Bachelorarbeit, 2017
60 Seiten, Note: 1,0
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
1 Einleitung
2 Die Gewerkschaft und ihre Mitglieder
2.1 Die Relevanz der Mitglieder und ihre Ansprache
2.2 Strategien zur Mitgliedergewinnung
2.3 Strategien zur Mitgliedermobilisierung
3 Die Bedeutung von sozialen Netzwerken für Gewerkschaften
3.1 Funktionen sozialer Netzwerke
3.2 Die Bedeutung der Online-Kommunikation für Gewerkschaften
4 Methodisches Vorgehen
4.1 Material: Tweets und Facebook-Posts der IG Metall und ver.di
4.2 Die Kategorien der Gewinnung und Mobilisierung
4.3 Inhaltsanalytische Untersuchung
5 Ergebnisse
5.1 Ver.di: Deprivation und Solidarität per Facebook
5.2 Ver.di: Solidarität und Information per Twitter
5.3 IG Metall: Information und Organizing per Facebook
5.4 IG Metall: Organizing und Deprivation per Twitter
6 Diskussion und Fazit
Diese Arbeit untersucht die Nutzung sozialer Netzwerke durch Gewerkschaften, um herauszufinden, ob und wie diese Plattformen gezielt für die Mitgliedergewinnung und -mobilisierung während laufender Tarifverhandlungen eingesetzt werden. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die inhaltliche Ausgestaltung der Kommunikation sowie die angewandten Strategien von ver.di und IG Metall.
3.1 Funktionen sozialer Netzwerke
Das sogenannte Web 2.0, auch ‚Mitmachnetz’ genannt, entwickelte sich Mitte der 2000er (O’Reilly, 2005). Das Web 2.0 zeichnet sich dadurch aus, dass der Internetnutzer nun auch selbst zum Produzenten werden kann – der ideale Nährboden für Social-Networking-Sites. Es wurde möglich, ohne große Vorkenntnisse Texte, Bilder, Videos oder Audioaufnahmen im Internet zu veröffentlichen und so einem potenziell großen Publikum zur Verfügung zu stellen. Soziale Medien verstehen sich als Sammelbegriff für bestimmte Angebote und Formen digital vernetzter Medien, die das onlinebasierte Bearbeiten und Veröffentlichen von Inhalten aller Art sowie die Beziehungspflege und den Austausch zwischen Menschen vereinfachen (Schmidt, 2013, S. 16; Seidenglanz & Westermann, 2013, S. 142).
Sie erleichtern es, Informationen aller Art im Internet zugänglich zu machen und zu bearbeiten. Im Netz werden Begriffe geprägt, Debatten entzündet und Meinungen gebildet (Hoffjann & Gusko, 2013, S. 1). Die sozialen Netzwerke sind auf Konversation ausgerichtet: man meldet sich zu Wort, lobt, kritisiert, freut sich über verschiedene Ereignisse oder drückt etwa Mitgefühl aus. Sie dienen als Nachrichtenplattformen, bieten die Positionierung zu bestimmten Themen und ermöglichen Informationsbeschaffung im privaten und gesellschaftlichen Bereich. Dabei erweitern sie die Handlungsspielräume von Menschen, da sie Kommunikation über räumliche und/oder zeitliche Entfernungen hinweg zulassen (Schmidt, 2013, S. 27).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von Gewerkschaften als Interessenvertreter ein und thematisiert den Rückgang der Mitgliederzahlen als Antrieb für neue Kommunikationsstrategien im digitalen Raum.
2 Die Gewerkschaft und ihre Mitglieder: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Mitgliederbindung und -mobilisierung und definiert die verschiedenen strategischen Dimensionen wie Organizing und Tarifpolitik.
3 Die Bedeutung von sozialen Netzwerken für Gewerkschaften: Hier werden die Funktionen von Web 2.0-Plattformen beleuchtet und dargelegt, warum eine zeitgemäße Online-Kommunikation für die Reichweite und Mobilisierung von Gewerkschaften essenziell geworden ist.
4 Methodisches Vorgehen: Dieses Kapitel beschreibt die qualitative Inhaltsanalyse als Methode, um die Posts und Tweets von IG Metall und ver.di anhand eines entwickelten Kategoriensystems systematisch zu untersuchen.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen detailliert auf, wie ver.di und IG Metall soziale Netzwerke nutzen, wobei Unterschiede in der emotionalen Ansprache und der Informationsdichte zwischen den Plattformen und Gewerkschaften deutlich werden.
6 Diskussion und Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, leitet einen Kommunikationsleitfaden für Gewerkschaften ab und reflektiert die Validität der angewandten Theorien im Kontext des digitalen Wandels.
Gewerkschaften, Soziale Netzwerke, Mitgliedergewinnung, Mitgliedermobilisierung, Tarifverhandlungen, ver.di, IG Metall, Online-Kommunikation, Qualitative Inhaltsanalyse, Organizing, Social Media Strategie, Tarifpolitik, Web 2.0, Interessenverbände, Arbeitnehmervertretung.
Die Arbeit untersucht, wie Gewerkschaften soziale Netzwerke (speziell Facebook und Twitter) in Phasen von Tarifverhandlungen nutzen, um ihre Mitglieder zu erreichen, zu gewinnen und für Streiks zu mobilisieren.
Die Themen umfassen die Mitgliederkommunikation, Strategien der gewerkschaftlichen Interessenvertretung (wie Organizing), die Funktionen von Social Media für politische Organisationen und die Analyse von Inhalten während Tarifrunden.
Das Hauptziel ist es zu klären, ob und mit welchen spezifischen Strategien Gewerkschaften das Potenzial sozialer Medien für die Gewinnung und Mobilisierung von Mitgliedern in der Praxis ausschöpfen.
Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse angewandt, bei der ein deduktiv und induktiv entwickeltes Kategoriensystem auf Tweets und Facebook-Posts von ver.di und der IG Metall angewendet wird.
Der Hauptteil analysiert die konkrete Social-Media-Kommunikation der beiden Gewerkschaften während ihrer jeweiligen Tarifrunden 2016 und 2017 und vergleicht dabei die verwendeten Argumentationsmuster und Medienstrategien.
Wichtige Begriffe sind Gewerkschaften, Mitgliedergewinnung, Mobilisierung, Organizing, Tarifpolitik, Social Media Kommunikation und qualitative Inhaltsanalyse.
Während ver.di stärker auf emotionale Ansprache und das Schaffen eines Wir-Gefühls setzt, kommuniziert die IG Metall tendenziell sachlicher, informationenorientierter und fokussiert sich stärker auf die Kompetenzvermittlung und das Organizing.
Klassische Mobilisierungstheorien werden auf ihre Validität geprüft; es zeigt sich dabei, dass einige Ansätze, wie die Interaktionstheorie, weniger auf die einseitige digitale Kommunikation anwendbar sind, während Strategien wie das Organizing oder die Deprivationstheorie für die Analyse als hilfreich erachtet werden.
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