Bachelorarbeit, 2016
43 Seiten
1. Einleitung
2. Theorien zur mentalen Subjektivität
2.1 Sigmund Freuds Psychoanalyse
2.1.1 Das Unbewusste
2.1.2 Der Traum und die Traumdeutung
2.2 Trauma und Backstorywound
2.3 Morelli, Freud, Sherlock und House – Symbole, Symptome und Spuren
3. Filmische Darstellung der mentalen Subjektivität in House, M.D.
3.1 House´s Head & Wilson´s Heart
3.1.1 Dr. Gregory House und Dr. James Wilson
3.1.2 Inhaltszusammenfassung beider Episoden.
3.1.3 Mindscreen - Inverser Blick
3.2 House´s Head - Portale ins Unbewusste
3.2.1 Hypnose
3.2.2 Traum
3.2.3 Erinnerung und Halluzination
3.2.4 Das Unterbewusstsein - Nahtoderfahrung
3.3 Wilson´s Heart – Portale ins Unbewusste
3.3.1 Traum
3.3.2 Zwischen Leben und Tod – das Unbewusste
3.4 Das Unbewusste – House Divided und Under My Skin
4. Analyse und Interpretation der mentalen Subjektivität in House M.D.
4.1 Besonderheiten der Darstellung von mentalen Prozessen
4.2 Narratologische und audiovisuelle Filmtechniken
5. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die filmische Darstellung mentaler Subjektivität in den Episoden „House´s Head“ und „Wilson´s Heart“ der TV-Serie „House, M.D.“. Das primäre Ziel ist es, die narrativen und visuellen Techniken zu analysieren, mit denen das Medium Film das Unbewusste und innere Prozesse des Protagonisten Dr. House für den Zuschauer erfahrbar macht, wobei Theorien von Sigmund Freud als theoretisches Fundament dienen.
3.1.3 Mindscreen - Inverser Blick
Für die Darstellung des subjektiven Blickes einer Figur wird nicht selten die sogenannte Point-of-View-Sequenz benutzt. Dabei sieht der Zuschauer exakt das, was die Figur sieht und kann dadurch deren Wahrnehmung nachempfinden. Dadurch werden die eigentlich subjektiven Prozesse zu einem objektiven Gut transformiert. Um die Innenwelt, also die Gedanken und Erinnerungen einer Figur zu erfahren bedarf es eines anderen Verfahrens. Dieses Verfahren wird als Mindscreen bezeichnet und stellt die Visualisierung von Gedanken einer filmischen Figur dar. Das Mindscreenverfahren spielt am häufigsten im Kontext des unzuverlässigen Erzählens eine Rolle. Durch Vorenthaltung wichtiger Informationen wird ein Spannungsbogen geschaffen, der erst zum Ende des Filmes aufgelöst wird und meist eine unvorhergesehene Wendung zur Folge hat. Der Begriff des Mindscreen wurde von dem amerikanischen Filmwissenschaftler Bruce Kawin geprägt. Laut Kawin gibt dieses filmische Erzählverfahren anstatt nur der optischen Wahrnehmung die innere Wahrnehmung einer Figur wieder. „[Dadurch sind wir] angekommen im Kopf der Figur, sehen, was und vor allem wie sie sieht, erleben, was sie erlebt. Der Film verschafft uns Zugang zum Bewusstsein, respektive Unterbewusstsein der Figur, dringt in ihre Wahrnehmungswelten ein. Und diese Wahrnehmungswelten unterliegen im Fall von Träumen und Rauschzuständen eben anderen Verarbeitungsmechanismen von Umweltreizen als im Normal- oder Wachzustand.“ Durchaus gibt es Beispiele für Traumsequenzen, welche sich signifikant von der übrigen Wirklichkeit im Film unterscheiden. Diese Abgrenzung erfolgt beispielsweise durch Farben oder Töne, die zuvor nicht vorkamen. Jedoch nutzt vor allem das Mindscreenverfahren Traumsequenzen oder Halluzinationen, um den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken, indem diese nicht als solche gekennzeichnet werden. Die Besonderheit des Mindscreenverfahrens in House, M.D. liegt darin, dass nicht nur Träume und Erinnerungen, sondern auch das Unbewusste dargestellt wird. Das Unterbewusstsein ist ein nicht greifbarer und nicht konkret definierter Bewusstseinsprozess, der von Film nach Belieben dargestellt werden kann und einen wichtigen Teil der Erzählung der Episoden „House´s Head“, „Wilson´s Heart“, „House Divided“ und „Unter My Skin“ ausmacht.
1. Einleitung: Hinführung zum Thema der Darstellung mentaler Prozesse im Film, insbesondere anhand der Serie „House, M.D.“ und ihrer Relevanz für psychoanalytische Fragestellungen.
2. Theorien zur mentalen Subjektivität: Erläuterung der psychoanalytischen Basismodelle von Freud sowie der Verbindung von Symptomen, Indizien und Spuren in den Figuren Sherlock Holmes und Dr. House.
3. Filmische Darstellung der mentalen Subjektivität in House, M.D.: Detaillierte Analyse der speziellen Episoden und der angewandten filmischen Portale wie Hypnose, Träume und Halluzinationen zur Visualisierung des Unbewussten.
4. Analyse und Interpretation der mentalen Subjektivität in House M.D.: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der narratologischen und audiovisuellen Filmtechniken, die zur Darstellung von House' Innenwelt genutzt werden.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des Films als optimales Medium zur objektiven Darstellung subjektiver mentaler Prozesse und Einordnung der Ergebnisse.
Mentale Subjektivität, Dr. House, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Das Unbewusste, Traumdeutung, Mindscreen, Retrograde Amnesie, Filmanalyse, Narration, Halluzination, Trauma, Backstorywound, Deduktion, Audiovisuelle Filmtechnik
Die Arbeit untersucht, wie das Medium Film mentale Prozesse wie Träume, Erinnerungen und das Unbewusste darstellt, wobei die US-Serie „House, M.D.“ als zentrales Fallbeispiel dient.
Die zentralen Felder umfassen psychoanalytische Theorien, die filmische Umsetzung narrativer Ebenen und die Untersuchung von "Portalen" ins Unterbewusstsein des Protagonisten.
Ziel ist es aufzuzeigen, mit welchen spezifischen narrativen und technischen Mitteln die Serie House, M.D. eigentlich subjektive innere Prozesse für den Zuschauer objektiv visualisiert.
Die Arbeit nutzt eine methodische Kombination aus filmanalytischen Verfahren und psychoanalytischen Theorien (insb. Freuds Modell), um die filmischen Darstellungsformen zu interpretieren.
Der Hauptteil analysiert die Episoden „House’s Head“ und „Wilson’s Heart“ sowie ergänzend „House Divided“ und „Under My Skin“ im Hinblick auf ihre narrativen Strukturen, den Einsatz des Mindscreen-Verfahrens und die Symbolik von Traum und Halluzination.
Mentale Subjektivität, Psychoanalyse, Mindscreen, Traumdeutung, Unbewusstes und Filmnarration sind die prägenden Begriffe.
Amber fungiert in den Episoden als die zentrale Manifestation des Unbewussten von Dr. House, die ihn sowohl bei der Lösung von Rätseln unterstützt als auch seinen inneren psychischen Konflikt widerspiegelt.
Die Farbgebung dient als filmisches Unterscheidungsmerkmal zwischen der realen diegetischen Welt, negativen Halluzinationen (kühle Blautöne) und dem hellen, weißen Licht, das Hoffnung oder eine Nahtoderfahrung symbolisiert.
Die Morelli-Methode fokussiert sich auf die Identifizierung durch kleinste, unauffällige Details, was als direkte Inspiration für die deduktive Arbeitsweise von Sherlock Holmes und in der Folge von Dr. House dient.
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