Magisterarbeit, 1999
121 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
Teil I. RAINALDS ANFÄNGE (1120-1156)
1. Rainalds Ausbildung
1.1. Jugend und Erziehung
1.2. Rainalds geistliche Stellung in Hildesheim
1.3. Rainalds erste politische Erfahrungen
1.4. Charakterisierung
2. Rainalds Tätigkeiten von 1156-1167
2.1. Rainalds Erhebung zum Reichskanzler
2.2. Rainalds Wahl zum Erzbischof von Köln 1159
2.3. Das Erzbistum Köln
2.4. Erzkanzler für Italien
2.5. Die Arnsberger Fehde im Jahre 1164
2.6. Rainalds Verdienste für Köln
2.6.1. Die Überführung der Hll. Drei Könige nach Köln 1164
2.6.2. Die Kanonisation der Hll. Drei Könige und ihre Auswirkungen für Köln
2.6.3. Die Heiligsprechung Karls des Großen 1165
Teil II. RAINALD UND SEIN VERHÄLTNIS ZUR RÖMISCHEN KURIE (1157-1165)
1. Der Reichstag von Besançon 1157 und seine Folgen
1.1. Der Reichstag von Besançon
1.2. Rainalds verhängnisvolle Übersetzung
1.3. War die Auslegung als „Lehen“ beabsichtigt?
1.4. Die Folgen der Übersetzung
2. Der Ausbruch des Schismas und das Konzil von Pavia 1160
2.1. Die zwiespältige Doppelwahl
2.2. Das Schreiben an den Erzbischof von Salzburg
2.3. Das Konzil von Pavia 1160
2.4. Rainald als Legat in Frankreich und England
2.5. Die Zusammenkunft in St. Jean de-Losne und ihre Folgen
3. Der Tod Victors IV. und die Neuwahl
3.1. Rainalds eigenmächtiges Handeln
3.2. Allgemeine Reaktion auf die Wahl
3.3. Friedrichs Reaktion auf Rainalds Verhalten
4. Das Jahr 1165
4.1. Der Kanzler als Gesandter in England
4.2. Die Würzburger Beschlüsse
4.3. Rainalds Verhalten beim Empfang der Weihe
4.4. Die Würzburger Eide und ihre Auslegung in zwei verschiedenen Schreiben
4.5. Die Folgen der Versammlung von 1165
Teil III. RAINALDS EINFLUß AUF DIE ITALIENPOLITIK FRIEDRICH BARBAROSSAS (1158-1167)
1. Rainalds Tätigkeiten in Italien von 1158-1159
1.1. Rainalds Gesandtschaft in Italien
1.2. Der Sieg über Mailand
1.3. Der Reichstag von Roncaglia
1.4. Die Durchsetzung der roncaglischen Beschlüsse
2. Der Sieg über Mailand 1161
2.1. Erneute Auseinandersetzungen mit Mailand
2.2. Rainalds Einfluß auf die Unterwerfung Mailands
3. Der letze Italienzug 1166
3.1. Rainald als Bevollmächtigter des Kaisers
3.2. Kriegsvorbereitungen
3.3. Die Schlacht bei Tuskulum
3.4. Rainalds Tod 1167
Die Arbeit untersucht das Leben und Wirken von Rainald von Dassel als Kanzler und Erzbischof von Köln unter Friedrich I. Barbarossa, wobei der Fokus auf seinem maßgeblichen Einfluss auf die staufische Reichs- und Kirchenpolitik sowie seine Rolle in der Italienpolitik liegt.
1.4. Charakterisierung Rainalds
Nach den verschiedenen Schilderungen seiner Zeitgenossen, war Rainald von Dassel von mittlerer Größe, wohlgebaut, aber nicht zu dick. Acerbus Morena schildert ihn folgendermaßen:
„Raynaldus electus archiepiscopos Colonie, qui canzellarius primum vocabatur, sed postea fuit archiecancellarius Ytalie, erat mediocriter lungus et spissus, venustam et coloratam faciem habens, membris bene compositis et extensis, capillis mollibus et quasi flavis.“
Neben glänzender Beredsamkeit und einer umfassenden wissenschaftlichen Bildung, verfügte er auch über eine unermüdliche Ausdauer und einen unerschütterlichen Eifer in der Leitung der Staatsgeschäfte. Es ist daher verständlich, daß ein Staatsmann wie Friedrich Barbarossa, Rainald als Ratgeber und Legaten überaus zu schätzen wußte.
Rainalds Ausbildung: Dieses Kapitel behandelt die frühen Lebensjahre von Rainald von Dassel, seine Ausbildung in Hildesheim und seine ersten Erfahrungen als Kleriker.
Rainalds Tätigkeiten von 1156-1167: Hier wird der Aufstieg Rainalds zum Reichskanzler und Erzbischof von Köln sowie sein Wirken als Territorialfürst und seine Rolle in der Überführung der Reliquien der Heiligen Drei Könige thematisiert.
Der Reichstag von Besançon 1157 und seine Folgen: Dieses Kapitel analysiert den diplomatischen Konflikt mit dem Papsttum, ausgelöst durch eine umstrittene Übersetzung im Kontext der kaiserlichen Herrschaftsrechte.
Der Ausbruch des Schismas und das Konzil von Pavia 1160: Im Zentrum stehen die Doppelwahl von 1159 und die Bemühungen des Kaisers und Rainalds, ihre Position durch die Synode von Pavia zu festigen.
Der Tod Victors IV. und die Neuwahl: Der Fokus liegt auf den Ereignissen nach dem Tod des kaiserfreundlichen Papstes Victor IV. und Rainalds maßgeblicher Rolle bei der Ernennung seines Nachfolgers.
Das Jahr 1165: Dieses Kapitel widmet sich den kaiserlichen Gesandtschaftsreisen nach England und Frankreich sowie den weitreichenden Beschlüssen der Würzburger Versammlung.
Rainalds Tätigkeiten in Italien von 1158-1159: Das Wirken des Kanzlers als Gesandter in den italienischen Städten zur Vorbereitung der kaiserlichen Herrschaftsabsicherung wird hier detailliert erörtert.
Der Sieg über Mailand 1161: Hier werden die erneuten militärischen Auseinandersetzungen mit Mailand und Rainalds Rolle als militärischer und diplomatischer Akteur dargestellt.
Der letzte Italienzug 1166: Das Kapitel schildert die Vorbereitungen des letzten Italienzuges, Rainalds Rolle als Bevollmächtigter, die Schlacht bei Tuskulum und seinen Tod 1167.
Rainald von Dassel, Friedrich Barbarossa, Staufer, Italienpolitik, Reichskanzler, Erzbistum Köln, Kirchenschisma, Heilige Drei Könige, Reichstag von Besançon, Reichstag von Roncaglia, Würzburger Beschlüsse, Machtpolitik, Papst Alexander III., Paschalis III., Investiturstreit
Die Magisterarbeit befasst sich mit der Biografie und dem politischen Wirken von Rainald von Dassel, einem der einflussreichsten Staatsmänner des 12. Jahrhunderts unter Kaiser Friedrich Barbarossa.
Zentrale Themen sind die staufische Italienpolitik, die kirchenpolitischen Auseinandersetzungen während des Schismas und die Rolle Rainalds als Reichskanzler und Erzbischof.
Das Ziel ist es, Rainalds Wirken basierend auf zeitgenössischen Quellen neu zu bewerten und seinen maßgeblichen Einfluss auf die staufische Politik gegenüber der Kurie und den italienischen Kommunen darzulegen.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Quellenanalyse zeitgenössischer Annalen, Briefsammlungen und Urkunden, ergänzt durch die Auseinandersetzung mit der bisherigen Forschungsliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Anfänge Rainalds, seine kirchenpolitische Rolle bei den Auseinandersetzungen mit der Kurie und seinen prägenden Einfluss auf die italienische Politik des Kaisers.
Wichtige Schlagworte sind Rainald von Dassel, Friedrich Barbarossa, Kirchenschisma, Italienpolitik, Reichskanzler und die Würzburger Beschlüsse.
Die Überführung diente der politischen Aufwertung Kölns als „Heiliges Köln“ und der Stärkung des kaiserlichen Machtanspruchs, indem sie Köln als Zentrum des Reiches und Wallfahrtsort etablierte.
Die Übersetzung als „Lehen“ statt „Wohltat“ in einem päpstlichen Schreiben provoziere einen heftigen Konflikt, da sie den Kaiser als Untergebenen des Papstes darstellte und somit das kaiserliche Souveränitätsverständnis massiv angriff.
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