Bachelorarbeit, 2016
40 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Der deutsche Sozialstaat
2.1 Rechtliche Grundlagen
2.2 Struktur- und Gestaltungsprinzipien
2.3 Die Finanzierung des Sozialstaates
2.4 Kritik am Sozialstaat
3 Das Bedingungslose Grundeinkommen als sozialpolitische Alternative
3.1 Der Grundgedanke des Bedingungslosen Grundeinkommens
3.2 Diskutierte Modelle des Bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland
3.2.1 Das Bedingungslose Grundeinkommen nach Götz W. Werner
3.2.2 Das Solidarische Bürgergeld
3.2.3 Das Transfergrenzen-Modell
3.3 Fallbeispiel Dauphin – Kanada
4 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens in Deutschland als sozialpolitische Alternative dienen kann, um die bestehenden Probleme des aktivierenden Sozialstaats zu bewältigen. Dabei werden insbesondere die theoretischen Grundlagen des Sozialstaates, verschiedene Konzepte des Grundeinkommens sowie empirische Erkenntnisse aus internationalen Fallbeispielen analysiert.
3.3 Fallbeispiel Dauphin – Kanada
Dauphin ist eine kanadische Kleinstadt in der Provinz Manitoba. Im Jahr 1973 beschloss die linksliberale kanadische Regierung unter Premierminister Pierre Trudeau ein Experiment zu starten. Aufgezeigt werden sollten die Auswirkungen eines Grundeinkommens auf den Arbeitswillen der Bevölkerung und ob ein Grundeinkommen die Armut beseitigen kann. In der ländlichen Kleinstadt Dauphin, mit damals knapp 10.000 Einwohnern wurde jeden Bürger ein Mindesteinkommen („Mincome“ – minimum income) bereitgestellt. Jeder Einwohner war berechtigt an diesem Experiment teilzunehmen. Im Jahr 1966 wurde die Kanadische Rentenversicherung (Canada Pension Plan) eingeführt, diese sicherte die Invaliden-, Alters- und Hinterbliebenenleistungen. Das damalige kanadische Sozialsystem sicherte nur die Grundversorgung der Bürger ab, vielmehr sollten diese sich selbst, beispielsweise durch Ersparnisse vorsorgen.
Allen Bürgern, die unter der Armutsgrenze von 2.100 Kanadischen Dollar (1.462,50 Euro - Stand 19.07.2016) pro Jahr lagen, wurde im Zeitraum von 1974 bis 1978 ein Mindesteinkommen von knapp 1.200 Kanadischen Dollar zur Verfügung gestellt. Um einen Arbeitsanreiz zu schaffen, reduzierte jeder selbst erwirtschaftete Dollar das Grundeinkommen um 50 Cent. Für das Mincome-Experiment wurde ein Budget in Höhe von 17 Mio. kanadischen Dollar bereitgestellt. Aufgrund des Ölschocks in den 1970er Jahren kam es zu einer Weltweiten Rezession 1974/75. Preissteigerung und Nachfrageschwäche führten zu einer Stagflation, dementsprechend stieg die Arbeitslosigkeit und es kam zu einer Inflation. Das Ölembargo und deren Auswirkungen trafen auch die kanadische Wirtschaft, somit wurde Mincome ohne jegliche Datenauswertung im Jahr 1978 eingestellt. Dr. Evelyn Forget wertete in den 2000er Jahren die Daten des Mincome-Experiment aus und schrieb die Ergebnisse in ihrer Studie „The town with no poverty“ nieder.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung des deutschen Sozialstaats ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich des Bedingungslosen Grundeinkommens als sozialpolitische Alternative.
2 Der deutsche Sozialstaat: In diesem Kapitel werden die rechtlichen Grundlagen, die Strukturprinzipien, die Finanzierung sowie aktuelle Herausforderungen des deutschen Sozialstaats erörtert.
3 Das Bedingungslose Grundeinkommen als sozialpolitische Alternative: Dieser Hauptteil erläutert den Grundgedanken des BGE, vergleicht drei verschiedene deutsche Konzepte (Werner, Althaus, Pelzer) und analysiert das kanadische Fallbeispiel Dauphin.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die soziale Gerechtigkeit der Finanzierungsmodelle und gibt einen Ausblick auf notwendige sozialpolitische Reformen.
Bedingungsloses Grundeinkommen, Sozialstaat, Sozialpolitik, Existenzminimum, Solidaritätsprinzip, Umverteilung, Transfergrenzen-Modell, Bürgergeld, Arbeitslosigkeit, Armutsbekämpfung, Finanzierung, Sozialversicherungen, Mincome-Experiment, soziale Sicherheit, Eigenverantwortung.
Die Arbeit untersucht das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE) als alternatives Konzept zum bestehenden deutschen Sozialstaatsmodell und analysiert dessen Potenzial und Umsetzbarkeit.
Die Arbeit beleuchtet die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen des Sozialstaats, verschiedene BGE-Modelle sowie empirische Erfahrungen aus einem kanadischen Experiment.
Die Forschungsfrage lautet, ob die Einführung eines BGE in Deutschland als sozialpolitische Alternative dienen kann, um Probleme des aktivierenden Sozialstaats zu lösen.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Vergleich theoretischer BGE-Modelle sowie der Auswertung empirischer Daten eines Fallbeispiels (Mincome-Studie).
Im Hauptteil werden der Grundgedanke des BGE, drei spezifische Modelle (Götz W. Werner, Dieter Althaus, Transfergrenzen-Modell) und das Experiment in Dauphin, Kanada, analysiert.
Zentrale Begriffe sind das Bedingungslose Grundeinkommen, der Sozialstaat, Finanzierungskonzepte, Existenzsicherung und die soziale Inklusion.
Im Gegensatz zum reinen BGE-Ansatz von Götz W. Werner kombiniert das Solidarische Bürgergeld von Dieter Althaus eine Gesundheitsprämie mit einer spezifischen Lohnsummenabgabe.
Das Transfergrenzen-Modell fokussiert auf eine mathematisch berechnete Umverteilung, bei der die Höhe des BGE an einen Abgabesatz gekoppelt ist, um die finanzielle Tragfähigkeit zu prüfen.
Das Experiment zeigte keine signifikante Verringerung des Arbeitswillens, verbesserte aber die Gesundheit, reduzierte Krankenhauseinweisungen und erhöhte die schulische Motivation der Jugendlichen.
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