Bachelorarbeit, 2016
137 Seiten, Note: 1
1 EINLEITUNG
1.1 Problematik
1.2 Zielstellung
1.3 Methodische Vorgangsweise
2 ÜBER KREATIVITÄT UND KOMPLEXE BEHINDERUNG
2.1 Kreativität - ein schwacher Begriff?
2.1.1 Der Beginn der Kreativitätsforschung
2.1.2 Kreativität und Flow bei Cziksentmihaly
2.1.3 Von Hentig über einen "schwachen Begriff“
2.1.4 Kreative Aspekte bei Daniela Braun
2.1.5 Kreativität und Resilienz
2.2 Der Kreativitätsbegriff im Kontext komplexer Behinderung
2.2.1 Komplexe Behinderung - eine Klärung
2.2.2 Kreativität und intellektuelle Beeinträchtigung - geht das?
2.2.3 Kreativität und Identität
2.3 Ästhetische Bildung - wozu?
3 ZUR METHODIK BASALEN ARBEITENS
3.1 Kurzer Abriss über das Konzept der Basalen Förderklassen
3.2 Ausgewählte Methoden und Arbeitsformen
3.2.1 Basale Kommunikation nach W. Mall
3.2.2 Basale Stimulation nach A. Fröhlich
3.2.3 Sensorische Integration nach A. J. Ayers
3.2.4 Snoezelen - eine Erfindung aus den Niederlanden
3.2.5 Unterstützte Kommunikation
3.2.6 Pädagogische Kunsttherapie (therapeutisch-ästhetische Erziehung)
3.3 Das dialogische Prinzip im pädagogischen Dialog
4 DAS PROJEKT "SPUREN HINTERLASSEN" - EIN VERSUCH
4.1 Setting, Methode und Vorgangsweise
4.1.1 Beobachtung und Forschertagebuch im Feld der Handlung
4.1.2 Der Raum als dritter Pädagoge
4.1.3 Der Malort nach Arno Stern - eine Inspiration
4.2 Die basale Klasse
4.2.1 Schüler A.
4.2.2 Schülerin B.
4.3 Der Prozess des Gestaltens - der gestaltete Prozess
4.3.1 Thematische Teilbereiche und Phasen des Projekts
4.3.2 Spritze - Zapfen - Angelschnur
5 RESÜMEE UND AUSBLICK
6 FOTOTAFELN
Die Arbeit untersucht das kreative Potential von Kindern mit komplexen Behinderungen im schulischen Kontext und erforscht, wie kreative Angebote und ästhetische Prozesse zur Erweiterung ihrer Wahrnehmung, zur Stärkung ihrer Selbstwirksamkeit und zu ihrer sozialen Integration beitragen können.
4.1.3 Der Malort nach Arno Stern - eine Inspiration
In Anlehnung an Arno Stern´s Malort wurde in der praktischen Umsetzung vorliegender Arbeit der Versuch unternommen, die zu beobachtende Klasse mit einem eigenen Malbereich auszustatten. Ungestörtes Arbeiten und möglichste Konzentration auf das kreative Gestalten sollten dadurch gewährleistet werden. Dieser Ort des schöpferischen Handelns wurde durch einen mobilen Paravent definiert, dessen Gestaltung selbst Teil des Projekts „Spuren hinterlassen“ war.
Arno Stern, der Erfinder des Malortes, wurde 1924 geboren. Mit 22 Jahren nahm er eine Stelle in einem Heim für Kriegswaisen an. Er sollte die Kinder beschäftigen. So fand er Bleistifte und Abfallpapier und entwickelte daraus das Malspiel. Der ursprüngliche Malort ist 5,5m lang, 4m breit und 3m hoch. Die mit Packpapier behängten Wände sind übersät mit unzähligen bunten Pinselstrichen, die durch das Hinausmalen über den Rand tausender A3-großer Zeichenblätter entstanden sind.
Arno Stern entdeckte, dass in jedem Menschen eine „Malspur“ vorhanden ist, die zur Verwirklichung drängt.
„Es musste dazu ein Raum geschaffen werden: der Malort, Raum der Geborgenheit, der Absonderung vom Alltäglichen, von Gewohnheiten, die überwunden werden müssen, wie Zielsetzung, Beurteilung, Vergleich, damit die Person aufhört, über sich selbst, über ihre Spur, über deren mögliche Aufnahme nachzudenken, sondern geschehen läßt, was aus innerer Notwendigkeit entsteht.“
Stern beobachtete, dass sich immer wieder gleiche Muster und Zeichen wiederholten, die im Malspiel entstanden waren. Bei seinen Reisen um die ganze Welt ließ er überall Kinder und Erwachsene malen und was er dabei herausfand, er staunte ihn. Überall malten die Menschen, wenn sie nicht angeleitet und korregiert wurden, die gleichen Muster und Zeichen. Dieses Phänomen nannte er „Formulation“.
1 EINLEITUNG: Definiert die Problematik der pädagogischen Unterstützung für Kinder mit komplexen Behinderungen und stellt die Forschungsfrage nach dem Nutzen kreativer Prozesse für diesen Personenkreis.
2 ÜBER KREATIVITÄT UND KOMPLEXE BEHINDERUNG: Diskutiert theoretische Ansätze zur Kreativität und überträgt diese auf Menschen mit Beeinträchtigungen unter dem Aspekt der Identitätsbildung und Resilienz.
3 ZUR METHODIK BASALEN ARBEITENS: Bietet einen Abriss über die Konzepte basaler Förderklassen sowie ausgewählte therapeutische Arbeitsweisen wie Basale Kommunikation und Sensorische Integration.
4 DAS PROJEKT "SPUREN HINTERLASSEN" - EIN VERSUCH: Beschreibt das empirische Projekt, inklusive Methodik, Setting und der praktischen Anwendung von Gestaltungstechniken mit den beteiligten Schülern.
5 RESÜMEE UND AUSBLICK: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und betont die Bedeutung der individuellen Beziehungsgestaltung und Freude für nachhaltige Lernprozesse.
Kreativität, komplexe Behinderung, basale Förderung, ästhetische Bildung, Inklusion, Selbstwirksamkeit, Resilienz, Malort, pädagogische Kunsttherapie, Basale Stimulation, Unterstützte Kommunikation, Identität, künstlerische Prozesse, individuelle Ressourcen, Sonderpädagogik.
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Kreativität und ästhetischem Gestalten bei Kindern mit komplexen Behinderungen im Rahmen der basalen Pädagogik.
Zu den Schwerpunkten gehören Kreativitätsforschung, basale Fördermethoden, das dialogische Prinzip in der Pädagogik sowie die Dokumentation eines kreativen Jahresprojekts.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass kreative Prozesse auch bei Kindern mit schwersten Beeinträchtigungen möglich sind und maßgeblich zur Entwicklung ihrer Selbstwirksamkeit und Identität beitragen können.
Der empirische Teil stützt sich auf teilnehmende Beobachtung, das Führen eines Forschertagebuchs sowie eine ausführliche Fotodokumentation im Regelunterricht.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Kreativität, eine Darstellung basaler Fördermethoden (z.B. Basale Stimulation, Snoezelen) und die praktische Beschreibung des Projekts "Spuren hinterlassen".
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kreativität, komplexe Behinderung, basale Förderung, ästhetische Bildung, Inklusion und Selbstwirksamkeit definiert.
Der Begriff "komplexe Behinderung" wird verwendet, um eine defizitorientierte Sichtweise zu vermeiden und den Betroffenen mit größerer Wertschätzung und einer offeneren Haltung zu begegnen.
Der Malort diente als Inspiration für ein spezielles, geschlossenes und reizarmes Setting im Klassenraum, das den Kindern einen geschützten Raum für ungestörtes schöpferisches Handeln bot.
Es fungiert als eine der tragenden Säulen, indem es eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Pädagoge und Schüler betont, in der das Kind als eigenständiges Gegenüber respektiert wird.
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