Diplomarbeit, 2002
75 Seiten, Note: 2,3
1. Einführung und Methodik der vorliegenden Arbeit
2. Definition, Leistungen und Kosten der Familie
2.1 Definition der Familie
2.1.1 Konstituierendes Element des Begriffs „Familie“
2.1.2 Eine weitere Definition der Familie: Die Familie als ökonomische Betrachtungseinheit
2.2 Wesentliche Leistungen der Familie in einer Gesellschaft / Volkswirtschaft
2.2.1 Die Mikroperspektive – die innerfamiliäre Wirkungsebene
2.2.2 Die Makroperspektive – die Leistungen der Familie für die Gesellschaft
2.3 Belastung der Familien durch das Aufziehen von Kindern
2.3.1 Direkte Kosten
2.3.2 Indirekte Kosten (Opportunitätskosten)
3. Theoretische Effizienz in der Besteuerung von Familien
3.1 Begriffsdefinition und volkswirtschaftliches Ziel der Effizienz
3.2 Das Allokationsoptimum
3.2.1 Das Pareto-Kriterium
3.2.2 Der vollkommene Markt
3.2.3 Die „Laissez-Faire-Ökonomie“
3.2.3.1 Die öffentlichen Güter
3.2.3.2 Übertragung auf das Ökonomie-Modell
3.2.4 Kritik am bisherigen Modell – die externen Effekte
3.2.5 Die Internalisierung der externen Effekte
3.3 Effizienz der Besteuerung
4. Theoretische Gerechtigkeit in der Besteuerung von Familien
4.1 Begriff und Ziel der Gerechtigkeit in einer Volkswirtschaft
4.1.1 Regelgerechtigkeit
4.1.2 Verteilungsgerechtigkeit
4.2 Grundlegende Besteuerungsprinzipien
4.2.1 Äquivalenzprinzip
4.2.2 Leistungsfähigkeitsprinzip
4.3 Die Verbindung des Distributionsziels mit der Steuererhebung
4.3.1 Horizontale, vertikale Gerechtigkeit und progressiver Tarifverlauf
4.3.2 Weitere Implikationen durch die Familiensituation
4.4 Gerechtigkeit der Besteuerung
5. Die Elemente der deutschen Familienbesteuerung
5.1 Die Familienbesteuerung im engeren Sinne
5.1.1 Das Ehegattensplitting
5.1.2 Das beschränkte Realsplitting
5.2 Der Familienlasten- bzw. Familienleistungsausgleich
5.2.1 Tarifabhängige Transfers
5.2.1.1 Kinderfreibetrag
5.2.1.2 Betreuungsfreibetrag
5.2.1.3 Haushaltsfreibetrag
5.2.1.4 Minderung der zumutbaren Belastung
5.2.1.5 Unterhaltsleistungen
5.2.1.6 Ausbildungsfreibeträge
5.2.1.7 Beschäftigung einer Haushaltshilfe oder Heimunterbringung
5.2.1.8 Kinderbetreuungskosten
5.2.2 Tarifunabhängige Transfers
5.2.2.1 Kindergeld
5.2.2.2 „Baukindergeld“
5.3 Weitere Elemente der Familienbesteuerung
5.4 Elemente der übrigen Familienförderung
5.5 Belastungen der öffentlichen Haushalte durch die Familienförderung
6. Erfüllung der allgemeinen Anforderungen durch die Familienbesteuerung
6.1 Zusammenfassung der bisherigen theoretischen Ergebnisse
6.2 Die Inzidenzanalyse
6.2.1 Die Steuerinzidenzanalyse
6.2.2 Die Budgetinzidenzanalyse
6.3 Die Mikroperspektive – Effizienz und Gerechtigkeit auf intrafamilialer Ebene
6.3.1 Allgemeine Wirkungsanalyse
6.3.2 Die Sonderproblematik Ehegattensplitting
6.3.3 Die Sonderproblematik Kinderfreibetrag vs. Kindergeld
6.4 Die Makroperspektive – Effizienz und Gerechtigkeit auf gesamtwirtschaftlicher Ebene
6.4.1 Allgemeine Wirkungsanalyse
6.4.2 Die Optimalsteuertheorie
6.4.3 Weitere Wirkungen der Familienbesteuerung
6.4.4 Die Bedeutung anderer Familien – Fördermaßnahmen
7. Zukunftsanforderungen und Reformkonzepte zur Familienbesteuerung
7.1 Wandel des Familienbildes, Position der Familie in der Gesellschaft und Zukunftsanforderungen
7.2 Das Problem der Gerechtigkeits- und Gleichheitsdefinition – Urteile des Bundesverfassungsgerichts
7.3 Reformkonzeptionen
7.3.1 Zur Weiterentwicklung des bestehenden Modells
7.3.2 Konsumorientierung der Besteuerung
8. Fazit
Die Arbeit analysiert die deutsche Familienbesteuerung vor dem Hintergrund der Kriterien Effizienz und Gerechtigkeit, um zu bewerten, inwieweit staatliche Maßnahmen den Leistungen von Familien für die Gesellschaft gerecht werden und welche Reformmöglichkeiten bestehen.
2.3.2 Indirekte Kosten (Opportunitätskosten)
Unter dem Begriff der Opportunitätskosten werden allgemein die entgangenen Erträge und Nutzen aus einer Alternativentscheidung verstanden.
Bezogen auf die Familie heißt das Folgendes: Um die Kinder in den ersten Lebensjahren betreuen zu können, ist es notwendig, dass ein Partner (traditionell und überwiegend heutzutage immer noch ist dies die Rolle der Frau) auf die eigene Erwerbstätigkeit verzichtet. Dadurch entstehen Opportunitätskosten in Form von entgangenem Einkommen.
Um dieses entgangene Einkommen in eine quantifizierbare Größe umzuformen, muss zunächst die für die Haushaltsproduktion und Kindererziehung verwendete Zeit ermittelt werden.
1. Einführung und Methodik der vorliegenden Arbeit: Einleitung in die Thematik der Umverteilung zwischen Kinderlosen und Familien sowie Erläuterung des methodischen Vorgehens.
2. Definition, Leistungen und Kosten der Familie: Klärung des Familienbegriffs, Darstellung der innerfamiliären und gesellschaftlichen Leistungen sowie Einordnung der Kosten der Kindererziehung.
3. Theoretische Effizienz in der Besteuerung von Familien: Untersuchung der Begründung von Familienförderung aus allokativer Sicht und Diskussion von Effizienzkriterien und externen Effekten.
4. Theoretische Gerechtigkeit in der Besteuerung von Familien: Analyse der Gerechtigkeitsbegriffe sowie der Prinzipien der Besteuerung und ihrer Anwendung auf den Familienlastenausgleich.
5. Die Elemente der deutschen Familienbesteuerung: Detaillierte Beschreibung der geltenden steuerlichen Instrumente sowie weiterer familienpolitischer Fördermaßnahmen.
6. Erfüllung der allgemeinen Anforderungen durch die Familienbesteuerung: Kritische Gegenüberstellung von staatlichen Leistungen und Kostenbelastungen der Familien sowie Analyse der Inzidenzwirkungen.
7. Zukunftsanforderungen und Reformkonzepte zur Familienbesteuerung: Diskussion der Auswirkungen gesellschaftlichen Wandels und Vorstellung von Reformansätzen wie dem Familiengeld.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Effizienz und Gerechtigkeit staatlicher Familienpolitik unter Berücksichtigung der demographischen Herausforderungen.
Familienbesteuerung, Effizienz, Gerechtigkeit, Ehegattensplitting, Kindergeld, Kinderfreibetrag, Familienleistungsausgleich, Opportunitätskosten, Haushaltsproduktion, Externe Effekte, Steuerinzidenz, Demographischer Wandel, Optimalsteuertheorie, Umverteilung, Sozialversicherung.
Die Arbeit untersucht die Effizienz und Gerechtigkeit der deutschen Familienbesteuerung und hinterfragt, inwieweit das bestehende System die Leistungen von Familien für die Gesellschaft angemessen honoriert.
Im Zentrum stehen die ökonomischen Grundlagen der Familienbesteuerung, der Familienleistungsausgleich, die Kosten von Kindern sowie die Effizienz- und Gerechtigkeitsaspekte im Kontext der staatlichen Finanzpolitik.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Forderungen nach Effizienz und Gerechtigkeit durch die Elemente der Familienbesteuerung erfüllt werden und welche notwendigen Reformkonzepte aufgrund sich verändernder gesellschaftlicher Verhältnisse bestehen.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse auf Basis wohlfahrtsökonomischer Konzepte, ergänzt durch eine Inzidenzanalyse zur Untersuchung der Verteilungswirkungen sowie Berechnungsbeispiele zur Verdeutlichung der finanziellen Belastungen und Entlastungen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung (Effizienz und Gerechtigkeit), die Beschreibung der aktuellen Elemente der deutschen Familienbesteuerung, deren kritische Prüfung sowie die Erörterung zukünftiger Reformanforderungen.
Wichtige Begriffe sind Familienbesteuerung, Effizienz, Gerechtigkeit, Ehegattensplitting, Kinderleistungsausgleich sowie externe Effekte und Opportunitätskosten der Kindererziehung.
Das Ehegattensplitting wird als Sonderproblematik diskutiert, insbesondere im Hinblick auf seine umstrittene Einordnung als Familienförderung und die ökonomische Kritik an der Begünstigung bestimmter Einkommenskonstellationen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die aktuellen staatlichen Leistungen aus Sicht der Familien die Kosten der Kindererziehung meist nicht vollständig decken, wodurch die Familienbesteuerung aus familialer Sicht als nicht ausreichend effizient und gerecht eingestuft wird.
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