Bachelorarbeit, 2016
39 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes
2.1 Die LOHAS – Ein grünes Phänomen
2.1.1 Definition von LOHAS
2.1.2 LOHAS im historischen Kontext von ökologischen Bewegungen
2.1.3 Das Internet als Leitmedium
2.1.4 Einflusssphären der LOHAS am Beispiel des Food-Marktes
2.2 Konsum und LOHAS
2.2.1 Der Konsumbegriff
2.2.2 Politische Partizipation
2.2.3 Der Politische Konsum: Boykott und Buycott
3. Diskussion – Politischer Konsum der LOHAS
3.1 LOHAS als Avantgarde des politischen Konsums
3.2 Der Konsumstil der LOHAS in der Kritik
4. Schlussfolgerungen
4.1 Zusammenfassung des Untersuchungsgegenstandes
4.2 Beantwortung der Forschungsfrage
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der "LOHAS" (Lifestyle of Health and Sustainability) und analysiert, inwieweit deren spezifisches Konsumverhalten als Ausdruck von politischem Engagement und Konsum begriffen werden kann.
3.1 LOHAS als Avantgarde des politischen Konsums
LOHAS entsprechen dabei dem in der Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes beschriebenen Ideal des mündigen Menschen. Sie hinterfragen tradierte Meinungen und drücken in ihrem Konsumstil individuelle und soziale Identitäten aus. Darin fordern sie – entgegen den Vorstellungen der ökologischen Bewegungen der 1980er Jahre – keinen Ausstieg aus dem System bzw. den Verzicht bestimmter Produkte und Dienstleistungen, sondern drücken ihren gezielten Einkauf, verstanden als „individualisiertes kollektives“ Handeln vielmehr aus und beeinflussen den Marktprozess durch ihren gezielten Konsum oder ihre gezielte Verweigerung. Die Zukunftsforscher und LOHAS Kirig und Wenzel konstatieren: „Wir setzen neue Prioritäten und verlangen das auch von der Wirtschaft, dem Supermarkt [...], von unserem Arbeitgeber, von der Regierung und von der gesamten Gesellschaft.“ Kirig und Wenzel bezeichnen Lifestyle of Health and Sustainability als einen „aktiv-fordernden“ statt „passiv-konsumptiven“ Lebensstil und heben dabei vor allem das Internet als zentrales und entscheidendes Leitmedium hervor: „Die Konsummärkte haben wir mit Hilfe des Internets politisiert.“
So hinterfragen sie nicht nur tradierte Meinungen, sondern haben darüber hinaus ein detailliertes Bild über ihre Kaufentscheidungen, indem sie zusätzlich Entscheidungshilfen heranziehen. Auf von LOHAS selbst organisierten Internetseiten wie der beschriebenen Plattform Utopia wird somit über die sozialen oder ökologischen Folgen bestimmter Produkte und Dienstleistungen aufgeklärt. Durch einen ständigen Informationsaustausch mit anderen LOHAS sind die internetaffinen und sich dort individuell und informell organisierenden LOHAS inzwischen sehr gut informiert und können auf ein breites Wissen zurückgreifen: Nach einer 2014 durchgeführten Online-Panel-Befragung der Universität Siegen geben 50,1 Prozent der Befragten im Alter von 18 und 69 Jahren an, sich schon einmal im Internet über die sozialen oder ökologischen Folgen bestimmter Produkte informiert zu haben. Das Internet vereint damit nicht nur die Ansprüche der LOHAS nach beispielsweise Individualität oder Authentizität, sondern eröffnet ihnen auch eine ganz neue Form der Partizipation.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das LOHAS-Phänomen ein und stellt die Forschungsfrage nach der politischen Dimension dieses Lebensstils.
2. Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes: Dieses Kapitel definiert den Begriff LOHAS, ordnet ihn historisch ein und analysiert die Bedeutung des Internets sowie den Einfluss auf den Food-Markt.
3. Diskussion – Politischer Konsum der LOHAS: Hier wird diskutiert, ob LOHAS als Avantgarde des politischen Konsums gelten können und welche kritischen Gegenargumente existieren.
4. Schlussfolgerungen: Das abschließende Kapitel fasst die Untersuchung zusammen und beantwortet die Forschungsfrage unter Berücksichtigung der kritischen Debatte.
LOHAS, Lifestyle of Health and Sustainability, ethischer Konsum, politischer Konsum, Nachhaltigkeit, Konsumstil, Internet, Utopia, ökologische Bewegung, Konsumgesellschaft, politische Partizipation, Food-Markt, Konsumkritik, Genuss, gesellschaftlicher Wandel
Die Arbeit befasst sich mit der LOHAS-Bewegung (Lifestyle of Health and Sustainability) und untersucht deren Einfluss auf Konsumgewohnheiten sowie deren gesellschaftspolitische Relevanz.
Zu den Schwerpunkten zählen der Wandel des Konsumbegriffs, die Bedeutung des Internets als Informationsquelle und die ethischen Ansprüche an moderne Lebensstile.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und inwieweit das Konsumverhalten der LOHAS als bewusste politische Handlung und Partizipation verstanden werden kann.
Die Arbeit nutzt eine Diskussion der Sekundärliteratur sowie eine Analyse publizistischer Quellen, um das Phänomen theoretisch und gesellschaftlich einzuordnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Begriffsbestimmung (LOHAS, Konsum, Partizipation) und eine kritische Diskussion, die sowohl die Vorzüge als auch die Schwachstellen des LOHAS-Konsums beleuchtet.
Zentrale Begriffe sind politischer Konsum, ökologisches Bewusstsein, gesellschaftliche Verantwortung, Avantgarde und nachhaltiger Konsum.
Das Internet wird als zentrales "Leitmedium" identifiziert, das durch Foren wie Utopia den Austausch von Informationen ermöglicht und den Konsum durch Transparenz politisiert.
Die Kritik fokussiert sich darauf, dass LOHAS den Konsum oft nicht einschränken, sondern lediglich "grün" konsumieren, was das grundlegende Problem des stetigen Wachstums unangetastet lässt.
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