Masterarbeit, 2017
78 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemrelevanz und Zielsetzung
1.2 Aufbau und Gang der Arbeit
2. Behavioral Finance
2.1 Grundlagen und Begriffsabgrenzung
2.2 Rationalitätskonzept und dessen Abstufungen
2.3 Behavioral Biases und Heuristiken
3. Psychographische Modelle der Behavioral Finance
3.1 Behavioral Alpha Process
3.2 Prospect Theory
3.3 Behavioral Portfolio Theory
4. Herding
4.1 Definition und Eigenschaften von Herding
4.2 Ursachen von Herding
4.2.1 Informationskaskadenmodell
4.2.2 Reputationsmodell
4.3 Der Beauty-Contest nach Keynes
5. Auswirkungen von Herding
5.1 Spekulationsblasen
5.2 Subprime-Hypothekenkrise
6. Fazit und Problemlösungsvorschläge
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Auswirkungen von Herdenverhalten (Herding) auf Finanzmärkten aus der Perspektive der verhaltenswissenschaftlich orientierten Finanzmarkttheorie (Behavioral Finance). Dabei wird der Frage nachgegangen, ob eine Früherkennung dieses Verhaltens möglich ist oder ob es sich ausschließlich um ein ex post feststellbares Phänomen handelt.
4.1 Definition und Eigenschaften von Herding
Herding (Herdenverhalten) beschreibt ein massenpsychologisches Phänomen bei dem Individuen kollektiv in einer Gruppe gleichgerichtet handeln. Der Begriff kommt aus der Tierwelt. Die meisten Tiere bilden instinktiv eine Herde, um beispielsweise Nahrung zu finden oder sich vor Feinden zu schützen. Hierdurch wird in der Regel die Überlebenschance der einzelnen Tiere in der Gruppe erhöht. Dieses gleichgerichtete Verhalten findet auch bei Menschen und somit auch in der Real- und Finanzwirtschaft statt.
Häufig orientieren sich Menschen an Vorbildern. Sie beobachten, wie sie ihre Ziele erreicht haben, und versuchen dann die Handlungen ihrer Vorbilder zu imitieren. Vor allem bei Entscheidungen, die mit Unsicherheiten verbunden sind, orientieren sich Menschen an dem Verhalten von anderen bzw. der Masse. Generell fällt es Menschen schwer sich entgegen der Masse zu bewegen und Entscheidungen zu treffen, die von der Entscheidung einer Gruppe abweichen. Dies zeigen auch einige experimentelle Untersuchungen zum Thema Herding. Wie bereits in Tabelle 1, Abbildung 2 und Abbildung 3 aufgezeigt, tritt Herding bei der Entscheidungsfindung auf und betrifft vor allem passive Investorentypen mit einer moderaten Risikobereitschaft, die im BAP von POMPIAN als „Follower“ (Mitläufer) bezeichnet werden. Diese Investoren sind auf Finanzmärkten tätig und tragen somit zum Herdenverhalten auf ebendiesen bei. Auf den Finanzmärkten wird häufig ein gleichgerichtetes Verhalten der Akteure erkannt, das nicht durch klassische Modelle der Finanzmarkttheorie erklärt werden kann.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemrelevanz der verhaltenswissenschaftlichen Finanzmarkttheorie ein und erläutert die Zielsetzung sowie den methodischen Aufbau der Arbeit.
2. Behavioral Finance: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen der Behavioral Finance dargestellt, das Rationalitätskonzept kritisch hinterfragt und relevante kognitive sowie emotionale Verzerrungseffekte (Behavioral Biases) erläutert.
3. Psychographische Modelle der Behavioral Finance: Hier werden Modelle wie der Behavioral Alpha Process, die Prospect Theory und die Behavioral Portfolio Theory vorgestellt, um Investoren psychographisch zu klassifizieren.
4. Herding: Dieses Kapitel definiert Herdenverhalten, analysiert dessen Ursachen durch Informationskaskaden- und Reputationsmodelle und beleuchtet das spieltheoretische Modell des Beauty-Contest nach Keynes.
5. Auswirkungen von Herding: Hier wird untersucht, wie Herding zur Bildung von Spekulationsblasen beiträgt, wobei die Subprime-Hypothekenkrise als praktisches Fallbeispiel dient.
6. Fazit und Problemlösungsvorschläge: Das abschließende Fazit resümiert die Erkenntnisse zur Früherkennung von Herdenverhalten und betont die Notwendigkeit, psychologische Einflüsse neben der klassischen Theorie zu berücksichtigen.
Behavioral Finance, Herding, Herdenverhalten, Prospect Theory, Behavioral Alpha Process, Informationskaskade, Reputationsmodell, Rationalität, Spekulationsblasen, Subprime-Hypothekenkrise, Behavioral Bias, Heuristiken, Entscheidungsverhalten, Nash-Equilibrium, Finanzmarkt
Die Arbeit analysiert das Phänomen des Herdenverhaltens (Herding) auf Finanzmärkten aus der Sicht der verhaltenswissenschaftlich orientierten Finanzmarkttheorie (Behavioral Finance).
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Behavioral Finance, psychographische Investorenmodelle, die Mechanismen von Informationskaskaden und Reputationsmodellen sowie die Entstehung von Spekulationsblasen.
Das Hauptziel besteht darin, die Ursachen und Auswirkungen von Herding zu identifizieren und die Frage zu klären, ob dieses Verhalten frühzeitig erkannt werden kann oder nur ex post feststellbar ist.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse bereits vorliegender Studien und Experimente aus dem Bereich der Psychologie und Finanzmarkttheorie; es werden keine eigenen empirischen Datenerhebungen durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch Behavioral Biases, die Vorstellung von Klassifizierungsmodellen für Investoren, die Analyse spieltheoretischer Herding-Modelle sowie die Untersuchung praxisnaher Auswirkungen am Beispiel der Subprime-Krise.
Die wichtigsten Begriffe sind Behavioral Finance, Herding, Informationskaskade, Reputationsmodell, Prospect Theory, Spekulationsblasen und Behavioral Bias.
Der "Follower" ist ein passiver Investor mit moderater Risikobereitschaft, der anfällig für Herding ist, während der "Accumulator" ein aktiver Investor ist, der dazu neigt, sein Risiko aufgrund von Selbstüberschätzung zu unterschätzen.
Gemäß dem Reputationsmodell ist es für Entscheidungsträger oft rational, der Masse zu folgen, da eine kollektive Fehlentscheidung einen geringeren Reputationsverlust nach sich zieht, als wenn man als einziger Akteur mit einer konträren Strategie scheitert.
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