Examensarbeit, 2009
197 Seiten, Note: 2,0
1. Die mhd. Dietrichepik: eine kurze Einführung
1.1 Historische Dietrichepik
1.2 Aventiurehafte Dietrichepik
1.3 Reihenkampfepen
1.4 Epen im Umfeld der mittelhochdeutschen Dietrichepik
2. Auf den Spuren Dietrichs von Bern
2.1 Das historische Vorbild
2.2 Überlieferungen von Theoderichs Leben und Tod über die Jahrhunderte
2.2.1 Der Tod als Strafe Gottes
2.2.2 Der Sturz in den Vulkan
2.2.3 Der Höllenreiter
2.3 Die historische Dietrichepik über Dietrich von Bern
3. Dietrich von Bern in der aventiurehaften Dietrichepik
3.1. Rosengarten zu Worms
3.1.1 Zum Aufbau des Textes
3.1.2 Märchenmotive im ‚Rosengarten A’
3.1.3 Sagenmotive im ‚Rosengarten A’
3.1.4 Dietrich von Bern und das Personal im ‚Rosengarten A’
3.2 König Laurins Rosengarten
3.2.1 Zum Aufbau des Textes
3.2.2 Märchenmotive im ‚Laurin A’
3.2.3 Sagenmotive im ‚Laurin A’
3.2.4 Dietrich von Bern und das Personal im ‚Laurin A’
3.3 Eckenlied
3.3.1 Zum Aufbau des Textes
3.3.2 Märchenmotive im ‚Eckenlied L’
3.3.3 Sagenmotive im ‚Eckenlied L’
4. Einige weitere Überlegungen zu Dietrich von Bern
4.1 Dietrich von Bern: Held oder Abenteurer?
4.2 Dietrich von Bern und Helden heutzutage
5. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Gestalt des Dietrich von Bern innerhalb der aventiurehaften Dietrichepik unter Berücksichtigung von Märchen- und Sagenmotiven im Vergleich zu seinem historischen Vorbild Theoderich dem Großen.
Die mhd. Dietrichepik: eine kurze Einführung
Was verstehen wir unter dem Begriff „Dietrichepik“? Die einfachste Definition bietet Heinzle, der sie als „Gruppe erzählender Versdichtungen in mittelhochdeutscher Sprache“ (Heinzle 1999, 1) mit Dietrich von Bern als ihrem Haupthelden versteht. Für die meisten Dietrichepen mag das natürlich der Fall sein, doch wäre es falsch, eine Pauschalaussage darüber zu machen.
Zum Beispiel ist im ersten Teil von Alpharts Tod der junge Alphart Haupthandlungsträger. Dasselbe gilt auch für das Eckenlied, in welchem Ecke bis zu seiner Begegnung mit dem Berner die zentrale Figur ist. Und in den Sagen von Ortnit und Wolfdietrich sowie in Biterolf und Dietleib ist Dietrich selbst kein oder nur in geringem Maße handelnder Charakter. Stattdessen wird hier die Geschichte seiner Verwandten erzählt.
Bevor es allerdings zu den einzelnen Versdichtungen kam, wurden die einzelnen Dietrichsagen lange Zeit mündlich tradiert. Die germanistische Forschung vermutet heute, dass die meisten, vielleicht sogar alle, Heldenepen um Dietrich von Bern im 13. Jahrhundert verfasst wurden. Außerdem sind die meisten der mittelhochdeutschen Dietrichepen anonym überliefert.
1. Die mhd. Dietrichepik: eine kurze Einführung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Dietrichepik und differenziert zwischen historischer, aventiurehafter und Reihenkampfepik sowie Epen im Umfeld.
2. Auf den Spuren Dietrichs von Bern: Hier wird das historische Vorbild Theoderich der Große beleuchtet und die historische Entwicklung seiner Rezeption von den ersten Zeugnissen bis zum Höllenreiter-Motiv nachgezeichnet.
3. Dietrich von Bern in der aventiurehaften Dietrichepik: Dieses Hauptkapitel analysiert Dietrichs Darstellung anhand der ausgewählten Werke Rosengarten zu Worms, König Laurins Rosengarten und Eckenlied unter Einbeziehung von Sagen- und Märchenmotiven.
4. Einige weitere Überlegungen zu Dietrich von Bern: Dieses Kapitel diskutiert die Einordnung Dietrichs zwischen den Idealtypen Held und Abenteurer und hinterfragt den Heldenbegriff im Wandel der Zeit bis in die Moderne.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet den Stellenwert der aktuellen Forschung zum Dietrich-Stoff.
Dietrich von Bern, Dietrichepik, Aventiure, Theoderich der Große, Sagenmotive, Märchenmotive, Rosengarten zu Worms, König Laurin, Eckenlied, Heldendichtung, Mittelhochdeutsch, Heldenbegriff, Mythenrezeption, Heldenreise, Abenteurer.
Die Arbeit analysiert die literarische Darstellung der Figur Dietrich von Bern in der aventiurehaften Dietrichepik des Mittelalters.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die literarische Charakterisierung, die Verwendung von Sagen- und Märchenmotiven sowie den Vergleich mit dem historischen Vorbild Theoderich.
Das Ziel ist es, das Wesen Dietrichs von Bern in den aventiurehaften Epen zu erfassen und zu hinterfragen, wie seine Handlungen und sein Verhalten geschildert und gerechtfertigt werden.
Die Autorin stützt sich auf eine detaillierte Textanalyse ausgewählter Werke sowie auf einen intertextuellen Vergleich mit Sagenstoffen und historischen Quellen.
Der Hauptteil widmet sich den drei zentralen Epen: Rosengarten zu Worms, König Laurins Rosengarten und Eckenlied.
Dietrich von Bern, Dietrichepik, Aventiure, Theoderich, Heldenkonzeption und Sagenforschung.
Während die historische Dietrichepik das Leben Theoderichs politisch und kriegerisch verarbeitet, zeigt die aventiurehafte Dietrichepik einen jungen Helden, der fantastische Abenteuer gegen Riesen und Zwerge besteht.
Hildebrand fungiert als weiser Lehrherr, treuer Freund und listenreicher Berater, der Dietrich in kritischen Situationen unterstützt und korrigiert.
Die Darstellung reicht von der Verdammung (Höllenfahrt) über die Himmelfahrt bis hin zum Weiterleben in einem Zauberreich oder dem Kampf gegen Drachen bis zum Jüngsten Gericht.
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