Magisterarbeit, 2003
171 Seiten, Note: Sehr gut (1.0)
1 Einleitung
2 Akadische Identität
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Elemente akadischer Identität – Ces références communes qui font l‘Acadie
2.2.1 Lebensraum
2.2.2 Geschichte
2.2.3 Sprache
2.2.4 Religion
2.2.5 Gesellschaft
2.2.6 Kultur
2.3 Zusammenfassung
3 Akadischer Film
3.1 Begriffsbestimmungen und Methode
3.2 Akadische Identität im Film – L’Acadie dans le prisme du cinéma
3.2.1 « L’Acadie, c’est un monde qui se suffit » – Les Aboiteaux
I Auswertung Visueller Teil
II Auswertung Sprachlicher Teil
III Resümee
3.2.2 « L’Acadie, c’est un détail » - L’Acadie, l’Acadie?!
I Auswertung Visueller Teil
II Auswertung Sprachlicher Teil
III Resümee
3.2.3 « L’Acadie, c’est une culture » - Kacho Komplo
I Auswertung Visueller Teil
II Auswertung Sprachlicher Teil
III Resümee
3.3 Zusammenfassung
4 Ausblick: Die Zukunft des akadischen Films als Identitätsstifter
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion und Rekonstruktion akadischer Identität am Beispiel des akadischen Films. Ausgehend von der kulturwissenschaftlichen Hypothese, dass Identität Bilder erzeugt und Bilder wiederum Identität stiften, analysiert die Arbeit die Rolle des Films als Spiegel und Stifter kollektiver Identität innerhalb der frankophonen Minderheit in Nordamerika.
2.2.1 Lebensraum
Et in Arcadia ego – Ob der italienische Seefahrer und Entdecker Giovanni DA VERRAZANO (1485-1528) diesen Gedanken hatte, als er Anfang des 16. Jahrhunderts die nordamerikanische Atlantikküste erkundete, ist nicht überliefert. Überliefert ist hingegen, daß er dem östlich des heutigen Washington D.C. gelegenen Küstenstreifens den Namen „Archadia“ gab. VERRAZANO spielte damit auf das „Arkadien“ der Antike an, das damals als Inbegriff einer harmonischen, idyllischen Landschaft und Lebensweise galt – als ein Sinnbild für das irdische Paradies. In seinem Bericht an den französischen König François Ier, in dessen Namen er unterwegs war, sprach VERRAZZANO von einer Gegend „quale batezamo Archadia per la bellezza de li arbori“ - „die wir wegen der Schönheit ihrer Bäume Archadia genannt haben.“ Um seinen Auftraggeber zu ehren, nannte VERRAZZANO alle von ihm entdeckten Gebieten „Francesca“.
Im Laufe des 17. Jahrhunderts setzte sich für den südlich des Saint-Lorenz-Stromes gelegenen Teil der Nouvelle France nach mehreren unterschiedlichen Schreibweisen - Arcadia, Larcadia, Arcadie, Cadie, Lacadie, Accadie - die endgültige Bezeichnung Acadie durch. Ernest Hatch WILKINS erklärt den Wegfall des Konsonanten „r“ mit dem Einfluß sprachlicher Varietäten des Französischen, z. B. dem unbetonten „r“ im Bretonischen, bzw. mit Übertragungsfehlern, z. B. beim Kopieren von Landkarten.
Andere Autoren verweisen auf den möglicherweise indianischen Ursprung der Bezeichnung Acadie. Die französischen Siedler unterhielten zu den indianischen Ureinwohnern enge wirtschaftliche, militärische und zum Teil auch familiäre Kontakte. In deren Sprachen gibt es zahlreiche Bezeichnungen für fruchtbare Gegenden mit reicher Flora und Fauna, die auf „quody“ oder „cadie“ enden. So steht „quoddy“ in der Sprache der Malécites für « endroit fertile » oder „algatig“ in der Sprache der Mic-Mac für « lieu de campement ». In den kanadischen Atlantikprovinzen haben sich diese indianischen Ursprünge in Ortsnamen wie Passamaquody, Shubenacadie und Tracadie bis heute erhalten.
1 Einleitung: Vorstellung des Themas, der zentralen Hypothese und des interdisziplinären Ansatzes zur Untersuchung akadischer Identität im Film.
2 Akadische Identität: Definition zentraler Begriffe wie Mythos und Nation sowie Detaillierung der sechs konstituierenden Elemente akadischer Identität.
3 Akadischer Film: Theoretische Begründung der Filmanalyse und Anwendung auf ausgewählte Filmbeispiele zur Untersuchung akadischer Lebenswirklichkeit.
4 Ausblick: Die Zukunft des akadischen Films als Identitätsstifter: Reflexion über die Bedeutung der neuen Medien und die Rolle des Films für die zukünftige kulturelle Selbstbehauptung.
Akadien, akadische Identität, kollektives Gedächtnis, Filmanalyse, Kulturwissenschaft, aboiteaux, Deportation, Le Grand Dérangement, Identitätsstifter, frankophone Minderheit, Erinnerungskultur, Nationsbildung, französischer Film, Kulturgeschichte
Die Arbeit untersucht die Konstruktion und Stiftung von Identität innerhalb der akadischen Gemeinschaft am Beispiel des akadischen Films.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der konstituierenden Elemente akadischer Identität (wie Sprache, Geschichte und Lebensraum) und deren Reflexion in filmischen Werken.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie der akadische Film als Spiegel der Lebenswirklichkeit fungiert und inwiefern er aktiv zur Identitätsstiftung beiträgt.
Die Arbeit verwendet die qualitative Filmanalyse nach Thomas KUCHENBUCH, um audiovisuelles Material systematisch in Teilbereiche zu gliedern.
Nach der theoretischen Definition von Identität folgt die detaillierte Analyse dreier Filme, die unterschiedliche Epochen akadischer Geschichte repräsentieren.
Zentrale Begriffe sind Akadien, kollektives Gedächtnis, Identitätsstifter, Filmanalyse, Erinnerungskultur und Frankophonie.
Die aboiteaux werden als zentrales Symbol und Gedächtnisort interpretiert, das vom Überlebenswillen der ersten Siedler und der kollektiven Arbeitsweise der Akadier zeugt.
Der Film gilt als zentrales Referenzwerk für das "Akadische Erwachen" und verdeutlicht exemplarisch den Prozess des Übergangs von erlebter Geschichte zum kollektiven Bewusstsein.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

