Bachelorarbeit, 2016
39 Seiten, Note: 1,7
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
2. Politische Situation der SPD 1930/31
3. Carlo Mierendorff – Ein biographischer Überblick
4. Carlo Mierendorff und die nationalsozialistische Wählerforschung 1930/31
4.1 Mittelstand
4.2 Nichtwähler
5. Mierendorff und die nationalsozialistische Wählerforschung 1930/31 im Blick der zeitgenössischen, soziologischen und aktuellen Forschung
5.1 Mierendorffs Thesen und zeitgenössische Erklärungsansätze
5.1.1 Theodor Geiger
5.1.2 Walther Scheunemann
5.2 Mierendorffs Thesen und soziologische Erklärungsansätze
5.2.1 Lipset – Die klassentheoretische Position
5.2.2 Bendix – Die massentheoretische Position
5.3 Mierendorffs Thesen und aktuelle Erklärungsansätze
5.3.1 Mittelstand
5.3.2 Nichtwähler
6. Fazit
7. Quellen – und Literaturverzeichnis
7.1 Quellen
7.2 Literatur
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Sozialdemokraten und Wahlforscher Carlo Mierendorff in die historische Forschungsentwicklung zur nationalsozialistischen Wählerverhaltensforschung einzuordnen. Dabei wird untersucht, wie sich seine Thesen aus den Jahren 1930/31 zu zeitgenössischen, soziologischen und aktuellen wissenschaftlichen Erklärungsansätzen verhalten.
4.1 Mittelstand
Bevor die Thesen Mierendorffs zur Rolle des Mittelstands in der nationalsozialistischen Wählerforschung herausgearbeitet werden, soll der Begriff des Mittelstands näher betrachtet werden.
Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts unterscheidet man zwischen dem „alten“ und dem „neuen“ Mittelstand. Zum „alten“ Mittelstand zählen die selbstständigen Inhaber sowie gewerbliche, kaufmännische und landwirtschaftliche Mittel- und Kleinbetriebe. Dem „neuen“ Mittelstand werden die mittleren und unteren Angestellten sowie die qualifizierten Facharbeiter zugeordnet, die im Zuge der industriellen Entwicklung neu entstanden sind. Gerade durch die Expansion des Dienstleistungssektors und die Herausbildung der Informationsgesellschaft wurde die Entwicklung des „neuen“ Mittelstands gefördert. Das der Mittelstandsbegriff im politischen und wissenschaftlichen Sprachgebrauch zu den umstrittensten gehört, hat Winkler bereits in seinem Werk „Mittelstand, Demokratie und Nationalsozialismus“ deutlich gemacht.
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den beispiellosen Wahlerfolg der NSDAP bei der Reichstagswahl 1930 und führt in die Fragestellung ein, wie Mierendorff als sozialdemokratischer Wahlforscher dieses Phänomen interpretierte.
2. Politische Situation der SPD 1930/31: Dieses Kapitel erläutert das Dilemma der SPD in der Weimarer Endphase und begründet ihre Tolerierungspolitik gegenüber dem Brüning-Kabinett.
3. Carlo Mierendorff – Ein biographischer Überblick: Der Abschnitt liefert eine biographische Skizze Mierendorffs, um sein politisches Engagement und seine Motivation als "militanter Sozialdemokrat" zu verdeutlichen.
4. Carlo Mierendorff und die nationalsozialistische Wählerforschung 1930/31: Hier werden Mierendorffs spezifische Thesen bezüglich der Anziehungskraft des Nationalsozialismus auf den Mittelstand und Nichtwähler dargelegt.
5. Mierendorff und die nationalsozialistische Wählerforschung 1930/31 im Blick der zeitgenössischen, soziologischen und aktuellen Forschung: Dies ist der Kernteil der Arbeit, in dem Mierendorffs Thesen einer multiperspektivischen Kontroverse unterzogen werden, unterteilt in zeitgenössische, klassen- bzw. massentheoretische sowie moderne Ansätze.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, hebt die Gemeinsamkeiten und Differenzen zu den betrachteten Forschern hervor und reflektiert die subjektive Perspektive Mierendorffs.
Carlo Mierendorff, Nationalsozialismus, Wählerforschung, SPD, NSDAP, Mittelstand, Nichtwähler, Reichstagswahl 1930, Weimarer Republik, Klassentheorie, Massentheorie, historische Wahlverhaltensforschung, politische Soziologie, Weltwirtschaftskrise, Antikapitalismus.
Die Arbeit analysiert die Thesen des Sozialdemokraten Carlo Mierendorff zum Wahlverhalten der NSDAP-Wähler in den Jahren 1930/31 und setzt diese in einen wissenschaftshistorischen Vergleich.
Die zentralen Felder sind die Rolle des alten und neuen Mittelstands, die Mobilisierung von Nichtwählern durch die Nationalsozialisten sowie die ökonomischen und psychologischen Ursachen für den Wahlerfolg der NSDAP.
Das Ziel ist die Einordnung Mierendorffs in die Entwicklung der historischen Wahlverhaltensforschung und die kritische Bewertung seiner Analysen im Spiegel der Forschung des 20. Jahrhunderts.
Die Arbeit nutzt die Methode des historischen Vergleiches, um Mierendorffs Aussagen mit denen anderer Zeitgenossen und späterer Soziologen abzugleichen.
Im Hauptteil werden Mierendorffs Thesen zunächst detailliert vorgestellt und anschließend durch drei "Zeitsonden" (Zeitgenossen, Lipset/Bendix, aktuelle Forschung) in Bezug auf ihre Validität und ihre terminologische Einordnung geprüft.
Neben dem zentralen Akteur Carlo Mierendorff sind Begriffe wie Mittelstand, Nichtwähler, Weimarer Republik, Antikapitalismus und Wahlverhalten konstituierend.
Die Arbeit erklärt dies durch Mierendorffs sozialdemokratische Perspektive, da für die SPD andere politische Schwerpunkte als für das konfessionell geprägte Zentrum im Vordergrund standen.
Lipset wird so eingeordnet, weil er den Aufstieg der NSDAP primär durch das "Extremismus der Mitte"-Modell erklärt, das auf der spezifischen Interessenlage der Mittelschicht basiert.
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