Diplomarbeit, 1986
126 Seiten, Note: 3,0
1 Einleitung
1.1 Erklärung des Themas
1.1.1 Erläuterung des Begriffs „Heimerziehung“
1.1.2 Erläuterung des Begriffs „Ambulante Alternativen“
1.1.3 Frage nach der Art der Arbeit
1.1.4 Eingrenzung des Themas
1.2 Motivation
1.3 Ziele und Zielgruppen der Arbeit
1.4 Methodisches Vorgehen
2 Ambulante Maßnahmen im weiteren Sinne am Beispiel des Modellprojektes Elmshorn
2.1 Stadtteilbeschreibung
2.2 Finanzierung und Ziele des Modellprojektes
2.3 Stadtteilarbeit
2.4 Wissenschaftliche Begleitung
2.5 Verbundsystem im Überblick
2.5.1 Bereich: Offene Kinder- und Jugendarbeit
2.5.2 Bereich: Schulbezogene und schulergänzende Hilfen
2.5.3 Bereich: Sprachheiltherapie
2.5.4 Sonstige Angebote
3 Ambulante Sondermaßnahmen, die im Projekt verwirklicht wurden
3.1 Bereich: Schulbezogene und schulergänzende Hilfen
3.1.1 Rechtliche Grundlagen
3.1.2 Therapeutische Schularbeitsgruppen (TSg)
3.1.3 Lese-Rechtschreib-Therapie (L-R-T)
3.1.4 Ambulante Gruppe (AG)
3.2 Bereich: Sprachheiltherapie
3.2.1 Rechtliche Grundlagen
3.2.2 Wesen, Aufgaben und Ziele
3.2.3 Durchführung
3.2.4 Interne und externe Kooperation
3.3 Kritik
4 Ambulante Sondermaßnahmen
4.1 Pflegefamilie, insbesondere Tagesmutterprojekt
4.1.1 Rechtliche Grundlagen
4.1.2 Verschieden Arten von Familienpflege
4.1.3 Aufgaben und Ziele der Tagespflege
4.1.4 Kriterien für die Auswahl einer Tagesmutter
4.1.5 Vorteile/ Positive Aspekte
4.1.6 Frage nach den negativen Wirkungen
4.1.7 Faktoren für das Gelingen bzw. Nichtgelingen
4.1.8 Tagesmütterprojekt
4.1.8.1 Entstehung
4.1.8.2 Regionale Verteilung und Größenordnung
4.1.8.3 Rahmenbedingungen des Tagesmütterkonzeptes
4.1.8.4 Durchführung
4.1.8.5 Beendigung des Pflegeverhältnisses
4.1.9 Konfliktpunkte
4.1.10 Erfolg und Ausblick
4.2 Familienhilfe
4.2.1 Rechtliche Grundlagen
4.2.2 Klientenkreis
4.2.3 Aufgaben und Ziele
4.2.4 Person des Familienhelfers
4.2.5 Methoden
4.2.6 Voraussetzungen für das Gelingen
4.2.7 Kasseler Modellprojekt
4.2.7.1 Selbstverständnis des Projektes
4.2.7.2 Zeitlicher Rahmen
4.2.7.3 Wissenschaftliche Begleitung
4.2.7.4 Durchführung
4.2.7.5 Beendigung
4.2.7.6 Einschätzung und Kritik
4.3 Erziehungsbeistandsschaften (Ebs)
4.3.1 Rechtliche Grundlagen
4.3.2 Klientenkreis
4.3.3 Aufgaben und Ziele
4.3.4 Voraussetzungen für die Einrichtung einer Ebs
4.3.4.1 Rechtliche Voraussetzungen
4.3.4.2 Sonstige Bedingungen für die Einrichtung
4.3.4.3 Ausschließungsgründe für eine Ebs
4.3.5 Methoden
4.3.6 Geschichtliche Darstellung
4.3.7 Durchführung am Beispiel Düsseldorfs
4.3.7.1 Organisatorische Grundlagen
4.3.7.2 Verfahren
4.3.7.3 Informationspflicht
4.3.7.4 Beendigung einer Ebs
4.3.8 Konfliktpunkte
4.3.9 Ausblick
4.4 Vergleich der Familienhilfe mit der Erziehungsbeistandschaft
5 Gesamtzusammenfassung mit spezieller Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Projektes Elmshorn
5.1 Gesamtzusammenfassung
5.2 Zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Projektes Elmshorn
Die vorliegende Arbeit untersucht ambulante Alternativen zur klassischen Heimerziehung und analysiert kritisch deren Wirksamkeit und praktische Anwendung. Das Hauptziel besteht darin, anhand des Modellprojektes „Stadtteilorientiertes Beratungszentrum Elmshorn“ sowie ergänzender Ansätze wie der Familienhilfe und der Erziehungsbeistandschaft aufzuzeigen, wie soziale Unterstützung innerhalb des gewohnten Lebensumfelds der Klienten erfolgreich umgesetzt werden kann, um eine stationäre Fremdunterbringung zu vermeiden.
1.1.1 Erläuterung des Begriffs „Heimerziehung“
Von Heimerziehung wird gesprochen, wenn ein Minderjähriger – Tag und Nacht – Außerhalb des Elternhauses in einem Internat, Kinder- oder Säuglingsheim, Heim für Schwererziehbare Kinder oder ähnlichem untergebracht ist.
Eine Fremdunterbringung eines Kindes – die nun einmal mit der Heimaufnahme bewirkt wird – ist meist gekoppelt mit einer „Bankrotterklärung“ der Eltern in ihrer erzieherischen Funktion.1
„Den Eltern wird quasi öffentlich bescheinigt, dass sie als Erzieher versagt haben.“2
Eine Fremdunterbringung bedeutet für Kinder und Jugendliche oft eine Verpflanzung in ein anderes Milieu.
Dies kann zu Desorientierung und Verunsicherung führen, weil dadurch der Kontakt zu Eltern, Nachbar- und Verwandtschaft, Freunde und dergleichen meist abgebrochen wird.3
Die natürliche Umgebung (Wohnbereich) wird mit einem künstlichen Klima (Heim) eingetauscht.
1 Einleitung: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe Heimerziehung und ambulante Alternativen und erläutert die Motivation sowie das methodische Vorgehen der Literaturarbeit.
2 Ambulante Maßnahmen im weiteren Sinne am Beispiel des Modellprojektes Elmshorn: Hier wird der Modellversuch des Beratungszentrums Elmshorn-Hainholz vorgestellt, wobei insbesondere die Stadtteilarbeit als Kerngedanke sowie das mehrgleisige Verbundsystem analysiert werden.
3 Ambulante Sondermaßnahmen, die im Projekt verwirklicht wurden: Dieses Kapitel vertieft die rechtlichen Grundlagen und die praktische Durchführung von schulbezogenen Hilfen, der Lese-Rechtschreib-Therapie und der Arbeit in ambulanten Gruppen innerhalb des Projektes.
4 Ambulante Sondermaßnahmen: Hier werden weiterführende, nicht in Elmshorn realisierte Konzepte wie die Pflegefamilie (Tagesmütterkonzept), die Familienhilfe und die Erziehungsbeistandschaften detailliert hinsichtlich ihrer Methoden und rechtlichen Rahmenbedingungen untersucht.
5 Gesamtzusammenfassung mit spezieller Beurteilung der Leistungsfähigkeit des Projektes Elmshorn: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch die Leistungsfähigkeit des Elmshorner Modellprojektes sowie die Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf andere Einzugsgebiete.
Heimerziehung, Ambulante Alternativen, Jugendhilfe, Jugendwohlfahrtsgesetz, Stadtteilarbeit, Sozialarbeit, Beratungszentrum, Familienhilfe, Erziehungsbeistandschaft, Tagespflege, Tagesmutterprojekt, Jugendhilfekarriere, Prävention, Pädagogik, Sozialpädagogik
Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Untersuchung ambulanter Alternativen zur stationären Heimerziehung, wobei der Fokus auf Modellen liegt, die Kinder und Jugendliche in ihrem gewohnten sozialen Umfeld unterstützen.
Zu den Schwerpunkten gehören das Modellprojekt „Stadtteilorientiertes Beratungszentrum Elmshorn“, rechtliche Aspekte nach dem Jugendwohlfahrtsgesetz (JWG) sowie verschiedene Formen der Familienhilfe und Erziehungsbeistandschaft.
Ziel ist es, eine verständliche Darstellung des Modellprojekts Elmshorn zu liefern und zu prüfen, ob dieses richtungsweisend für eine stadtteilorientierte Sozialarbeit sein kann, die den "stationären" Eingriff der Heimerziehung vermeidet.
Der Autor hat sich für eine Literaturarbeit entschieden, um existierende Forschungsergebnisse zu den verschiedenen Arbeitsfeldern (Schulhilfen, Sprachheiltherapie, Tagespflege, Familienhilfe, Ebs) ausführlich zusammenzufassen und zu analysieren.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Organisationsstruktur und Angebote des Elmshorner Modells sowie verschiedene ambulante Sondermaßnahmen wie das Tagesmütterkonzept, Familienhilfe und Erziehungsbeistandschaften.
Zentrale Begriffe sind Heimerziehung, Ambulante Alternativen, Jugendhilfe, Stadtteilarbeit, Sozialarbeit, Familienhilfe und Erziehungsbeistandschaft.
Die Mehrgleisigkeit bezieht sich darauf, dass das Beratungszentrum verschiedene Fachdisziplinen unter einem Dach vereint, sodass ein Kind parallel unterschiedliche Förderungen erhalten kann, ohne lange Wege zurückzulegen.
Der Autor äußert sich sehr kritisch und bezeichnet das Vorgehen einiger Jugendämter, Tagespflegeangebote zu behindern oder zu diskreditieren, als "dreist" und nicht im Interesse des Klienten.
Der Autor kritisiert unter anderem, dass bei der Ebs das Kind oft in eine Sündenbockfunktion gedrängt werde und das Jugendwohlfahrtsgesetz keine hauptamtlichen Erziehungsbeistände vorsieht, was die Effektivität und Professionalität einschränkt.
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