Masterarbeit, 2016
424 Seiten, Note: 1,0
1. Die Relevanz des Social Entrepreneurship
2. Begriffsbestimmung und theoretische Fundierung
2.1 Entstehung und Definition von Entrepreneurship
2.2 Herleitung und Konzeptualisierung von Social Entrepreneurship
2.3 Klassifizierung von Social Entrepreneurship
2.4 Unterschiedliche theoretische Ansätze zur Mobilisierung knapper Ressourcen von Social Entrepreneurs
2.4.1 Resource Based View
2.4.2 Resource Dependence Theory
2.4.3 Die Rolle von Bricolage und Effectuation
3. Bestandsaufnahme der Literatur
3.1 Überblick der Literatur zu Social Entrepreneurship
3.2 Der Anspruch die Welt zu verbessern
3.3 Gefahren eines Social Entrepreneurs
3.3.1 Die Versuchung eines Mission Drifts
3.3.2 Die Schwierigkeit der Messbarkeit von sozialem Wert
3.3.3 Das Zufriedenstellen von heterogenen Stakeholdern
3.4 Entstehung eines Social Start-ups
4. Methode und Analyse
5. Ergebnisse und Propositionen
5.1 Chancen des Social Entrepreneurship
5.1.1 Aus Sicht des Social Entrepreneurs
5.1.2 Aus Sicht des Social Start-ups
5.1.3 Aus Sicht der Gesellschaft
5.2 Risiken des Social Entrepreneurship
5.2.1 Auf persönlicher Ebene
5.2.2 Auf unternehmerischer Ebene
5.2.3 Auf gesellschaftlicher Ebene
5.3 Guideline zur Gründung eines Social Start-ups
6. Diskussion
6.1 Zusammenfassung
6.2 Theoretischer Beitrag
6.3 Implikationen für Social Entrepreneurs
6.4 Limitationen und Forschungsausblick
Ziel dieser Masterarbeit ist es, zukünftige Social Entrepreneurs bei der bestmöglichen Umsetzung eines Social Start-ups in Deutschland zu unterstützen, indem empirisch fundierte Erkenntnisse zu Chancen, Risiken und praktischen Vorgehensweisen erarbeitet werden.
Die Relevanz des Social Entrepreneurship
Seit Menschengedenken trägt die Welt den Kampf zwischen Gut und Böse aus. Unterteilt ist diese Welt in Menschen, die uneigennützig das Gemeinwohl erhöhen wollen und Andere, die rücksichtslos ihre eigenen Ziele verfolgen. Zugegeben, diese schwarz-weiß Betrachtung mag sehr polemisch erscheinen, doch sie enthält einen Funken Wahrheit. Michael Porter, einer der berühmtesten Managementtheoretiker (vgl. Driver 2012), formuliert diesen Konflikt folgendermaßen (Driver 2012, S. 423): „There are the folks that worry about the social agenda and then there are the folks that do business and those are in an uneasy, and sometimes conflicting, relationship with each other.“ Die Faszination für Social Entrepreneurship liegt im Verbinden dieser konkurrierenden Ansätze. Social Entrepreneurship ist ein Phänomen, das mit Hilfe unternehmerischer Aktivitäten soziale Verbesserungen erzielt (vgl. Mair und Martí 2006; Marshall 2011; Van de Ven, Sapienza und Villanueva 2007; Zahra et al. 2009). Es beinhaltet das Entwickeln und Anbieten von Produkten und Dienstleistungen, mit denen soziale Ziele verfolgt werden. Somit grenzt es sich vom Commercial Entrepreneurship ab (vgl. Mair, Battilana und Cardenas 2012). Spätestens durch die Ehrung des Sozialunternehmers Muhammad Yunus mit dem Friedensnobelpreis im Jahr 2006 (vgl. Danko und Brunner 2010), erhielt Social Entrepreneurship eine weltweite Aufmerksamkeit (vgl. Plaskoff 2012). Yunus gründete 1983 die erste Bank, die Mikrokredite an sozial benachteiligte Menschen in Bangladesch gewährte, ohne Sicherheiten der Kreditnehmer zu verlangen (vgl. Danko und Brunner 2010). Er erkannte, dass die Armut im Land bekämpft werden kann, wenn die Benachteiligten geringe finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt bekommen (vgl. Brooks 2009). Damit revolutionierte er nicht nur die Kreditbranche, sondern erhöhte die Investitionen in der Mikrokreditbranche auf vier Milliarden USD (vgl. Danko und Brunner 2010). Diese Gründung dient für Viele als praktisches Beispiel dafür, dass gute Taten nicht nur auf die Wohltätigkeit begrenzt sein müssen (vgl. Plaskoff 2012).
1. Die Relevanz des Social Entrepreneurship: Einführung in das Phänomen des Social Entrepreneurship, Abgrenzung zum klassischen Unternehmertum und Begründung der Relevanz aufgrund gesellschaftlicher Bedürfnisse.
2. Begriffsbestimmung und theoretische Fundierung: Historische Herleitung und Definition von Entrepreneurship sowie detaillierte Konzeptualisierung von Social Entrepreneurship und relevante Theorien wie Resource Based View und Effectuation.
3. Bestandsaufnahme der Literatur: Überblick über existierende Literaturströme, Identifikation aktueller Forschungslücken und Diskussion zentraler Problemfelder wie Mission Drift und Messbarkeit.
4. Methode und Analyse: Darstellung des qualitativen Forschungsdesigns basierend auf Tiefeninterviews mit Experten aus dem Bereich Social Entrepreneurship.
5. Ergebnisse und Propositionen: Präsentation der identifizierten Chancen und Risiken sowie Vorstellung einer praxisorientierten Guideline für die Gründung.
6. Diskussion: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse, theoretischer Beitrag der Arbeit sowie Implikationen für die Praxis und zukünftige Forschung.
Social Entrepreneurship, Soziales Gründungsmanagement, Social Start-up, Mission Drift, Soziale Innovation, Ressourcenmobilisierung, Bricolage, Effectuation, Qualitative Analyse, Soziale Mission, Gesellschaftlicher Wert, Stakeholdermanagement, Entrepreneurship, Erfolgsfaktoren, Gründungsprozess
Die Arbeit analysiert das soziale Gründungsmanagement (Social Entrepreneurship) durch eine qualitative Untersuchung, um Chancen und Risiken zu identifizieren und eine Guideline für die erfolgreiche Gründung zu erstellen.
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Social Entrepreneurship, theoretische Fundierungen wie Ressourcenansätze, die Analyse von Literatur und empirischen Daten sowie die Identifikation von Chancen und Risiken für Gründer.
Ziel ist es, herauszufinden, welche Chancen und Risiken sich für Social Entrepreneurs ergeben und wie ein soziales Gründungsmanagement bestmöglich in der Praxis umgesetzt werden kann.
Es handelt sich um eine qualitative empirische Studie, die auf teilstrukturierten Tiefeninterviews mit elf Social Entrepreneurs aus zehn verschiedenen Start-ups in Deutschland basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, eine Bestandsaufnahme der Literatur, die methodische Vorgehensweise, die Präsentation und Analyse der Ergebnisse (Chancen/Risiken) sowie die Herleitung einer Gründungs-Guideline.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Social Entrepreneurship, Mission Drift, Soziale Innovation, Bricolage, Effectuation und Soziale Mission.
Laut der Arbeit besteht ein wesentlicher Unterschied in der zentralen Ausrichtung auf eine soziale Mission und der damit verbundenen Notwendigkeit, sowohl sozialen als auch ökonomischen Wert zu schaffen, was komplexe Herausforderungen an das Geschäftsmodell stellt.
Ein Mission Drift beschreibt die Verschiebung des Fokus von sozialen Zielen hin zur reinen Profitmaximierung. Die Arbeit empfiehlt hierzu Reflexion, wertebasierte Führung und eine starke Kopplung von sozialen und ökonomischen Zielen.
Sie beschreibt die strategische Ausrichtung eines Social Start-ups, bei der explizit analysiert wird, welche gesellschaftliche Wirkung mit einem Produkt oder einer Dienstleistung erzielt werden soll – ein Prozess, der bei klassischen Gründern oft weniger stark ausgeprägt ist.
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