Bachelorarbeit, 2017
100 Seiten, Note: 1,7
Diese Bachelorarbeit verfolgt das Hauptziel, die Chancen und Risiken der digitalen Vermögensverwaltung zu erörtern. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welchen Mehrwert schafft die digitale Vermögensverwaltung?
Grundlagen digitaler Vermögensverwaltung
„Viele Verbraucher fühlen sich unsicher, wenn es um die Planung ihrer Geldanlage geht. Jenes ist zum einen auf die Komplexität der Anlageprodukte und zum anderen auf die Skepsis seit der Finanzkrise im Jahr 2008 zurückzuführen. Eine Studie des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V. (BITKOM) aus dem Jahr 2015 hat ergeben, dass lediglich 15 Prozent der Anleger am Kapitalmarkt agieren. Die Investitionen in Geldwerte wie festverzinsliche Wertpapiere oder in Substanzwerte wie Aktien sind seit Jahren stark rückläufig. Zwar sind Unternehmensbeteiligungen in Form von Aktien besonders lukrativ, allerdings ebenso riskant. Investmentfonds sind eine bedeutende Alternative, jedoch ist die Auswahl geeigneter Fonds für viele Anleger zeitaufwendig und schwierig. Stattdessen bevorzugen private Investoren primär sicherheitsorientierte Anlagen, wie Giro- oder Sparkonten. Allerdings eignen sich jene Anlageformen nicht für den langfristigen Vermögensaufbau. Insbesondere wegen der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Die digitale Vermögensverwaltung vereinfacht die Komplexität der Anlageprodukte und schafft die Voraussetzung für eine höhere Partizipation privater Investoren am Kapitalmarkt.
3.1.1 Begriffsbestimmung und Abgrenzung zum Private Banking
Der Terminus Robo-Advisor (englisch für Anlage-Roboter) ist bislang nicht einheitlich de-finiert. Vielmehr lässt sich das Begriffsverständnis aus der Funktionsweise herleiten. Robo-Advisor unterstützen private Anleger auf internetbasierten Plattformen bei der langfristigen Geldanlage. Die Vermögensverwaltung wird medial anhand algorithmen-basierter Tools durchgeführt. Insofern handelt es sich um eine automatisierte Geldanlage. Dadurch ist der persönliche Kontakt zum Finanzberater nicht mehr obligatorisch. Insofern handelt es sich bei einem Robo-Advisor um eine digitale Alternative zur traditionellen Vermögensverwal-tung im Privatkundengeschäft. Robo-Advisor differieren wegen der Funktionalität im weiteren Sinne respektive wegen dem Mindest-Anlagevolumen im engeren Sinne vom Pri-vate Banking. Beim Private Banking erhalten ausschließlich wohlhabende Kunden, die mindestens ein sechsstelliges Anlagevolumendisponieren, eine persönliche und individuelle Beratung. Zwar liegen die Einstiegssummen bei einem Robo-Advisor deutlich darunter, jedoch bietet die digitale Vermögensverwaltung keine Beratung im eigentlichen Sinne. Infolgedessen, dass der Beratungsprozess nicht individualisiert, sondern einzig standardisiert ist. Während beim Private Banking eher Einmalanlagen getätigt werden, so eignen sich Robo-Advisor auch für den Zweck des monatlichen Sparens. Der Mindest-Sparbeitrag vari-iert je Anbieter, beträgt jedoch mindestens 5 Euro.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, beleuchtet die Relevanz der digitalen Vermögensverwaltung und stellt die zentrale Forschungsfrage sowie den Aufbau und die methodische Vorgehensweise der Arbeit vor.
2 Rendite versus Risiko – Dilemma für Privatanleger?: Das Kapitel erläutert die Grundlagen des Portfolio-Managements, die Rendite-Risiko-Optimierung nach Harry M. Markowitz und die Strukturierung optimaler Portfolios, um das Dilemma für Privatanleger zu beleuchten.
3 Robo-Advisory: Die neue Art der Geldanlage: Hier werden die Grundlagen der digitalen Vermögensverwaltung, die verschiedenen Arten digitaler Kapitalanlagen, die onlinebasierten Beratungsprozesse sowie die spezifischen Vor- und Nachteile von Digital Wealth Managern detailliert dargestellt.
4 Untersuchung digitaler Vermögensverwaltung in der Praxis: Dieses Kapitel überprüft die in der Einleitung formulierte Forschungsfrage durch eine empirische Untersuchung, die auf qualitativen Experteninterviews mit führenden FinTech-Unternehmen basiert und deren Ergebnisse interpretiert.
5 Kritische Würdigung: Das Kapitel diskutiert kritisch die theoretischen Annahmen zur digitalen Vermögensverwaltung im Abgleich mit den gewonnenen empirischen Ergebnissen und hebt Diskrepanzen sowie offene Diskussionspunkte hervor.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Hauptergebnisse, betont die zukünftige Rolle von Robo-Advisorn und prognostiziert die Entwicklung hin zu hybriden Beratungsmodellen in der Vermögensverwaltung.
Robo-Advisor, digitale Vermögensverwaltung, FinTech, Portfolio-Management, Rendite, Risiko, Markowitz, Kapitalanlage, private Investoren, Diversifikation, Anlagestrategien, Asset Allokation, ETFs, Beratungsprozess, Wertpapiere
Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Analyse der Chancen und Risiken der digitalen Vermögensverwaltung (Robo-Advisory) für private Investoren.
Zentrale Themenfelder sind das Portfolio-Management, die Rendite-Risiko-Optimierung nach Markowitz, die Funktionsweise und Arten von Robo-Advisorn, deren Vor- und Nachteile sowie ihre praktische Anwendung und zukünftige Entwicklung.
Das primäre Ziel ist es, die Chancen und Risiken der digitalen Vermögensverwaltung zu erörtern. Die Forschungsfrage lautet: „Welchen Mehrwert schafft die digitale Vermögensverwaltung?"
Die Arbeit verwendet Experteninterviews mit vorformulierten Fragen als empirische Forschungsmethode und eine qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring zur Auswertung des sprachlichen Materials.
Der Hauptteil behandelt die Grundlagen des Portfolio-Managements, die Rendite-Risiko-Optimierung, die Konzepte des Robo-Advisory, seine Arten und Prozesse, sowie eine praktische Untersuchung der digitalen Vermögensverwaltung durch Interviews.
Robo-Advisor, digitale Vermögensverwaltung, FinTech, Portfolio-Management, Rendite, Risiko, Markowitz, Kapitalanlage, private Investoren, Diversifikation, Anlagestrategien, Asset Allokation, ETFs, Beratungsprozess, Wertpapiere.
Das „magische Dreieck“ der Vermögensanlage fasst die drei Hauptziele privater Investoren zusammen: Sicherheit, Rentabilität und Liquidität, welche komplementär zueinanderstehen.
Robo-Advisor bieten eine automatisierte, algorithmus-basierte Geldanlage, oft mit niedrigeren Einstiegssummen und standardisierten Prozessen, wohingegen Private Banking eine persönliche und individuelle Beratung für wohlhabende Kunden mit hohem Anlagevolumen umfasst.
In Deutschland werden Robo-Advisor in drei Kategorien eingeteilt: solche, die Einzelproduktvorschläge machen (§34f GewO), solche, die eine komplette Vermögensverwaltung übernehmen (§32 KWG), und solche, die im sogenannten Haftungsdach agieren (§2 Abs. 10 KWG).
Experten sehen Vorteile in geringen Einstiegshürden, Kostengünstigkeit, einfacher und verständlicher Darstellung der Anlageprodukte, Unabhängigkeit von Konzernen, Flexibilität bei Einmal- und Sparbeiträgen sowie jederzeitiger Online-Verfügbarkeit von Informationen.
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