Bachelorarbeit, 2013
72 Seiten, Note: 2,7
1. Einführung in die Problematik
2. Berufung des Paulus (Grundlage Gal 1, 11b-17)
2.1. Hinführung
2.2. Abgrenzung (Gal 1, 11b-17)
2.3. Syntaktische Analyse (Gal 1, 11b-17)
2.4. Übersetzungsvergleich (Gal 1, 11b-17)
2.4.1. Hinführung
2.4.2. Stier-Übersetzung (StÜ)
2.4.3. „Die Gute Nachricht“ Übersetzung (DGNÜ)
2.4.4. Die Bibel in gerechter Sprache-Übersetzung (BigSÜ)
2.5. Semantische Analyse (Gal 1, 11b-17)
2.5.1. Kontext: Anlass des Briefes
2.5.2. Evangelium: inhaltliche Bestimmung
2.5.3. Offenbarung: Gott offenbart sich in der Geschichte
2.5.4. Judesein angesichts der Offenbarung Jesu Christi
2.5.5. Erwählt sein
2.5.6. Berufung
2.5.7. Gnade
2.6. Bildliche Darstellung
2.7. Charakteristische Elemente alttestamentlicher Berufungserzählungen in Gal 1, 11b-17
2.8. Alttestamentliche Reminiszenzen
2.9. Zwischenbilanz zum ersten Teil der Arbeit
3. Prophetischer Lebensstil (Grundlage: protopaulinische Briefe)
3.1. Hinführung
3.2. Paulus als nabi
3.3. Paulus als Seher
3.4. Paulus als Gottesmann
3.5. Fazit zu Paulus als nabi / als Seher / als Gottesmann
4. Knecht sein für Christus auch im Leiden auf der Grundlage von DtrJes und den protopaulinischen Briefen
4.1. Paulus als Gottesknecht
4.2. Paulus als Märtyrer
5. Résumé und eigene Erkenntnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht das Selbstverständnis des Apostels Paulus und stellt die Frage, inwiefern seine Gesamtpersönlichkeit in Kontinuität zu alttestamentlichen Propheten gesehen werden kann, wobei der Fokus gezielt auf den protopaulinischen Briefen liegt.
2.5.2. Evangelium: inhaltliche Bestimmung
In V. 11b meint Paulus: „Das Evangelium, das ich verkündigt habe, stammt nicht von Menschen“. Uns wird damit klar, dass das Evangelium eine göttliche Botschaft ist, da es das Evangelium Jesu Christi ist.
Das Wort „Evangelium“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „gute Nachricht“, „gute Mär“. Damit ist nicht unbedingt gemeint, dass es sich um eine Offenbarung Gottes handelt. Bei den Griechen verstand man unter „guter Nachricht“ eine Siegesbotschaft im Kampf.
Im Alten Testament findet man Stellen, wo sich eine „gute Nachricht“ auf die Kundgabe eines günstig verlaufenen politischen Geschehens bezieht wie z.B. in 2 Sam 17, 17. David war aus Jerusalem geflohen, da sein Sohn Abschalom sich zum König erklärt hatte. Arkiter Huschai, welcher auf der Seite von David stand, aber bei Abschalom geblieben war, gelang es, den Rat des Ahitofels zu durchkreuzen. Dies drang als eine gute Nachricht auf geheimen Wege bis zu David vor: „Jonatan und Ahimaaz aber hielten sich an der Rogel-Quelle auf; eine Magd ging zu ihnen und brachte ihnen die Nachricht, sie aber gingen zu König David und machten ihm Meldung. Sie durften sich nämlich nicht sehen lassen und konnten deshalb die Stadt nicht betreten“.
1. Einführung in die Problematik: Die Arbeit thematisiert die Einordnung des Paulus als Persönlichkeit mit prophetischen Zügen und grenzt das Untersuchungsfeld auf die protopaulinischen Briefe ein.
2. Berufung des Paulus (Grundlage Gal 1, 11b-17): Dieses Kapitel analysiert das zentrale Berufungserlebnis des Paulus anhand des Galaterbriefes und setzt es in Bezug zu alttestamentlichen Vorbildern.
3. Prophetischer Lebensstil (Grundlage: protopaulinische Briefe): Hier werden die Rollenbilder des Nabi, des Sehers und des Gottesmannes auf Paulus angewendet, um seine prophetischen Facetten zu evaluieren.
4. Knecht sein für Christus auch im Leiden auf der Grundlage von DtrJes und den protopaulinischen Briefen: Dieser Abschnitt untersucht Paulus im Spiegel der Gottesknechtlieder des Deuterojesaja und beleuchtet den Aspekt des Leidens und Martyriums.
5. Résumé und eigene Erkenntnisse: Das Kapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und bestätigt, dass das Selbstverständnis des Paulus zahlreiche prophetische Elemente enthält, ohne dass er sich selbst als „Prophet“ bezeichnet.
Paulus, Apostel, Prophetie, Galaterbrief, Berufung, Gottesknecht, Offenbarung, Christentum, Altes Testament, Heidenmission, Charisma, Martyrium, Seher, Nabi, Gottesmann
Die Arbeit untersucht das Selbstverständnis des Apostels Paulus und prüft, inwieweit seine Persönlichkeit und sein Wirken in der Kontinuität alttestamentlicher Propheten stehen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Berufungsbericht des Paulus nach dem Galaterbrief, seiner Rolle als Nabi, Seher und Gottesmann sowie seinem Verständnis als Gottesknecht und Märtyrer.
Ziel ist es, ein umfassendes Bild des Paulus zu zeichnen, das über das urchristliche Phänomen der Gemeindeprophetie hinausgeht und seine Gesamtpersönlichkeit prophetisch verortet.
Die Arbeit nutzt exegetische Methoden wie die syntaktische und semantische Analyse von Bibeltexten, einen Übersetzungsvergleich sowie den Rückgriff auf alttestamentliche Berufungserzählungen als Vergleichsfolie.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Paulusberufung in Galater 1, die Untersuchung prophetischer Grundtypen in den protopaulinischen Briefen und die Auseinandersetzung mit den Gottesknechtliedern im Hinblick auf Leid und Leiden.
Wichtige Begriffe sind Berufung, Offenbarung, Apostolat, prophetischer Lebensstil, Charisma, Gottesknecht und die Identitätsfrage des Paulus zwischen Judentum und Christentum.
Dieser Textabschnitt dient als Fundament, da er die Schilderung des Berufungserlebnisses des Paulus enthält, die für sein apostolisch-prophetisches Selbstverständnis entscheidend ist.
Paulus identifiziert sich in seinem Wirken und seiner Leidensbereitschaft mit der christologischen Deutung des Gottesknechtes, wobei er sich stets auf Christus als sein Vorbild bezieht.
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