Diplomarbeit, 2016
77 Seiten, Note: 1,1
1 Definition Drogen
1.1 Zeittafel des Rauschmittelkonsum
1.2 Soziokulturelle Faktoren
1.3 Wirtschaftliche Aspekte der Drogen
2 Drogen – Geschichte/Verwendung/Wirkung/Konsum
2.1 Alkohol
2.2 Opiate und Heroin
2.3 Amphetamine und Methamphetamin
2.4 Kokain und Crack
2.5 Cannabis
2.6 Ecstasy
2.7 Medikamente
2.8 LSD
2.9 Nikotin
2.10 Substitutionsmedikamente
2.11 Neuro-Enhancer
2.12 Legal Highs – Research Chemicals
3 Politische Agenda
3.1 BtMG
3.2 Suchtprävention der Politik
3.3 Drogenpolitische Aspekte der deutschen Parteien
3.4 Internationale Drogenpolitik
4 Therapie und Rehabilitation
4.1 Definition Sucht – Abhängigkeit
4.2 Ursachen einer Sucht
4.3 Suchthilfesystem
4.4 Zielhierarchie der Behandlung
5 Erhebung des Konsumverhalten
5.1 Einverständnis zur Studie
5.2 Forschungsfrage
5.3 Auswertung der gewonnenen Daten
5.4 Interpretation der Ergebnisse
5.5 Folgen für die Behandlung
5.6 Pflegerische Anforderungen
6 Auswirkungen auf die Gesellschaft
6.1 Soziale Auswirkungen
6.2 Familiäre Folgen
6.3 Gesundheitliche Folgen
6.4 Ökonomische Folgen
6.5 Ökologische Folgen
7 Zusammenfassung
7.1 Abschlussbericht
7.2 Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den geschichtlichen Kontext, die gesellschaftliche Bedeutung und die gesundheitlichen sowie ökonomischen Auswirkungen von Alkohol- und Drogenkonsum. Zudem wird das aktuelle Konsumverhalten stationärer Patienten analysiert, um daraus Anforderungen an die moderne Suchtkrankenbehandlung und die pflegerische Betreuung abzuleiten.
1.1 Zeittafel des Rauschmittelkonsums
Geschichtlich gesehen war es in den meisten Kulturen üblich, nur eine kleine Anzahl von Drogen für den allgemeinen Gebrauch zu bestimmen (vgl. Jay 2010: 34).
In der über viele Jahrzehntausende dauernden Kultur der „Jäger und Sammler“, die zeitweise über die ganze Welt verbreitet war, entstanden schamanische Praktiken, bei denen Rauschdrogen eine wichtige Rolle spielten, u.a. Fliegenpilz, Hexensalben, Sakrale Drogen und Schnupfdrogen (vgl. Schmiedbauer 2003: 627). Vor ca. 50.000 Jahren besiedelten die Ureinwohner Australien (Aborigines). Eine noch heute in Australien verwendete Substanz ist die Nachtschatten-Droge Pituri (Blätter einer Duboisia-Art). Die Traumzeit ist für diese Kultur ebenso ein wichtiger Bereich wie die Tageszeit – dies ist ein Hinweis auf eine ansonsten untergegangene Innenwelt, die der moderne Mensch sich durch Rauschdrogen zu erschließen sucht (vgl. Schmiedbauer 2003: 627). Bereits der Cro-Magnon Mensch (ab 40.000 v. Chr.) kannte sich wahrscheinlich mit der Herstellung vergorener Getränke aus (vgl. Schneider 2015: 40). Um 6000 vor Christus wird von den Babyloniern bereits Biotechnik angewandt, 8000 vor Christus erste Gärungen, 4000 vor Chr. erste Brau- und Bierkultur der Sumerer – mit Hilfe von Hefepilzen vergärten sie Zucker und Stärke zu Alkohol (vgl. Schmiedbauer 2003: 627). Die Ägypter kannten um 2000 vor Chr. bereits ca. 700 Heilpflanzen, ähnlich verhielt es sich bei den Persern, Indern und Chinesen (vgl. List 1996: 6). Um 3000 vor Chr. stirbt „Ötzi“, neben Hanfsamen hatte er auch noch Reste von Lärchen und Birkenporlingen (denen halluzinogene Eigenschaften zugeschrieben werden) bei sich. Einer der ältesten aus Ägypten bekannten medizinischen Texte, der auf 1600 v. Chr. datierte „Papyrus Ebers“, beschreibt die Wurzeln, Samen und Kapseln der Mohnpflanze (vgl. Jay 2010: 50). Im antiken Griechenland besingt Homer um 800 v. Chr. den Mut und Freude spendenden Zaubertrank Nepenthes, wobei es sich wohl um ein mit Opium versetztes Getränk gehandelt hatte.
1 Definition Drogen: Erläutert die etymologische Herkunft sowie verschiedene wissenschaftliche und medizinische Definitionen des Drogenbegriffs.
2 Drogen – Geschichte/Verwendung/Wirkung/Konsum: Bietet einen Überblick über diverse Substanzen, deren historische Herkunft, Wirkungsspektrum und Konsumzahlen.
3 Politische Agenda: Analysiert das Betäubungsmittelgesetz, die Suchtprävention der Politik sowie die unterschiedlichen Positionen der im Bundestag vertretenen Parteien.
4 Therapie und Rehabilitation: Beschreibt das deutsche Suchthilfesystem, die verschiedenen Versorgungsformen und die Zielhierarchie in der Arbeit mit Suchtkranken.
5 Erhebung des Konsumverhalten: Dokumentiert eine dreimonatige Studie am Bezirkskrankenhaus Augsburg und wertet das Konsumverhalten stationärer Patienten aus.
6 Auswirkungen auf die Gesellschaft: Beleuchtet die sozialen, familiären, gesundheitlichen und ökonomischen Folgen von Suchtmittelabhängigkeit.
7 Zusammenfassung: Fasst die Kernergebnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Herausforderungen in der Suchtkrankenbehandlung.
Drogen, Sucht, Suchtkrankenpflege, Alkoholismus, Nikotin, Rehabilitation, Suchthilfesystem, Konsumverhalten, Legal Highs, Drogenpolitik, Abhängigkeit, Prävention, Behandlungsziele, Polytoxikomanie, Sozialgesetzbuch.
Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Kontext, der gesellschaftlichen Bedeutung und den Auswirkungen von Alkohol- und Drogenkonsum sowie deren spezifischen Herausforderungen für die heutige Suchtkrankenbehandlung.
Zu den Schwerpunkten gehören die Definition von Drogen, die Geschichte und Wirkung verschiedener Rauschmittel, die politische Regulierung, das Suchthilfesystem sowie eine empirische Analyse des Konsumverhaltens in einer klinischen Umgebung.
Das primäre Ziel ist es, das aktuelle Konsumverhalten abhängiger Patienten zum Zeitpunkt der stationären Aufnahme zu ermitteln und daraus Erkenntnisse für die pflegerische Behandlung und notwendige politische Maßnahmen abzuleiten.
Der Autor führt eine umfassende Literaturrecherche durch und ergänzt diese durch eine dreimonatige quantitative Erhebung des Konsumverhaltens auf den Entzugsstationen des Bezirkskrankenhauses Augsburg.
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Aufarbeitung der verschiedenen Suchtmittel, eine Analyse der politischen Agenda sowie eine detaillierte Darstellung des Suchthilfesystems und der durchgeführten Datenerhebung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sucht, Suchthilfesystem, Suchtkrankenpflege, Alkohol- und Drogenkonsum, Konsumverhalten und Drogenpolitik definiert.
Ein zentrales Problem ist die hohe Anzahl polytoxischer Konsumformen und die Zunahme sogenannter "Legal Highs", die das Behandlungsspektrum zunehmend komplexer gestalten und teilweise unvorhersehbare Komplikationen verursachen.
Der Autor empfiehlt die Integration von Raucherentwöhnungsprogrammen in den stationären Behandlungsprozess, da dies ohne nennenswerten Kostenmehraufwand durch Informationsmaterialien und therapeutische Begleitung erfolgen könnte.
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