Magisterarbeit, 2016
86 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Wichtige Aspekte der Entwicklung von Form und Inhalt in der Optischen Poesie, von der Antike bis zum 20. Jahrhundert
2.1. Carmen figuratum – Das Figurengedicht
2.2. Stilistische Neuerungen im Umgang mit Sprache, Fläche und Schrift
2.3. Exkurs zur Entwicklung der Massenkommunikation im 20. Jahrhundert
2.4. Die Entwicklung der Optischen Poesie seit dem Erscheinen von Un coup de dés
2.5. Die Konkrete Poesie – Form ist gleich Inhalt
2.5.1. Begriffsklärung: konkret, abstrakt, Konkrete Poesie
2.5.2. Grundzüge der Konkreten Poesie
3. Konkrete Poesie in Brasilien – Die Gruppe Noigandres
3.1. Theoretische Grundlagen der Poesie der Gruppe Noigandres
3.2. Vom Eurozentrismus zum Nationalismus - Wirtschaftlicher, gesellschaftspolitischer und kultureller Wandel in Brasilien und dessen Einfluss auf die Poesie der Gruppe Noigandres
4. Die Visuelle Poesie in Italien – Gruppo 70
4.1. Die poetischen und politischen Intentionen des Gruppo 70
4.2. Die Entwicklung der Werke des Gruppo 70 im Kontext der Entstehung der Massenkultur
5. Die Inversion der Medienbotschaft – Optische Poesie als Form semiologischer Guerilla
5.1. Das Konzept der semiologischen Guerilla
5.2. Die Kreation einer neuen Massenkultur entgegengesetzt zur Kultur des Konsums
5.3. Kritik an den Gruppen Noigandres und Gruppo 70
6. Schlussbetrachtung
Diese Magisterarbeit analysiert die parallele Entwicklung der Optischen Poesie in Brasilien durch die Gruppe Noigandres und in Italien durch den Gruppo 70. Ziel ist es, unter Einbeziehung des gesellschaftspolitischen und kulturellen Wandels, insbesondere des Einflusses der aufstrebenden Massenmedien, die inhaltliche und formale Entwicklung sowie die Inversion der Medienbotschaft als "semiologische Guerilla" kritisch zu beleuchten.
Die Entwicklung der Optischen Poesie seit dem Erscheinen von Un coup de dés
Die neue Epoche des Figurentextes begann mit Stéphane Mallarmé und den Futuristen. Auch wenn es sich bei deren Schöpfungen nicht um Formen des herkömmlichen Figurentextes handelte, stellen sie dennoch einen bedeutenden Schritt auf dem Weg zur Konkreten und Visuellen Poesie dar.
Hier liegen nicht eigentlich Figurentexte vor, sondern Experimente mit den Möglichkeiten visueller Strukturen auf der leeren Seite. Es erfolgt ein radikaler Bruch mit der Tradition des Figurentextes, so daß man sich fragen muß, ob Mallarmé und der Futurismus überhaupt in diese Studie gehören. Die Antwort lautet: ohne sie läßt sich die Genese der neuen Strukturen des Figurentextes bei Apollinaire wie auch die Geschichte der visuellen Poesie nach ihnen nicht verstehen. Der Bruch war also notwendig für die Erneuerung.
Das Gedicht Un coup de dés jamais n’abolira le hasard des französischen Dichters Stéphane Mallarmé erschien 1897 und hatte großen Einfluss auf die Poesie des 20. Jahrhunderts. Es handelt sich dabei zwar um einen figurativen Text, jedoch weist dieser kaum Ähnlichkeiten zu den bislang bekannten Formen des Umriss- oder Gittergedichts auf. Das Gedicht erstreckt sich über elf Doppelseiten und ist aus neun verschiedenen Drucktypen zusammengesetzt. Der weißen Seite kommt dabei, wie schon bei Sterne, eine neue Bedeutung zu, sie wird zum zentralen Teil des Textes und muss als solcher mitgelesen werden, sie gewinnt an eigener Bedeutung und verliert ihre reine Trägerschaftsfunktion.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die literarische Verbindung zwischen Italien und Brasilien ein und skizziert das Forschungsziel, die Optische Poesie des 20. Jahrhunderts vor dem Hintergrund sozio-kultureller Wandlungsprozesse zu untersuchen.
2. Wichtige Aspekte der Entwicklung von Form und Inhalt in der Optischen Poesie, von der Antike bis zum 20. Jahrhundert: Das Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Figurentextes nach und analysiert maßgebliche Einflüsse wie Futurismus und Dadaismus auf die moderne experimentelle Poetik.
3. Konkrete Poesie in Brasilien – Die Gruppe Noigandres: Hier wird die Poesie der Gruppe Noigandres im Kontext des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufschwungs Brasiliens und der Suche nach einer nationalen Identität untersucht.
4. Die Visuelle Poesie in Italien – Gruppo 70: Dieses Kapitel betrachtet die Entwicklung der Visuellen Poesie in Italien als Reaktion auf den "boom economico" und die Konsumgesellschaft, wobei besonders die technologischen Aspekte im Fokus stehen.
5. Die Inversion der Medienbotschaft – Optische Poesie als Form semiologischer Guerilla: Hier werden die theoretischen Ansätze zur semiologischen Guerilla analysiert, mit denen beide Gruppen die Sprache der Massenmedien entlarven und in neue, kritische Zusammenhänge überführen wollten.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die parallelen Entwicklungen zusammen und betont, dass trotz unterschiedlicher historischer Ausgangslagen beide Bewegungen die Sprache der Werbung für eine kritische Poetik instrumentalisierten.
Optische Poesie, Konkrete Poesie, Visuelle Poesie, Gruppe Noigandres, Gruppo 70, semiologische Guerilla, Massenmedien, Konsumgesellschaft, Typografie, Avantgarde, Brasilien, Italien, experimentelle Literatur, Poesia visiva, Text-Bild-Verhältnis.
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Optischen Poesie im 20. Jahrhundert, mit einem speziellen Fokus auf die parallelen Bewegungen der "Gruppe Noigandres" in Brasilien und des "Gruppo 70" in Italien.
Zentrale Themen sind die Interaktion zwischen Bild und Schrift, der Einfluss von Massenmedien und Konsumkultur auf die Literatur sowie die gesellschaftspolitische Funktion von Poesie.
Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie die genannten Gruppen durch die Inversion von Medienbotschaften auf den sozio-kulturellen Wandel ihrer Länder reagierten und eine neue Poetik entwickelten.
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Manifestanalyse, bei der theoretische Grundlagen der Avantgarde mit konkreten Werkbeispielen kontrastiert und in ihren historischen Kontext eingebettet werden.
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung vom Figurengedicht zur Konkreten und Visuellen Poesie, die Analyse der spezifischen Konzepte der zwei Gruppen sowie das theoretische Konstrukt der "semiologischen Guerilla".
Wichtige Begriffe sind unter anderem Optische Poesie, Konkrete Poesie, Visuelle Poesie, Massenmedien, Konsumgesellschaft, semiologische Guerilla und Avantgarde.
Das Konzept der "Antropofagia" (kultureller Kannibalismus) diente als Basis, um europäische Einflüsse aufzunehmen, zu dekonstruieren und in eine eigenständige, brasilianische Kulturidentität umzuwandeln.
Während Noigandres das Wort als konkretes Mittel zur Strukturbildung nutzen, setzte der Gruppo 70 massiv auf Ironie und die direkte Verwendung von Material aus Printmedien, um als "Gegenwerbung" die Mechanismen des Kapitals zu demaskieren.
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