Diplomarbeit, 2005
97 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Rahmenbedingungen sozialer Ungleichheit
1.2 Fragestellung der Arbeit
1.3 Stand der Forschung
2 Dimensionen und Determinanten sozialer Ungleichheit
2.1 Dimensionen sozialer Ungleichheit
2.2 Determinanten sozialer Ungleichheit
2.2.1 Familie und Sozialisation
2.2.2 Chancen(un)gleichheit
3 Deutschland und Schweden als Wohlfahrtsregime
3.1 Das Konzept Wohlfahrtsstaat
3.2 Grundlagen der Wohlfahrtsregime
3.2.1 Ein konservatives Modell: Deutschland
3.2.2 Schweden: Das „Volksheim“
4 Bezugspunkt Familie im Wohlfahrtsstaat
4.1 Zum Verhältnis von Staat und Familie
4.1.1 Familienpolitik in Deutschland
4.1.2 Familienpolitik in Schweden
4.2 Konstruktion von Kindheit im Wohlfahrtsstaat
4.3 Kinderbetreuung zwischen Subsidiarität und öffentlicher Verantwortung
4.3.1 Kinderbetreuung in Deutschland
4.3.2 Kinderbetreuung in Schweden
4.4 Deutschland und Schweden als Kinderbetreuungsregime
5 Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden
5.1 Familie, Kinder, Armut: Kinder in prekären Lebensumständen
5.2 Soziale Herkunft und Entscheidungen im Bildungssystem
5.3 Intergenerationale Mobilität in den Welten
5.4 Institutionelle Kinderbetreuung als Generator von Chancengleichheit
6 Schlussfolgerungen
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Familie und Wohlfahrtsstaat im Hinblick auf die Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie institutionelle Rahmenbedingungen — insbesondere frühkindliche Betreuungsangebote — den Einfluss der sozialen Herkunft auf die Lebenschancen von Kindern neutralisieren können.
1.2 Fragestellung der Arbeit
Hierbei werden insbesondere Verknüpfungen von familialer Lebenslage, elterlichen Berufen und familialer Erziehung in den Vordergrund gestellt. Die Erziehung innerhalb der Familie sowie die Sozialisation des Nachwuchses sind nicht von der äußeren Umwelt entkoppelt. Erfahrungen von Eltern im Beruf, durch deren Probleme auf dem Arbeitsmarkt sowie deren selbsterfahrene Erziehung und Sozialisationsbedingungen wirken sich auf den Umgang mit dem eigenen Nachwuchs aus. Für die Analyse der Reproduktion sozialer Ungleichheit ist es zentral, die gesellschaftliche Einbettung dieses Prozesses zu deuten. Es kommt darauf an, die institutionellen Rahmenbedingungen für die gesellschaftliche Reproduktion sowie deren stratifizierende Elemente herauszuarbeiten.
Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist das Verhältnis von Familie und Wohlfahrtsstaat sowie die daraus folgenden Konturen der Reproduktion sozialer Ungleichheit. Die im folgenden skizzierten Thesen sollen daher den Rahmen für die vorliegende Arbeit spannen.
Im Kern steht die Annahme, dass grundlegende Strukturen sozialer Ungleichheit durch Sozialisationsprozesse in Familien reproduziert werden. Das heißt, die Voraussetzungen für eine Positionierung im gesellschaftlichen Gefüge werden in den Familien geschaffen. Insofern lässt sich hierin ein Grund vermuten, warum bisherige Reformen im Bildungssystem nicht erfolgreich waren und die These des „constant flux“, d. h. einer relativen Reproduktion des Schichtungsgefüges nach wie vor Gültigkeit besitzt. Hier spielt die Familie eine zentrale Rolle.
Einleitung: Einführung in das Problem der Reproduktion sozialer Ungleichheit durch das Bildungssystem und die Familie in modernen Gesellschaften.
Dimensionen und Determinanten sozialer Ungleichheit: Theoretische Herleitung von Begrifflichkeiten wie sozialer Herkunft, Bildungsungleichheit und den Mechanismen der sozialen Vererbung.
Deutschland und Schweden als Wohlfahrtsregime: Analyse der unterschiedlichen wohlfahrtsstaatlichen Arrangements anhand der Typologie von Gøsta Esping-Andersen.
Bezugspunkt Familie im Wohlfahrtsstaat: Untersuchung der verschiedenen Familienbilder, familienpolitischen Strategien und der Rolle der Kinderbetreuung in beiden Ländern.
Zur Reproduktion sozialer Ungleichheit in Deutschland und Schweden: Empirische Betrachtung von Armut, Bildungserfolg und intergenerationaler Mobilität in Abhängigkeit von den Betreuungsregimen.
Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse, die eine Verbindung zwischen institutionellen Betreuungsangeboten und der Abschwächung herkunftsbedingter Benachteiligung bestätigt.
Soziale Ungleichheit, Wohlfahrtsstaat, Familie, Bildungssystem, Chancengleichheit, Intergenerationale Mobilität, Sozialisation, Kinderbetreuung, Humankapital, Soziale Herkunft, Deutschland, Schweden, Defamilialisierung, Dekommodifizierung, Relative Armut.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Frage, wie moderne Wohlfahrtsstaaten durch ihre institutionellen Ausgestaltungen soziale Ungleichheit zwischen den Generationen reproduzieren oder abmildern.
Die Schwerpunkte liegen auf der Familienpolitik, der Rolle des Staates bei der Kinderbetreuung, dem Bildungssystem und dem Konzept der Chancengleichheit.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und warum in Schweden eine stärkere intergenerationale Mobilität und damit mehr Chancengleichheit herrscht als in Deutschland.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch wohlfahrtsstaatliche Regimeforschung und einer anschließenden Analyse empirischer Ergebnisse im deutsch-schwedischen Vergleich.
Im Hauptteil werden die Wohlfahrtsregime, die familienpolitischen Leitbilder, der Stellenwert der Kinderbetreuung und empirische Daten zur intergenerationalen Mobilität analysiert.
Wohlfahrtsstaat, Chancengleichheit, soziale Herkunft, institutionelle Kinderbetreuung, intergenerationale Mobilität, Familie.
Durch die traditionelle Ausrichtung auf ein Ein-Ernährer-Modell und den Fokus auf monetäre Leistungen bleibt der Einfluss des Elternhauses auf den Bildungserfolg des Kindes in Deutschland relativ hoch und stabil.
Schweden verfolgt eine universale Politik, die durch frühkindliche Betreuung und die Entkoppelung von familiärer Versorgung und sozialem Status die Abhängigkeit der Lebenschancen von der sozialen Herkunft aktiv mindert.
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