Diplomarbeit, 2005
177 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Kapitel: Grundlegung
A. Charakterisierung
I. Der Begriff ethisch-ökologischer Finanzprodukte
II. Unternehmensphilosophien ethisch-ökologischer Kreditinstitute
a) Ethisch-ökologische Kreditinstitute der anthroposophischen Bewegung
b) Ethisch-ökologische Kreditinstitute der Alternativbewegung
c) Ethisch-ökologische Kreditinstitute ohne ideologische Bindung
III. Banktypologische Betrachtung ethisch-ökologischer Kreditinstitute
a) Der Kundenkreis
b) Das Geschäftsgebiet
c) Der Geschäftskreis
d) Die Bankgröße
e) Die Trägerschaft
1. Die Rechtsform
2. Die Eigentümer
3. Die Zielsetzungen
f) Zwischenfazit
B. Historische Entwicklung
I. Die Ursprünge
II. Die Herausbildung des modernen Verständnisses
III. Die jüngere Vergangenheit
2. Kapitel: Marktsituation für ethisch-ökologische Bankprodukte
A. Die Nachfrage nach ethisch-ökologischen Bankprodukten
I. Die Mittelverwendung als Motiv ethisch-ökologischer Anleger
a) Die Vermeidungsstrategie
b) Die Auswahlstrategie
II. Kreditkunden ethisch-ökologischer Banken
III. Anlagekunden ethisch-ökologischer Bankprodukte
a) Kunden ethisch-ökologischer Kreditinstitute
b) Potentielle Kunden ethisch-ökologischer Finanzprodukte
B. Die Anbieter ethisch-ökologischer Bankprodukte
I. Ethisch-ökologisches Angebot konventioneller Kreditinstitute
a) Das Kreditgeschäft
b) Der Anlagebereich
II. Positionierung ethisch-ökologischer Kreditinstitute
3. Kapitel: Betriebspolitische Aspekte ethisch-ökologischer Kreditinstitute
A. Rechtliche Aspekte
I. Die Banklizenz
II. Die Einlagensicherung
III. Das Bankgeheimnis
B. Standortpolitische Aspekte
C. Räumliche und technische Aspekte
I. Die Geschäftsräume
II. Die technische Ausstattung
D. Organisatorische Aspekte
E. Personalpolitische Aspekte
I. Quantitative Perspektive
II. Qualitative Perspektive
a) Grundlegende personalpolitische Leitlinien
b) Umsetzung der personalpolitischen Leitlinien
1. Die Mitarbeiterkommunikation
2. Die Arbeitszeit
3. Die Bezahlung
4. Die Struktur der Belegschaft
5. Die Aus- und Weiterbildung
4. Kapitel: Das Leistungsangebot ethisch-ökologischer Kreditinstitute
A. Aktivgeschäfte
I. Liquiditäts- und Vermögensreserven
II. Kreditgeschäft
a) Abläufe im Kreditgeschäft
1. Die Kreditunterlagen
2. Die Krediterteilung
3. Die Veröffentlichung der Kredite
4. Das Risikocontrolling
5. Die Risikovorsorge
b) Angebot im gewöhnlichen Kreditbereich
c) Förderkreditbereich
d) Wirkungen des Kreditgeschäfts
B. Passivgeschäfte
I. Refinanzierung durch Eigenkapital
II. Refinanzierung durch Fremdkapital
a) Sichteinlagen
b) Tagesgeldeinlagen
c) Termineinlagen
d) Spareinlagen
e) Spar- und Auszahlpläne
f) Sparbriefe
C. Dienstleistungsgeschäfte
I. Der Zahlungsverkehr
II. Der Vertrieb von Direktbeteiligungen
III. Das Effektengeschäft
a) Der Vertrieb von Investmentfonds
b) Die Emission von Effekten
c) Der Handel mit Wertpapieren
IV. Der Vertrieb von Versicherungs- und Bausparprodukten
V. Die Stiftungs- und Schenkungsberatung
5. Kapitel: Geschäftspolitische Bewertung ethisch-ökologischer Kreditinstitute
A. Rentabilitätsbetrachtung
I. Die Aufwendungen
II. Die Erträge
B. Wachstumsbetrachtung
I. Der Ausbau bestehender Geschäftsbeziehungen
II. Die Gewinnung von Neukunden
a) Der Privatkundenbereich
b) Der Unternehmenskundenbereich
C. Sicherheitsbetrachtung
I. Risiko mindernde Aspekte
II. Risiko steigernde Aspekte
D. Imagebetrachtung
I. Positive Imageaspekte
II. Negative Imageaspekte
E. Zwischenfazit
6. Kapitel: Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit analysiert ethisch-ökologische Kreditinstitute im deutschsprachigen Raum, um deren Geschäftsmodell zu charakterisieren und ökonomisch zu bewerten. Dabei liegt der Fokus auf der Identifizierung banktypologischer Besonderheiten, der Marktsituation für nachhaltige Finanzprodukte sowie der betriebspolitischen und leistungsspezifischen Ausrichtung dieser Banken, um ihre Zukunftsfähigkeit vor dem Hintergrund einer zunehmenden Marktprofessionalisierung zu untersuchen.
Die Vermeidungsstrategie
Die Vermeidungsstrategie zielt darauf ab, Unternehmen, deren Geschäftstätigkeiten oder Handlungsweisen den ethischen Vorstellungen von Investoren widersprechen, das zur Verfügung stellen von Kapital zu verweigern. Sie stellt damit die Urform des ethischen Investierens dar. Mit dem Boykott wird bezweckt, die Nachfrage nach Aktien und Anleihen der betroffenen Unternehmen zu reduzieren. Daraus könnten Schwierigkeiten bei der Ausgabe neuer Aktien, steigende Kosten bei der Aufnahme von Fremdkapital oder eine höhere Anfälligkeit gegenüber feindlichen Übernahmen entstehen.
Kritiker der Vermeidungsstrategie argumentieren, dass es aufgrund der Komplexität und Arbeitsteiligkeit des Wirtschaftsprozesses kaum möglich sei, Unternehmen zu identifizieren, die tatsächlich nicht in vom Investor abgelehnte Aktivitäten involviert sind. Hinzu kommt die schwierige Überprüfbarkeit der Ausschlusskriterien. Einige Negativkataloge sind nahezu unüberschaubar. Eine allgemein verbindliche Festlegung von Kriterien ist kaum möglich, weil diese persönliche Werthaltungen zum Ausdruck bringen sollen. Wie verträgt sich bspw. der Ausschluss von Investments in Unternehmen der Rüstungsbranche mit dem moralischen Grundrecht der Selbstverteidigung? Und der Boykott von Kinderarbeit führte in der Vergangenheit dazu, dass die überwiegend asiatischen Produzenten ihre minderjährigen Beschäftigten entließen und diese in der Folge als Straßenkinder unter noch schlechteren Lebensbedingungen bestehen mussten.
Weiterhin ist der Ausschluss durch ethische Investoren für die betroffenen Unternehmen kaum mit negativen finanziellen Folgen verbunden, da deren Einfluss zu gering ist. Während des Apartheid-Boykotts wurden bspw. gerade südafrikanische Unternehmen wegen des Finanzierungsboykotts als interessante Investment-Alternative für antizyklisch agierende Anleger empfohlen.
1. Kapitel: Grundlegung: Das Kapitel definiert den Begriff der ethisch-ökologischen Finanzprodukte und kategorisiert die Banken anhand ihrer Unternehmensphilosophien und banktypologischer Merkmale sowie ihrer historischen Ursprünge.
2. Kapitel: Marktsituation für ethisch-ökologische Bankprodukte: Hier werden die Nachfragestrukturen, die Motive der Anleger sowie das Angebot der Kreditinstitute analysiert, wobei besonders die Unterscheidung zwischen Vermeidungs- und Auswahlstrategien im Vordergrund steht.
3. Kapitel: Betriebspolitische Aspekte ethisch-ökologischer Kreditinstitute: Dieser Teil beleuchtet die spezifischen betrieblichen Rahmenbedingungen, darunter rechtliche Lizenzen, Standortfragen, Organisationsstrukturen und personalpolitische Ansätze mit besonderem Fokus auf ökologische und soziale Werte.
4. Kapitel: Das Leistungsangebot ethisch-ökologischer Kreditinstitute: Das Kapitel detailliert das operative Leistungsportfolio, unterteilt in Aktivgeschäfte wie Kreditvergabe, Passivgeschäfte zur Refinanzierung sowie Dienstleistungsangebote und deren jeweilige ökonomische Ausgestaltung.
5. Kapitel: Geschäftspolitische Bewertung ethisch-ökologischer Kreditinstitute: Abschließend erfolgt eine ökonomische Beurteilung der Geschäftsmodelle anhand von Rentabilitäts-, Wachstums-, Sicherheits- und Imagebetrachtungen, um deren Zukunftsfähigkeit zu prüfen.
6. Kapitel: Zusammenfassung und Ausblick: Die wesentlichen Ergebnisse der Untersuchung werden in Form von Thesen zusammengeführt, die den aktuellen Stand und die zukünftigen Entwicklungspotenziale der Branche beleuchten.
Ethisch-ökologische Kreditinstitute, Nachhaltige Geldanlage, Mittelverwendung, Ökologie, Soziale Verantwortung, Banktypologie, Best-in-class-Ansatz, Vermeidungsstrategie, Auswahlstrategie, Betriebspolitik, Kreditportfolio, Risikocontrolling, Risikovorsorge, Zinsspanne, Zukunftsperspektiven.
Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand, die Charakteristika und die betriebspolitische Ausrichtung ethisch-ökologischer Kreditinstitute im deutschsprachigen Raum.
Zu den Kernbereichen zählen die Unternehmensphilosophien, die Marktsituation für nachhaltige Finanzprodukte, betriebspolitische Besonderheiten sowie das spezifische Leistungsspektrum und die ökonomische Bewertung der Bankmodelle.
Das Hauptziel besteht darin, die Arbeitsweise ethisch-ökologischer Banken zu charakterisieren und zu analysieren, ob deren Geschäftsmodelle, die soziale und ökologische Ziele über das reine Gewinnstreben stellen, ökonomisch zukunftsfähig sind.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer vergleichenden Untersuchung der Geschäftsberichte sowie öffentlich zugänglicher Dokumente und Daten der untersuchten Institute, ergänzt durch eine strukturierte banktypologische Einordnung.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Marktsituation (Nachfrage und Angebot), betriebspolitische Aspekte (Organisation, Personal, Standort), das konkrete Leistungsspektrum (Aktiv-, Passiv- und Dienstleistungsgeschäft) sowie die abschließende geschäftspolitische Bewertung.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie ethisch-ökologische Kreditinstitute, nachhaltige Geldanlage, Mittelverwendung, Rentabilität, ökologische soziale Verantwortung und Risikovorsorge aus.
Die zielgerichtete Mittelverwendung stellt das Hauptmotiv ethisch-ökologisch orientierter Anleger dar, da sie sicherstellen möchten, dass ihr Kapital explizit in ökologische oder soziale Projekte fließt, anstatt lediglich konventionell und renditeoptimiert investiert zu werden.
Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass diese Banken ihre ökonomische Zukunftsfähigkeit bewiesen haben, da sie trotz oft kleinerer Betriebsgrößen durch konservative Anlagestrategien, eine hohe Zahlungsmoral ihrer Kunden und die wachsende Bedeutung des Umweltbewusstseins wettbewerbsfähig bleiben und wachsen.
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