Bachelorarbeit, 2014
49 Seiten, Note: 1,6
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Terminologie
2.1.1. Handel
2.1.2. Verbundgruppen
2.1.3. Filialsysteme
2.1.4. Betriebsformen
2.2. Handelsmarketing
2.2.1. Marketingstrategien
2.2.2. Marketing-Mix-Elemente
3. Analyse des deutschen Lebensmitteleinzelhandels
3.1. Marktorganisation
3.2. Entwicklung des Gesamtmarktes
3.2.1. Betriebsformenentwicklung
3.2.2. Verkaufsflächenentwicklung
3.2.3. Umsatzentwicklung nach Betriebsformen
3.2.4. Umsatzentwicklung nach Unternehmensgruppen
3.2.5. Kostenstrukturen
4. Praxis – Handelsmarketing dargestellt an der Netto Marken-Discount AG
4.1. Geschichte
4.2. Beteiligungsstruktur
4.3. Unternehmenskonzept
4.4. Strategisches Marketing
4.4.1. Positionierung
4.4.2. Wettbewerbsstrategie
4.5. Absatzpolitische Instrumente
4.5.1. Sortimentspolitik
4.5.2. Markenpolitik
4.5.3. Standortpolitik
5. Zusammenfassung und Fazit
Ziel der Arbeit ist es, die aktuelle Struktur des deutschen Lebensmitteleinzelhandels (LEH) zu beleuchten und das Handelsmarketing der Netto Marken-Discount AG & Co. KG wissenschaftlich zu analysieren, um Strategien und Erfolgsfaktoren in einem dynamischen Marktumfeld aufzuzeigen.
4.4.2. Wettbewerbsstrategie
Um das Ziel zu erfüllen Artikel zu sehr günstigen Preisen zu verkaufen, ist die Strategie der niedrigen Kosten natürlich der erste Schritt. Den ersten Kostenvorteil verschafft sich Netto möglicherweise mit dem geringen Einsatz von Personal. Diese Vermutung stützt sich auf der Annahme, dass wie in Abschnitt 2.3.2 erklärt wurde, die Personalkosten bei der Betriebsform Discounter fast doppelt so niedrig sind wie die eines Vollsortimenters. Weitere Kostenvorteile verschafft sich Netto durch die Bündelung von Einkäufen über das Filialsystem, sowie über Lieferung dieser gebündelten Waren durch das eigenständige Logistiksystem. Dabei findet man auch Kosteneinsparungen, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich sind: wenn die einzelnen Netto-Filialen ihre Waren separat bei der Industrie einkaufen würden, würde zum einen der Einkaufspreis der Waren höher ausfallen, da der Preis-Mengen-Rabatt wesentlich geringer ist. Zum anderen würden Waren in wesentlich kleinen Abständen angeliefert werden, was eine geringere Produktivität beim Warenverkehr bedeutet und das wiederum die Personalkosten in die Höhe treibt.
Darüber hinaus werden ebenso Kosten durch die Herstellung von Eigenmarken gespart, welche auch bei Netto einen erheblichen Anteil haben (vgl. Netto 2013d). Das Ergebnis ist also eindeutig: niedrige Warenkosten und kostengünstige Logistik, welche gleichzeitig zu Einsparungen beim Personal führen. Dadurch wird es Netto möglich gemacht, die Preisversprechen am Markt auch einzuhalten. Wie das Konzept von Netto offenlegt, ist ihr Ziel nicht nur durch Niedrigpreispolitik erfolgreich zu sein. Deswegen und aufgrund der oben beschrieben Kosteneinsparungen sollte man meinen, dass in diesem Fall der Versuch der Kostenführerschaft nicht im Vordergrund steht. Dennoch kam Netto bereits mit dem Verdacht Preise unter Einstand zu verkaufen in die Schlagzeilen (vgl. Lebensmittelzeitung 2007). Es ist anzunehmen, dass Netto eine Kostenführerschaft anstrebt, bei der es darum geht die Preise der anderen Wettbewerber permanent zu unterbieten.
1. Einleitung: Vorstellung des rasanten Strukturwandels im Lebensmitteleinzelhandel und Definition des Ziels der Arbeit, die Strategien von Netto im Marktwettbewerb zu untersuchen.
2. Theoretische Grundlagen: Erläuterung grundlegender Fachbegriffe wie Handel und verschiedene Betriebsformen sowie theoretische Einführung in das Handelsmarketing und Wettbewerbsstrategien.
3. Analyse des deutschen Lebensmitteleinzelhandels: Untersuchung der Marktorganisation und statistische Auswertung der Entwicklung von Betriebsformen, Verkaufsflächen, Umsätzen und Kostenstrukturen.
4. Praxis – Handelsmarketing dargestellt an der Netto Marken-Discount AG: Detaillierte Analyse des Unternehmenskonzepts, der Beteiligungsstruktur sowie der konkreten Anwendung von Strategien in den Bereichen Sortiment, Marke und Standort.
5. Zusammenfassung und Fazit: Synthese der Ergebnisse zur Marktdominanz der Discounter und Einschätzung der zukünftigen Entwicklung von Netto sowie des gesamten LEH.
Lebensmitteleinzelhandel, LEH, Netto Marken-Discount, Handelsmarketing, Discounter, Vollsortimenter, Marketingstrategie, Kostenführerschaft, Differenzierung, Marktorganisation, Sortimentspolitik, Standortpolitik, Markenpolitik, EDEKA-Gruppe, Konsumentenverhalten
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Erfolgsfaktoren im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, wobei der Fokus insbesondere auf der Handelsmarketing-Strategie der Netto Marken-Discount AG & Co. KG liegt.
Zentrale Themen sind der Strukturwandel im LEH, der Vergleich verschiedener Betriebsformen (Discounter vs. Vollsortimenter), die ökonomische Analyse von Kostenstrukturen sowie die strategische Positionierung eines großen Discounters im Wettbewerb.
Das Ziel ist es, den sich schnell wandelnden Markt des Lebensmitteleinzelhandels mit theoretischen Grundlagen zu beleuchten und zu analysieren, um die aktuelle Marktposition und Strategien von Netto Marken-Discount besser einordnen zu können.
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse theoretischer Konzepte sowie eine quantitative Auswertung statistischer Daten (Umsatz, Betriebsform-Anzahl, Kosten) zur Untersuchung der Marktorganisation und der Strategien der untersuchten Akteure.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Marktanalyse des deutschen Lebensmitteleinzelhandels und eine tiefergehende Praxisstudie zur Netto Marken-Discount AG, welche deren Geschichte, Beteiligungsstruktur sowie spezifische Marketinginstrumente untersucht.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Lebensmitteleinzelhandel, Handelsmarketing, Discounter, Kostenführerschaft, Differenzierungsstrategie und EDEKA-Gruppe charakterisieren.
Das ECR-Programm (Efficient Consumer Response) dient dazu, die Prozesse des Warenflusses zwischen Industrie und Handel sowie bis hin zum Endkonsumenten zu optimieren, um Kapitalbindung zu verringern und die Bedürfnisbefriedigung der Kunden zu verbessern.
Nach Porter kann die Ermöglichung kürzerer Reisewege für Kunden eine Differenzierung darstellen; durch die hohe Anzahl an Filialen positioniert sich Netto als wohnortnaher Versorger, der durch Präsenz einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Konkurrenten erlangt.
Durch die Ausweitung der Sortimentstiefe, das Angebot von mehr Markenartikeln, Regionalität und Frischekonzepten sowie die Vergrößerung der Verkaufsflächen passt Netto sein Profil an die Kundenbedürfnisse an, die sich teilweise mit denen von Supermärkten überschneiden.
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