Bachelorarbeit, 2016
57 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Stereotype
2.2 Vorurteile
3 Entstehung von Stereotypen und Vorurteilen
3.1 Soziale Kategorisierung als Basis für Stereotype
3.1.1 Kategoriale Differenzierung
3.1.2 "Who said what?“-Paradigma
3.2 Subtyping vs. Subgrouping (Subtypisierung vs. Untergruppierung)
3.3 Kontrollierte und automatische Prozesse von Stereotypen und Vorurteilen
3.4 Inhalte von Stereotypen
4. Auswirkungen von Stereotypen (und Vorurteilen)
4.1 Stereotype – threat theory
4.1.1 Möglichkeiten Stereotype threat entgegenzuwirken
4.1.2 Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden
4.2 Auswirkungen von Stereotypen auf die Wahrnehmenden
4.2.1 Auswirkungen auf das Handeln
5. Interventionsmöglichkeiten
5.1 Dekategorisierung und Rekategorisierung
5.2 Die Kontakthypothese
5.2.1 Der erweiterte Kontakteffekt
5.2.2 Kritik an der Kontakthypothese
6. Diskussion
Diese Bachelorarbeit untersucht die kognitiven und sozialen Mechanismen hinter der Entstehung von Stereotypen und Vorurteilen, deren Auswirkungen auf die Betroffenen und die wahrnehmenden Personen sowie Ansätze zur Reduktion dieser Phänomene durch Interventionsstrategien.
3.1.1 Kategoriale Differenzierung
Eine Besonderheit bei der Wahrnehmung von Fremdgruppen ist die wahrgenommene Homogenität. Grundlage der wahrgenommenen Homogenität ist das sogenannte Akzentuierungsprinzip, welches von Tajfel & Wilkes (1963) in einer Untersuchung demonstriert wurde. Die Untersuchung von Tajfel & Wilkes (1963) zeigte, dass Kategorisierung zu einer perzeptuellen Akzentuierung der wahrgenommenen Ähnlichkeiten und Unterschieden zwischen Kategorien führt.
Das bedeutet, dass Merkmale derselben Kategorie als ähnlicher wahrgenommen werden, als diese tatsächlich sind (Assimilation). Merkmale unterschiedlicher Kategorien werden dagegen als unähnlicher wahrgenommen (Konstrastierung). Tajfel & Wilkes (1963) stellten sich die Frage, wie die Kenntnis darüber, dass Stimuli in bestimmte Kategorien fallen, die Beurteilung einer physikalischen Dimension dieser Stimuli beeinflusst, und zwar dann, wenn die Beurteilungsdimension in Zusammenhang mit der Kategorie steht.
Dabei gehen die Autoren davon aus, dass die Kategorisierung von Stimuli, wenn diese in Zusammenhang mit der Beurteilungsdimension (hier die physikalische Größe) steht, einen Effekt auf die Beurteilung dieser Dimension hat. Bei einer Klassifikation von Stimuli, bei der die Kategorien keinen Zusammenhang mit der Beurteilungsdimension aufweisen, sollte diese Klassifikation dagegen keinen Effekt auf die Beurteilung haben. Die Unterschiede zwischen den Urteilen der physikalischen Größe sollten in einer Urteilsfolge mit Stimuli, die zu verschiedenen Kategorien gehören, größer sein als in einer identischen Urteilsfolge, in der keine Klassifikation der Stimuli vorgenommen wurde, es also keine Kategorien gab.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Relevanz von Stereotypen und Vorurteilen in der heutigen Zeit dar und umreißt die Forschungsziele der Arbeit.
2 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel liefert eine präzise wissenschaftliche Definition von Stereotypen als kognitive Repräsentationen und Vorurteilen als bewertende Einstellungen.
3 Entstehung von Stereotypen und Vorurteilen: Hier werden die kognitiven Prozesse der sozialen Kategorisierung, Subtypisierung sowie automatische und kontrollierte Informationsverarbeitung beleuchtet.
4. Auswirkungen von Stereotypen (und Vorurteilen): Das Kapitel analysiert die negativen Konsequenzen für Zielpersonen, wie den "Stereotype Threat", sowie die Auswirkungen auf das Handeln wahrnehmender Personen.
5. Interventionsmöglichkeiten: Hier werden Strategien wie Dekategorisierung und die Kontakthypothese untersucht, um Vorurteile in intergruppalen Beziehungen effektiv zu reduzieren.
6. Diskussion: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Ergebnisse der Arbeit zusammen und kritisiert die Praxistauglichkeit bestehender Kontaktmodelle im Alltag.
Stereotype, Vorurteile, Soziale Kategorisierung, Stereotype Threat, Akzentuierungsprinzip, Subtyping, Shooter Bias, Kontakthypothese, Intergruppenkontakt, Identifikation, Diskriminierung, Attribution, Sozialpsychologie, Kognitive Prozesse, Wohlbefinden.
Die Arbeit befasst sich mit der sozialpsychologischen Untersuchung von Stereotypen und Vorurteilen, deren Ursprüngen, ihren Auswirkungen auf das Individuum und die Gesellschaft sowie Möglichkeiten, diese durch gezielte Interventionen abzubauen.
Die zentralen Felder umfassen die kognitive Entstehung von Gruppeneinteilungen, die Beeinträchtigung der Leistung durch stereotype Bedrohung, den Einfluss auf Entscheidungen in kritischen Situationen und die Wirksamkeit der Kontakthypothese.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Stereotype entstehen, welche gravierenden Folgen sie für das Handeln und Wohlbefinden von Menschen haben können und welche wissenschaftlich fundierten Strategien existieren, um diese negativen Effekte zu mildern.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung empirischer sozialpsychologischer Studien, darunter klassische Experimente und Meta-Analysen zu den behandelten Themenbereichen.
Im Hauptteil werden zunächst die kognitiven Mechanismen (wie die Kategorisierung) erläutert, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Auswirkungen auf Zielpersonen und Beobachter. Abschließend werden verschiedene Interventionsansätze und deren Grenzen diskutiert.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Soziale Kategorisierung, Stereotype Threat, Shooter Bias, Kontakthypothese, Subtyping und der erweiterte Kontakteffekt.
Es beschreibt, dass die soziale Kategorisierung dazu führt, dass innerhalb einer Kategorie wahrgenommene Unterschiede minimiert werden (Assimilation), während Unterschiede zwischen verschiedenen Kategorien überbetont werden (Kontrastierung).
Als Erklärung wird angeführt, dass Polizisten durch eine spezifische professionelle Ausbildung Übungen zur kognitiven Kontrolle durchlaufen, die ihnen helfen, diese automatisierten Verzerrungen im Entscheidungsprozess zu überwinden.
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