Examensarbeit, 2017
81 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Die Huber-Böckenförde-Kontroverse
2.1 Ernst Rudolf Huber
2.1.1 Person und Werk
2.1.2 Das Wesen des Konstitutionalismus
2.1.3 Hubers Merkmale des Konstitutionalismus
2.1.4 Der preußische Verfassungskonflikt
2.2 Ernst- Wolfgang Böckenförde
2.2.1 Person und Werk
2.2.2 Böckenförde und der deutsche Konstitutionalismus
2.3 Ergebnisse der Huber-Böckenförde-Kontroverse
2.4 Weitere Forschungspositionen zur Huber-Böckenförde-Kontroverse
3. Die Innenpolitik Preußens
3.1 Die innenpolitische Ausgangslage Preußens
3.2. Der preußische Verfassungskonflikt
3.2.1 Beginn der "Neuen Ära" in Preußen
3.2.2 Die Heeresreform als Ausgangspunkt
3.2.3 Die Rolle der liberalen Kräfte
3.2.4 Die Strategie Otto von Bismarcks
3.2.5 Der Verlauf des preußischen Verfassungskonfliktes
3.2.6 Die Ernennung Bismarcks zum Ministerpräsidenten
3.2.7 Bismarck als Konfliktminister
4. Die Außenpolitik Preußens
4.1 Der Deutsch-Dänische Krieg 1864
4.2 Der Deutsch-Deutsche Krieg 1866
5. Die Lösung des Verfassungskonfliktes
6. Bewertung der Politik Bismarcks
7. Resümee
Diese Hausarbeit untersucht die Innen- und Außenpolitik Preußens in der Phase von 1862 bis 1866, wobei das politische Handeln Otto von Bismarcks sowie der Verfassungskonflikt im Zentrum stehen. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, wie das politische Wirken Bismarcks in diesem Zeitraum in der historischen Forschung beurteilt wird und welche Rolle der Konstitutionalismus dabei spielte.
3.2.7 Bismarck als Konfliktminister
Mit Spannung wartete man den ersten parlamentarischen Auftritt des neuen Ministerpräsidenten ab. Dieser sollte am Abend des 29. September 1862 erfolgen, vor der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses, und die Zuhörer elektrisieren:
„Nicht auf Preußens Liberalismus sieht Deutschland, sondern auf seine Macht; Bayern, Württemberg, Baden mögen dem Liberalismus indulgieren, darum wird ihnen doch keiner Preußens Rolle anweisen; Preußen muß seine Kraft zusammenfassen und zusammenhalten auf den günstigen Augenblick, der schon einige Male verpaßt ist; Preußens Grenzen nach den Wiener Verträgen sind zu einem gesunden Staatsleben nicht günstig; nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden – das ist der große Fehler von 1848 und 1849 gewesen, sondern durch Eisen und Blut.“
Mit diesen Worten verstummten die Anwesenden. Aus der heutigen Sicht war es aber lediglich nur die Fortsetzung Bismarcks Gedankengänge. Er hatte ähnliche Worte in einen Brief an Schleinitz 1849 verlauten lassen. Für die Zeitgenossen war es eine vollkommene Überraschung. Gewiss hatte Bismarck nicht die Absicht eine Kampfansage zu machen. Wollte er doch lediglich aufzeigen warum die Heeresreform so notwendig war. Der Referent der Budgetkommission sprach von ein "Säbelregiment im Inneren" und "Krieg nach außen".
Franz Herre bewertet die Rede Bismarcks, als ein Ausdruck von Machtwillen und Eroberungsdrang des Ministerpräsidenten: „Ein urpreußischer Vulkan, der ausspie, was in ihm steckte.“, entgegen der Meinung Krockows, welcher die Rede Bismarcks nicht als Kampfansage interpretiert.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik ein, skizziert den zeitlichen Rahmen (1862-1866) und definiert das politische Handeln Bismarcks als zentralen Untersuchungsgegenstand.
2. Die Huber-Böckenförde-Kontroverse: Dieses Kapitel vergleicht die unterschiedlichen Forschungspositionen der Staatsrechtler E. R. Huber und E.- W. Böckenförde bezüglich der Natur des deutschen Konstitutionalismus.
3. Die Innenpolitik Preußens: Hier werden die Ursachen des Verfassungskonflikts, insbesondere die Heeresreform und die Rolle der Liberalen, sowie der politische Aufstieg Bismarcks detailliert analysiert.
4. Die Außenpolitik Preußens: Dieses Kapitel untersucht Bismarcks Verknüpfung von Innen- und Außenpolitik anhand der Einigungskriege von 1864 gegen Dänemark und 1866 gegen Österreich.
5. Die Lösung des Verfassungskonfliktes: Die Beilegung des Verfassungskonflikts durch die Indemnitätsvorlage im Kontext der außenpolitischen Erfolge Preußens wird hier beleuchtet.
6. Bewertung der Politik Bismarcks: Dieses Kapitel fasst verschiedene historische Forschungspositionen zusammen, um eine differenzierte Bewertung des politischen Handelns Bismarcks vorzunehmen.
7. Resümee: Im Resümee werden die zentralen Ergebnisse der Arbeit zusammengetragen und die Forschungsfragen abschließend beantwortet.
Otto von Bismarck, Preußen, Konstitutionalismus, Verfassungskonflikt, Heeresreform, Einigungskriege, Huber-Böckenförde-Kontroverse, Reichsgründung, Indemnität, Liberalismus, Monarchie, Innenpolitik, Außenpolitik, Machtpolitik, Reformpolitik.
Die Arbeit analysiert die politische Wirksamkeit Otto von Bismarcks in Preußen während der Jahre 1862 bis 1866, wobei ein besonderer Fokus auf dem Verfassungskonflikt und dessen Verknüpfung mit der Außenpolitik liegt.
Die Themenfelder umfassen den deutschen Konstitutionalismus in der verfassungshistorischen Debatte, die preußische Innen- und Außenpolitik sowie das strategische Kalkül Bismarcks in den Einigungskriegen.
Das Hauptziel ist es, die historische Beurteilung des Handelns Bismarcks zwischen 1862 und 1866 zu untersuchen und dabei zu klären, wie Deutschland den Weg des Konstitutionalismus einschlug.
Die Arbeit stützt sich auf eine detaillierte Literaturanalyse verfassungshistorischer Positionen sowie die Untersuchung zeitgenössischer Quellen und historischer Ereignisse.
Im Hauptteil werden zunächst die Positionen von Huber und Böckenförde gegenübergestellt, gefolgt von der Ereignisgeschichte der preußischen Innenpolitik, dem Verfassungskonflikt und der Einbindung der Außenpolitik.
Die zentralen Schlagworte sind Bismarck, Konstitutionalismus, preußischer Verfassungskonflikt, Heeresreform und Reichsgründung.
Huber bewertet den Konstitutionalismus als eigenständige, "stilgerechte Lösung", während Böckenförde darin primär einen Übergangszustand zwischen Monarchie und Parlamentarismus sieht.
Die Arbeit arbeitet heraus, dass Bismarck die Lückentheorie nutzte, um trotz fehlenden Budgets zu regieren, wobei der Autor diese Strategie als Teil von Bismarcks Ziel sieht, die königliche Macht durch außenpolitische Erfolge zu festigen.
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