Diplomarbeit, 2005
156 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Hintergrund
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
2 Rahmenbedingungen
2.1 Abgrenzung KMU
2.1.1 Definition
2.1.2 Auswirkungen auf die Finanzierung mittelständischer Unternehmen
2.2 Ausgewählte Rechtsgrundlage für das Rating
2.2.1 Basel I
2.2.2 § 18 KWG - Bonitätsprüfung als bankgeschäftliche Obliegenheit
2.2.3 Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft der Kreditinstitute
2.2.3.1 Hintergrund und Anforderungen
2.2.3.2 Kreditprozesse - Funktionstrennung und Votierung
2.2.3.3 Kreditvergabeprozess - Risikoklassifizierungsverfahren
2.2.4 Basel II
2.3 Beratungspflichten des Steuerberaters
3. Offenlegungspflichten bilanzierender Unternehmen (§ 18 KWG)
3.1 Die Kapitaldienstfähigkeit
3.1.1 Die gesetzliche Verankerung der nachhaltigen Kapitaldienstfähigkeit
3.1.2 Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse nach § 18 Satz 1 KWG
3.1.3 Offenlegung nach § 18 KWG und die Publizität des Handelsrechts
3.2 Das Verfahren der Kreditwürdigkeitsprüfung gemäß § 18 Satz 1 KWG
3.2.1 Vorbemerkungen
3.2.2 Die Vorlage der erforderlichen Unterlagen
3.2.3 erhaltenszwänge bei Nichterfüllung der Anforderungen des § 18 KWG
3.2.4 Fristen
3.2.4.1 Die Fristen für Nichtkapitalgesellschaften
3.2.4.2 Die Fristen für Kapitalge. und gleichgestellte PersGe
3.2.4.3 Die Fristen für Unternehmen in der Krise
3.2.5 Die Auswertung der beigebrachten Unterlagen
3.2.5.1 Die Bilanzanalyse
3.2.5.2 Die Bereiche der Bilanzanalyse
3.2.6 Die Dokumentation der Unterlagen
3.3 Handelsbilanz und Steuerbilanz
3.4 Erläuterungen zum Jahresabschluss
3.4.1 Allgemeine Erläuterung
3.4.2 Erläuterung der Bilanz
3.4.2.1 Aktiva
3.4.2.2 Passiva
3.4.3 Erläuterung der G + V
3.4.4 Erläuterung des Anhangs
3.4.5 Lagebericht
4 Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung und Vermögensaufstellung
4.1 Die Wirkung der Einnahmen-Überschuss-Rechnung
4.2 Die Ergänzungsfunktion der Vermögensaufstellung zur Einnahmen-Überschuss Rechnung i.S. des § 18 Satz 1 KWG
4.3 Gliederung der Vermögensaufstellung und Bewertung der Vermögens-positionen zur Ermittlung des Reinvermögens
4.4 weitere Unterlagen
5 Unterjähriges Reporting
5.1 Kritik an Standardauswertungen
5.2 Der Kontennachweis - Summen und Saldenlisten
5.3 Die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)
5.3.1 Funktion der BWA im Sinne des § 18 Satz 1 KWG
5.3.2 Die qualifizierte Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)
5.3.3 Prinzipielle Überlegungen zur Gliederung der BWA
5.3.4 Positionen der betriebswirtschaftlichen Auswertung
5.3.4.1 Umsatzerlöse
5.3.4.2 Skonti und Boni
5.3.4.3 Leistungsermittlung unfertigen Leistungen
5.3.4.4 Andere aktivierte Eigenleistungen
5.3.4.5 Gesamtleistung
5.3.4.6 Erfassung des Material- /Warenverbrauchs
5.3.4.7 Sachbezüge
5.3.4.8 Betrieblicher Rohertrag 1
5.3.4.9 Abgrenzung von Fremdleistungen
5.3.4.10 Betrieblicher Rohertrag 2
5.3.4.11 Untersuchung der Kostenpositionen
5.3.4.12 Kalkulatorische Kosten
5.3.4.13 Operatives Ergebnis
5.3.4.14 Sonstige betriebliche Erlöse
5.3.4.15 Leistungsergebnis
5.3.4.16 Zinsergebnis
5.3.4.17 Betriebsergebnis
5.3.4.18 Neutraler Aufwand
5.3.4.19 Neutraler Ertrag
5.3.4.20 außerordentlichen und periodenfremden Aufwendungen und Erträge
5.3.4.21 Verrechnete kalkulatorische Kosten
5.3.4.22 Ergebnis vor Steuern
5.3.4.23 Ergebnis nach Steuern
5.3.5 Unterjährige Abgrenzungen von Aufwendungen und Erträgen
5.3.5.1 Prinzipielle Überlegungen
5.3.5.2 Ermittlung der Weihnachtsgeldabgrenzungen
5.3.5.3 Zinsaufwendungen
5.3.5.4 Zuführungen zu Pensionsrückstellungen
5.3.5.5 Ermittlung der Abgrenzungen für Tantieme-Zahlungen
5.3.5.6 Gewerbesteuer
5.3.5.7 Ertragssteuern
5.3.6 Integrierte Deckungsbetragsrechnung
5.3.7 Anforderungen an eine echte kreditorische Buchung
5.3.8 Zeitreihenanalyse
5.3.9 Prüfung der Plausibilität einer betriebswirtschaftlichen Auswertung
5.4 Übergang zur Zwischenberichterstattung
5.5 Betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Maßgrößen im Überblick
5.5.1 Wertschöpfungsanalyse
5.5.2 Analyse des Cash-Flows und der Kapitaldienstfähigkeit
5.5.3 EBIT-Analyse
5.6 Grundlage für Planrechungen
5.7 Zusammenfassung
6 Parameter der künftigen nachhaltigen Ertragskraft
6.1 Die Aussagefähigkeit der Prameter
6.2 Früherkennungsinstrument für die Feststellung einer Unternehmenskrise
6.3 Weitere Unterlagen und Informationsinstrumente
6.3.1 Exkurs: Vertragscontrolling
6.3.2 Der Auftragsbestand
6.3.4 Debitorenbestand
6.3.5 Preiskalkulation
6.3.6 externe und interne Bestimmungsfaktoren
6.3.7 Die Investitions- und Finanzierungsplanung des Unternehmens
6.3.8 Kundenerfahrungen aus bisherigen Kreditbeziehungen
6.3.9 Notfallkonzept für Krisensituationen
6.3.10 Unternehmensnachfolge
7 Resümee
Die Arbeit befasst sich mit der unterjährigen Bewertung kleiner und mittelständischer Unternehmen im Rahmen des Ratings und analysiert, welche Anforderungen sich daraus für Steuerberater ergeben, um die Kreditwürdigkeit ihrer Mandanten gegenüber Banken transparent und nachhaltig darzustellen.
Die gesetzliche Verankerung der nachhaltigen Kapitaldienstfähigkeit
Nach allgemeiner Definition ist die Kapitaldienstfähigkeit die Fähigkeit eines Kreditnehmers, seine Hauptpflicht, die Zahlung der Zinsen und die Nebenpflicht, die Rückführung des Kredit- beziehungsweise des Darlehensbetrages gegenüber dem kreditgewährenden Institut vertragsgemäß, dass heißt fristgerecht und vollständig, zu erfüllen. Dementsprechend stellt die BAFin besonders auf das Kriterium der Nachhaltigkeit der Kapitaldienstfähigkeit ab. Gemäß § 18 Satz 1 KWG ist das Erbringen des einmaligen Nachweises der Kapitaldienstfähigkeit vor Abschluss des Kreditvertrages kein Beleg dafür, dass die wirtschaftliche Situation des Kreditnehmers über ein hohen Maß an Konstanz verfügt. Insbesondere, wenn sich das Kreditengagement über eine mehrjährige Laufzeit erstreckt. Ein Urteil darüber, ob ein Kreditnehmer mit hoher Wahrscheinlichkeit diese Eigenschaft besitzt, kann ausschließlich aufgrund einer kontinuierlichen Beobachtung der wirtschaftlichen Entwicklung des Kreditnehmers während der Dauer des Kreditverhältnisses erfolgen.
1. Einleitung: Führt in die Problematik des Ratings für den Mittelstand ein und erläutert die Rolle des Steuerberaters bei der Offenlegung wirtschaftlicher Verhältnisse.
2 Rahmenbedingungen: Definiert den Begriff KMU und beleuchtet die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Rating, insbesondere Basel I und II sowie das KWG.
3. Offenlegungspflichten bilanzierender Unternehmen (§ 18 KWG): Beschreibt die Anforderungen an die Kapitaldienstfähigkeit und das formale Verfahren der Kreditwürdigkeitsprüfung sowie die Dokumentation von Unterlagen.
4 Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung und Vermögensaufstellung: Erläutert die Besonderheiten der Gewinnermittlung für Kleingewerbetreibende und die Ergänzungsfunktion der Vermögensaufstellung.
5 Unterjähriges Reporting: Analysiert Schwächen der Standard-BWA und entwickelt Anforderungen an eine qualifizierte, unterjährige Berichterstattung.
6 Parameter der künftigen nachhaltigen Ertragskraft: Untersucht Instrumente zur Früherkennung von Unternehmenskrisen und Bedeutung weiterer Planungsinstrumente.
7 Resümee: Fasst die Notwendigkeit eines proaktiven, betriebswirtschaftlichen Berichtswesens zusammen, das durch den Steuerberater unterstützt werden sollte.
Rating, Basel II, KWG, Kapitaldienstfähigkeit, Betriebswirtschaftliche Auswertung, BWA, Jahresabschluss, Steuerberater, KMU, Bonitätsprüfung, Unternehmenskrise, Finanzplanung, Offenlegungspflichten, Liquidität, Unterjähriges Reporting
Die Arbeit untersucht, wie kleine und mittelständische Unternehmen ihre Kreditwürdigkeit durch ein qualifiziertes, unterjähriges Berichtswesen gegenüber Banken nachweisen können und welche Rolle der Steuerberater dabei spielt.
Die Themen umfassen die rechtlichen Anforderungen an die Offenlegung gemäß KWG, die Erstellung aussagekräftiger betriebswirtschaftlicher Auswertungen (BWA) sowie Strategien zur Krisenfrüherkennung.
Ziel ist es, den mittelständischen Unternehmer und seinen Steuerberater zu informieren, welche Kriterien für Banken bei der Kreditwürdigkeitsprüfung entscheidend sind und wie diese durch moderne EDV-gestützte Auswertungen erfüllt werden können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse zur Rating-Problematik und der praktischen Anwendung von betriebswirtschaftlichen Instrumenten im Finanz- und Rechnungswesen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Bilanz- und Einnahmen-Überschuss-Rechnungen, die detaillierte Ausarbeitung einer qualifizierten BWA und die Nutzung von Planungsrechnungen zur Sicherung der nachhaltigen Ertragskraft.
Zentrale Begriffe sind Rating, Basel II, § 18 KWG, Kapitaldienstfähigkeit, BWA, Liquiditätsanalyse und die Rolle des Steuerberaters als Rating-Berater.
Banken benötigen aktuelle Informationen zur Entwicklung der wirtschaftlichen Lage, um unterjährige Risiken und Trends besser einschätzen zu können, da ein Jahresabschluss oft zu zeitversetzt vorliegt.
Das interne Rating ist primär eine Aufgabe der Bank, doch der Steuerberater hat eine Informationspflicht gegenüber seinem Mandanten, um über relevante Entwicklungen aufzuklären, auch wenn daraus in der Regel keine zivilrechtliche Haftung für das Ratingergebnis resultiert.
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