Bachelorarbeit, 2017
45 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Homosexualität
2.1 Homophobie
3 Männerdomäne Fußball
3.1 Moderne Männlichkeit
3.2 Heteronormativität
3.3 Homoerotisches Verhalten
4 Justin Fashanu
5 Thomas Hitzlsperger
6 Homophobie im Frauenfußball
7 Ausblick
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob der Fußball als Profisport eine gesellschaftliche Sonderstellung einnimmt, die den Umgang mit Homosexualität erschwert, und welche strukturellen Ursachen hinter der weiterhin bestehenden Homophobie in diesem Bereich stehen.
3.3 Homoerotisches Verhalten
Trotz der Homophobie im Fußball gehören zum Männerfußball Verhaltensweisen, die als homoerotisch bezeichnet werden können. So ist es normal, dass Spieler sich umarmen, berühren und küssen. (vgl. Walther 2006: 6) Auch ein Klaps auf den Po stellt im Fußball nichts Ungewöhnliches dar. (vgl. De Hek 2011: 77f)
Ein solches Verhalten würde in jedem anderen Lebensbereich zu einem Verdacht von Homosexualität führen und zumindest hinterfragt werden. (vgl. Müller 2009: 151)
Dass dies im Fußball nicht der Fall ist, liegt an der Heteronormativität im Fußball, auf die im vorherigen Kapitel genauer eingegangen wurde. Durch die Heteronormativität gilt ein grundsätzlicher Heterosexualitätsverdacht. (vgl. ebd.)
Der Heterosexualitätsverdacht würde in anderen Lebensbereichen durch das angesprochene Verhalten aufgehoben werden. Der Fußball schafft es jedoch den Spielern zusätzliche Männlichkeit zukommen zu lassen. (vgl. De Hek 2011: 78)
So können im Fußball auch verschiedene Formen von Männlichkeit ausgelebt werden. (vgl. ebd.)
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Diskrepanz zwischen der zunehmenden gesellschaftlichen Toleranz gegenüber Homosexualität und der anhaltenden Tabuisierung im Profifußball.
2 Homosexualität: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Homosexualität und Homophobie unter Berücksichtigung historischer und psychologischer Perspektiven.
3 Männerdomäne Fußball: Das Kapitel analysiert die historische Etablierung des Fußballs als Männersportart und die Rolle von Heteronormativität sowie homoerotischen Verhaltensweisen.
4 Justin Fashanu: Der Abschnitt dokumentiert das Leben und das öffentliche Bekenntnis des ersten Profifußballers, der sich während seiner Karriere outete.
5 Thomas Hitzlsperger: Das Kapitel befasst sich mit dem Outing des deutschen Nationalspielers und der gesellschaftlichen sowie medialen Resonanz darauf.
6 Homophobie im Frauenfußball: Es wird untersucht, wie sich die Homophobie im Frauenfußball äußert und warum sie trotz anderer Strukturen ein Thema bleibt.
7 Ausblick: Hier werden Bestrebungen des DFB und internationaler Verbände aufgezeigt, um Homophobie im Fußball aktiv zu bekämpfen.
8 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse über die Sonderstellung des Fußballs und die strukturellen Hürden für ein öffentliches Outing zusammen.
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Die Arbeit untersucht die Gründe für die anhaltende Homophobie im Profifußball und warum dieser Sport gesellschaftlich eine Sonderstellung in Bezug auf den Umgang mit Homosexualität einnimmt.
Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruktion von Männlichkeit, der Heteronormativität im Sport, dem paradoxen homoerotischen Verhalten auf dem Spielfeld sowie den Erfahrungen homosexueller Profisportler.
Das Ziel ist herauszufinden, ob und warum der Fußball als geschlossenes System Homosexualität stärker ausgrenzt als andere gesellschaftliche Bereiche und welche Mechanismen diese Ausgrenzung aufrechterhalten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer und sportwissenschaftlicher Fachliteratur sowie der Auswertung von Fallbeispielen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffserklärung, die Analyse der geschichtlichen Entwicklung des Fußballs als Männerdomäne und eine Fallstudie zu Justin Fashanu und Thomas Hitzlsperger.
Die wichtigsten Begriffe sind Homosexualität, Homophobie, Profifußball, Heteronormativität, Männerbund und Diskriminierung.
Dies liegt laut der Analyse an der starken Heteronormativität im Fußball: Solche Gesten werden als Ausdruck von Kameradschaft und Mannschaftsgefüge innerhalb eines exklusiven "Männerbunds" gedeutet und durch die De-Sexualisierung des Raumes legitimiert.
Da Fußballer grundsätzlich als heterosexuell wahrgenommen werden, stellt Homosexualität eine Anomalie dar, die die als geschützt geltende Männlichkeit im Fußball gefährden könnte, was zu Schweigen und Ausgrenzung führt.
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