austestende Probehandeln" zwischen zwei Personen beim Flirt aufzuzeigen.
Schlussakkord oder das einzige, was ungeschützt bleibt, sind die Tagträume: Kritische Betrachtung der deutschen Gesellschaft, die dem Flirt als Lust auf Unbekanntes oft verständnislos gegenübersteht.
Epilog: Persönlicher Ausblick auf die Weiterentwicklung des Flirtverhaltens im Verlauf der Lebensjahre.
Flirt, Soziologie, Kommunikation, Möglichkeitsraum, Risikogesellschaft, zwischenmenschliche Annäherung, Heteroflirt, Gender, Alltagskultur, Soziopsychologie, Moderne, Theater, Interaktion, Bindung, Maskulinität.
Die Arbeit untersucht Flirt nicht nur als reine Anbahnung von Sexualität, sondern als soziologische Kommunikationsform, die Spielräume für das Mögliche schafft.
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle von Soziologie und Alltagskultur, der Bedeutung von zwischenmenschlicher Kommunikation und der Analyse von Flirt in einer moderne-reflexiven Gesellschaft.
Das Ziel ist es, den Flirt als "austestendes Probehandeln" zu definieren und seine produktive Funktion in der modernen Gesellschaft hervorzuheben.
Der Autor wendet Ansätze der kulturwissenschaftlichen Soziologie und eine Art "soziologischen Impressionismus" an, ergänzt durch die Analyse literarischer Szenen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Reflexionen über das Wesen des Flirts, methodische Zwischenbemerkungen des Autors und die szenische Darstellung von Flirtprozessen im Theaterkontext.
Die wichtigsten Begriffe sind Flirt, Möglichkeitsraum, Risikogesellschaft, Kommunikation, Zwischenmenschlichkeit und soziologische Impression.
Der Autor sieht die deutsche Mehrheitsgesellschaft als eher blockiert und mürrisch an, weshalb Flirt als "kleines Abenteuer" und "Verbuntung" des oft grauen Alltags eine wichtige kompensatorische Funktion einnimmt.
Dieser Begriff, in Anlehnung an Robert Musil, beschreibt den Zustand des Flirts, in dem noch alles offen ist und verschiedene Szenarien der Begegnung existieren, bevor eine tatsächliche Bindung oder ein Abbruch erfolgt.
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