Bachelorarbeit, 2016
52 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Einführung der relevanten Begriffe
2.2 Das Gefängnis als Behandlungsort – Kritische Standpunkte
2.3 Risikofaktoren und Tatmerkmale
2.3.1 Risikofaktoren für Erstdelinquenz
2.3.2 Täter-Opfer-Beziehung bei Gewalt- und Sexualdelikten
2.3.3 Risikofaktoren für die Rückfälligkeit
3 Wirksamkeit von Interventionen
3.1 Befunde
3.2 Kosten-Nutzen-Effizienz
4 Zwischen Deliktprävention und Psychotherapie
4.1 Die deliktpräventive Therapie
4.2 Behandlung von persönlichkeitsgestörten Hochrisikostraftätern
4.2.1 Die Grenzen der deliktorientierten Therapie
4.2.2 Psychodynamische Interventionen
4.2.3 Kognitiv-verhaltenstherapeutische Therapie
4.3 Fallbeispiel eines Sexualstraftäters mit Hochrisikofantasien
5 Forensische Nachsorge
6 Diskussion
7 Fazit
Die Arbeit untersucht aus ethischer und finanzieller Perspektive, ob Gewalt- und Sexualstraftäter eine Chance auf Resozialisierung erhalten sollten. Dabei wird analysiert, ob therapeutische Interventionen im Strafvollzug wirksamer und kosteneffizienter sind als rein punitive Maßnahmen, um das Rückfallrisiko zu senken.
4.3 Fallbeispiel eines Sexualstraftäters mit Hochrisikofantasien
Das folgende Beispiel soll einen tiefergehenden Einblick in den Behandlungsverlauf der deliktorientierten Therapie mit einem Sexualstraftäter geben. Dazu wird der Fall des Herrn J. herangezogen, geschildert von Wick und Schmitt (2012) aus den 90er-Jahren. Zunächst soll das Leben mit den Fantasien, Gedanken und Gefühlen von Herrn J. vor der Straftat im Zentrum stehen, anknüpfend daran erfolgen Schilderungen der Tat, bevor auf den therapeutischen Verlauf und die Therapieerfolge Bezug genommen wird.
Herr J., geboren 1962 in Norddeutschland, wuchs zusammen mit seiner Schwester bei seinen Eltern auf. Bereits in jungem Alter zeigte er Schwierigkeiten in sozialen Kontakten mit gleichaltrigen Kindern und wird fortan als Einzelgänger beschrieben. Eine Erinnerung aus dem Vorschulalter von Herrn J. beschreibt eine Situation, in der er seiner Schwester mit einem Messer in die Hand schnitt, bis dies durch das Einschreiten seiner Mutter unterbrochen wurde. In der Grundschulzeit entwickelte sich ein wachsendes Interesse an seinem eigenen Bauch. Herr J. berichtete von angenehmen Gefühlen, wenn er Druck auf seinen Bauch ausübte und begann bald damit, den Druck zu steigern bis er sich dadurch sogar selbst verletzte. Der Drang nach dieser Stimulation wurde stetig intensiver, die Frequenz steigerte sich schnell. Herr J. begann Nadeln in seinen Bauch zu stechen und entwickelte die für ihn verlockende Vorstellung, sich selbst ein Messer in den Bauch zu stechen. Diese devianten Vorstellungen begannen sich ihm zwanghaft aufzudrängen, so dass die Ersatzhandlungen einen ritualisierten Charakter annahmen. Herr J. spürte dabei ein sich steigerndes sexuelles Verlangen und suchte anschließend Entspannung durch Masturbation. Im Zuge der pubertären Entwicklung richtete sich sein Interesse zunehmend auf das andere Geschlecht, so dass der Fokus bald auf der Vorstellung eines weiblichen Bauches lag, welchen er sich als »makellos, leicht vorgewölbt« vorstellte (Wick & Schmitt, 2012, S. 450).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende öffentliche Forderung nach lebenslangen Haftstrafen und stellt die These auf, dass Resozialisierung auch bei schweren Straftätern ethisch geboten und finanziell sinnvoll ist.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel führt in forensische Begriffe ein, diskutiert das Gefängnis als Behandlungsort und erläutert Risikofaktoren sowie Tatmerkmale, die für die Einschätzung der Rückfallwahrscheinlichkeit entscheidend sind.
3 Wirksamkeit von Interventionen: Es wird der Stand der Forschung zur Wirksamkeit therapeutischer Programme dargestellt und belegt, dass diese das Rückfallrisiko effektiver senken als rein punitive Maßnahmen, was zudem Kosteneinsparungen ermöglicht.
4 Zwischen Deliktprävention und Psychotherapie: Dieser Teil vertieft deliktpräventive Therapiekonzepte und stellt spezifische, persönlichkeitszentrierte Behandlungsformen für Hochrisikostraftäter vor, illustriert durch ein Fallbeispiel.
5 Forensische Nachsorge: Das Kapitel unterstreicht die Notwendigkeit einer ambulanten Nachbetreuung nach der Entlassung, um den Übergang in die Freiheit zu sichern und das Risiko erneuter Delikte zu minimieren.
6 Diskussion: Hier werden kritische Standpunkte zur Resozialisierung schwerer Straftäter gegenübergestellt, wobei Aspekte der Menschenwürde sowie Bedenken hinsichtlich der Veränderbarkeit von Tätern abgewogen werden.
7 Fazit: Die abschließende Zusammenfassung bestätigt die These der Arbeit und plädiert für die Investition in qualifizierte forensische Therapieangebote statt in rein abschreckende Methoden.
Resozialisierung, Gewaltstraftäter, Sexualstraftäter, Strafvollzug, Deliktprävention, Psychotherapie, Rückfallrisiko, Kosten-Nutzen-Effizienz, forensische Nachsorge, Hochrisikostraftäter, Täter-Opfer-Beziehung, Persönlichkeitsstörungen, Behandlungsprognose, Deliktmechanismus, Risikobeurteilung.
Die Arbeit untersucht die Frage, ob auch Gewalt- und Sexualstraftäter, selbst bei schwerer Delinquenz, eine Chance auf Resozialisierung erhalten sollten, und beleuchtet dabei die Rolle des Strafvollzugs.
Die zentralen Themen umfassen die Wirksamkeit therapeutischer Interventionen, die Analyse des Kosten-Nutzen-Verhältnisses im forensischen Kontext sowie die Bedeutung der forensischen Nachsorge.
Das primäre Ziel ist es zu belegen, dass eine therapeutische Resozialisierung nicht nur ethisch vertretbar, sondern auch finanziell günstiger ist als ein rein punitiver Regelvollzug, da sie das Rückfallrisiko effektiv senken kann.
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung und Analyse bestehender Fachliteratur, Meta-Analysen und klinischer Fallbeispiele, um die Wirksamkeit von Therapieprogrammen im forensischen Kontext zu evaluieren.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der forensischen Arbeit, untersucht die Wirksamkeit verschiedener Interventionsformen und stellt spezifische Therapieansätze für persönlichkeitsgestörte Hochrisikostraftäter vor.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Resozialisierung, Rückfallrisiko, forensische Therapie, Deliktprävention, Kosten-Nutzen-Effizienz und therapeutische Intervention.
Das Fallbeispiel verdeutlicht, dass eine erfolgreiche Therapie erst möglich wurde, als der Straftäter begann, über seine bisher verdrängten Hochrisikofantasien zu sprechen und aktiv in deren Kontrolle einzugreifen.
Eine Nachsorge ist notwendig, da die Entlassung aus dem Strafvollzug für viele Straftäter einen massiven Bruch darstellt, der ohne Unterstützung zu Regressionen und einem erhöhten Rückfallrisiko führen kann.
Kritiker wie Reinfried argumentieren, dass bei bestimmten Tätergruppen, etwa mit sadistischen Neigungen, Therapieerfolge zweifelhaft seien und eine langfristige Verwahrung zum Schutz der Gesellschaft vorzuziehen sei.
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